huiiii meine Lieben - da steppt ja der Bär
so viele Informationen, die ich erst nochmals in Ruhe durchlesen muss, um auf alles adäquat eingehen zu können..... auf jedenfall schon mal einen ganz grossen

für @whitepanther. ach je, es schmerzt so, sich diese Gedanken machen zu müssen!
ich steh grade an einem anderen Punkt - ich habe die letzten paar Tage eine private Korrespondenz hier im Forum geführt, in welcher mir ganz andere Gedankengänge zugetragen wurden, die mich recht ins Straucheln geraten liessen. Eine glückliche Affärenfrau hat mir eine andere Sichtweise auf das männliche Verhalten aufgezeigt. Respektive, dass bestimmte Denkweisenk fürs Verbleiben in einer funktionierenden Ehe durchaus seine Berechtigung haben könnten und nicht einfach bloss verlogen sind. Worin ich mit ihr durchaus einig gehe.
Es gibt aber zwischen ihr und mir zwei Unterschiede: Beide - also auch sie - sind verheiratet. Damit ist die Aussenbeziehung für beide in etwa im Gleichgewicht, beide haben einen Rückhalt, zu dem sie zufrieden und genährt zurückkehren. Und wieder zusammenkommen. Und zurückkehren. Aber sie pendeln auf jedenfall im Gleichklang, das ist ein wichtiger Unterschied.
Und: (liebe N., ich hoffe, es ist in Ordnung für dich, dass ich dieses für mich prägnante Zitat hier aufführe):
"wir braven scheinwelt-lebenden, wir lebkuchen-haus nicht verlassen wollenden .... wir leben zumeist wie in einer (zufrieden machenden) wohngemeinschaft - aber wir sind trotzdem monogam zu unseren wilden affairen-partnern. wir funktionieren zuhause und möchten das auch so belassen aber unsere gedanken, gefühle und unsere leidenschaften sind ausschließlich bei dem/der geliebten...."
Darauf war meine spontane Reaktion: aber das ist genau, was mir fehlt bei meinem AM! Dieses emotionale Commitment erhalte ich nicht von ihm, damit kann ich nicht umgehen. Nicht, dass er seine Familie und sein geordnetes Leben nicht aufgeben will, das möchte ich ja gar nicht.
und dann poppte mir eine andere Erkenntnis auf - auch in Bezug auf andere Gedanken, die sie mir schrieb, wie sie mich und v.a. meine Herzensbeziehung aufgrund meines Schreibens hier einschätzt -
dass ich mir schon auch Gedanken darüber machen muss, wie weit es denn überhaupt mit meiner eigenen Liebesfähigkeit und Ehrlichkeit steht. Ob ich denn überhaupt mich ganz traute, oder ob ich nicht doch auch eine self fullfilling prophecy losgetreten habe und eine freie, bedingungslose Liebe, die für beide für uns noch nie so dagewesen ist (und das glaube ich ihm auch. Manchmal. Eigentlich. Wenn ich denn nicht zweifle, dass ich überhaupt so liebens- und bewundernswert sein soll, wie er es mir immer und immer wieder zu verstehen gegeben hat), zurückgewiesen habe. Dass ich genauso feige bin wie ich es meinem AM vorwerfe, dass ich eben grade nicht die Stärke und Grösse habe (die auch N. mir zutraut), die er immer in mir sah. Eben, dass ich da auch aus eigenem Unvermögen etwas Wertvolles kapputttrampelte und sehr wohl eigentverantwortlich für den Lauf der Dinge mitverantwortlich bin.
.....und ob ich denn aus lauter Vorsicht und Angst (ich hab ja quasi aus Prophylaxe schon zu Beginn angefangen, mich quer durch die Geliebten-Fachliteratur zu lesen, um gewappnet (!) zu sein) mir nicht genau dadurch, dass ich den Fokus ausschliesslich auf seine "Warnungen" legte (die vielleicht weniger seiner Hinterhältigkeit als eigenen Ängsten geschuldet sind) und darüber mir immer wieder die Wahrnehmung ausredete, wie vertraut und wahr es sich anfült, was der Mann im Rahmen seiner Möglickeiten alles tut und aushält für mich. Was er sich -wollte er denn eine einfache Affäre - bestimmt nicht angetan hätte. Amusement sieht definitiv anders aus, als sich von mir zwischendurch in meinen zweifelnden Zeiten alles an den Kopf werfen zu lassen. Ich bin in Rage nicht grade ein angenehmer, sanfter Umgang und ich hab eine ausgesprochen spitze Zunge, wenn ich in Fahrt bin. Da hat rhetorisch nichts und niemand überhaupt noch eine Chance gegen mich, wenn ich denn in der "nach mir die Sintflut"-Stimmung bin. Und ich hab ja sehr wohl all meine Lebensthemen an dem Mann ausgelassen und abgearbeitet, weiss Gott. Also sollte ich mir schon mal überlegen, wer denn hier die Ego-Schiene gefahren ist und wer denn wen ausgenutz hat.
Ich muss mich auch fragen, ob ich ihm denn jemals ein klares Commitment gegeben habe, welches ich ja so vehement von ihm einforderte. Jammern, schimpfen und ja, trotzen, ist ja nun nicht grade erwachsenes Verhalten. Und eben, eine eigene, selbstständige Entscheidung hab ich ja damit auch nicht getroffen. Und auch nicht, indem ich jetzt einfach wieder aus heiterem Himmel einfach alles hinschmiss und er überhaupt nicht verstand, was denn bloss wieder los gewesen war. Seinem Verhalten mir gegenüber war's jedenfalls nicht geschuldet. Von daher ist es doch auch etwas verständlich, dass der Mann irgendwann mal emotional völlig durch den Wind und fix und fertig ist. Ich bin anstrengend, intensiv, emotional und impulsiv, unbestritten. Und in seiner aktuellen Lebensituation solchen Stress nun echt nicht brauchen kann, sein Rückzug also auch nicht unbedingt darauf zurückzuführen war, dass er einfach grunsätzlich von mir grad mal genug hatte, sondern von der Knallerei der Knallerbse.
Somit habe ich ihm gestern eine Mail geschickt, in dem ich überhaupt selber mal klar ausgedrückt habe, wie's eigentlich um mich steht. Die rosa Brille ist ja schon des längeren ab, wir haben schon richtig harte Zeiten und Kämpfe durchgestanden, jeder von uns weiss ganz genau, wo die Schwächen des anderen liegen. Und ich für meinen Teil steh immer noch da, und allen Widrigkeiten, Gegensätzen und schwierigen Umständen zum Trotz: der Mann ist die Liebe meines Lebens. Auch wenn es wohl keine alltagstaugliche Liebe wäre. Na und? Und es war wohl somit an der Zeit, endlich mal selber mutig genug zu sein, mir dies einzugestehen und ihm dies auch mitzuteilen.
Im Grunde denke ich, da kommt nichts mehr. Wenn es denn eine einseitige Sache ist oder er einfach nicht mag, kann, will, , ist das aber nun auch gut so für mich. Sein Leben, seine Entscheidungen, sein gutes Recht. Da muss ich nicht ewigs hadern damit. Man bekommt nicht immer im Leben, was man sich wünscht. RESPEKTIVE, MAN TRAUT ES SICH NICHT ZU, DASS MAN DAS VERDIENT HÄTTE. Aber ich habe die Wut- und Trauerphase (naja, vielleicht gib's aber auch noch paar Rückfälle, wer weiss) hinter mir, ich möchte gerne mit mir und auch für ihn einen friedlichen Abschluss haben. Mir war es wichtig, dass er weiss, dass ich im Nachhinein nicht mehr in Zorn an ihn zurückdenke (mir also auch noch die guten Erinnerungen nehmen lasse, wie ich noch vor wenigen Tagen geklagt habe), sondern dass ich ihm dankbar dafür bin, was er alles in mir ausgelöst hat.
Irgendwie alles sehr konfus, komplizert, ambivalent... und ich hab das Gefühl, ich hab noch lange nicht alles gesagt
