FrauDrachin
Mentorin
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Zitat von Aiyla:Unter Stress sind die meisten Menschen im Blindflug unterwegs.
❗ Gilt auch für dich. ❗
Nur anders. Solange einer von euch beiden oder gar ihr beide gestresst/im Alarmmodus seid sind solche Gespräche nur bedingt sinnvoll. Ich befürchte, ihr spult dann eben GENAU eure Beziehungsdynamik wieder ab, kann das sein?
Was glaubst du, wie er regaiert hätte, wenn du gesagt hättest: "Ich brauche bisschen mentale Vorbereitung auf das Gespräch, wie wäre es, wenn wir uns nächste Woche treffen?"
Wie fühlt sich die Aussage für dich an?
Zitat von Aiyla:Aber ich neige auch dazu, zu denken, dass mich die Beschäftigung mit "uns" und das Wiedersehen stark fordert, anspannt und mich nervös macht.
Du neigst dazu zu denken? 😅
Keine Ahnung, in meinen Ohren klingt das wie: Ich weiß sehr genau, dass es so ist, aber mir wäre es wesentlich lieben, wenn es anders wäre... Oder irre ich mich?
Zitat von Aiyla:Und die Dynamik erinnert an die Beziehungsdynamik zu einem anderen wichtigen Menschen (in der Familie). Und ich bin der gemeinsame Nenner und es ist weiter wie wachgeschüttelt werden....
Ich werde mir auch eigener Beziehungsschädlicher Reaktionen weiter bewusster...
Hm...
Wäre es möglich, dass (zu) viel Verantwortung für die zwischenmenschliche Dynamik übernehmen auch eines deiner Muster ist?
Ich meine, klar ist es wichtig, die gemeinsame Dynamik zu verstehen.Klar ist es wichtig, Verantwortung für die eigenen Anteile zu übernehmen. Es ist aber eben auch wichtig, zu verstehen und sich selber zu verzeihen, dass in einem ungesunden Umfeld, bei ungesunden Partnern, auch die gesündesten Beziehungsmuster nicht weiterhelfen.
Bist du sicher, dass du dir selber genug Verständnis und Liebe entegegenbringst?
Bist du sicher, dass du dich nicht in eine Postition der Schuldigen und Büßerin drängen lässt?
Vielleicht magst du etwas genauer schildern, wo du deinen Anteil an der Dynamik siehst und beziehungsschädliche Reaktionen siehst.
Zitat von Aiyla:Ja, und meine Achillesferse ist, dass ich ihn immer noch wieder zurück will...obwohl ich schon Momente hatte, wo ich im Frieden mit dem Getrenntsein, mit ihm und mir war...
Mir ist schon Jahre vor der Trennung eines klar geworden: Ich muss mir, egal ob und wie es mit der Beziehung weitergeht, die innere Freiheit für ein "Nein" zur Beziehung erarbeiten. Weil ich nicht aus vollem Herzen JA zu etwas sagen kann, was ich nicht die Freiheit habe, im Zweifel auch zu verlassen. Dann ist ein JA nichst wert.
Und um mir dieses NEIN zu erarbeiten, musste ich mich eben wirklich auf mich selber besinnen. Dieses NEIN konnte ich mir nicht in der Auseinandersetzung mit meinem Mann erarbeiten. Ich musste meine eigene emotionale Identität, die sich im WIR und in der Familie aufgelöst hatte, wiederfinden.
MIr komm es so vor, dass deine emotiionale Identität auch noch sehr im Wir gefangen ist, kann das sein?
Und später, bei der Trennung, war mein Mantra, dass es die gleichen Schritte braucht, egal ob es zur Trennung kommt, oder ob die Beziehung weitergehen soll: Weiter an der stabilität des eigenen Ichs, außerhalb des Wir zu arbeiten. Nur ein starkes, unabhängiges Ich kann eine Beziehung eingehen, im Zweifel nein dazu sagen, für sich innerhalb der Beziehung einstehen, die Beziehung aktiv mitgestalten.