Zitat von Aiyla: Meint ihr es ist Schönmalerei oder durchaus im Bereich des Möglichen, dass nicht nur Kontaktsperre (zur Beruhigung des eigenen Systems und zur Vermeidung neuer Verletzungen) sondern auch die Kombination aus dieser zusammen (im Sinne von abwechselnd) mit dosiertem Kontakt (mit zwar erneuter Enttäuschung und Schmerz) zu einer weiteren Verarbeitung und zum Löseprozess beitragen kann?
Ich denke, dass viele diesen Weg wählen und damit auch gut fahren. Wie @Mael28 sagt, es kann Augen öffnend sein. Es kann beim verarbeiten durchaus hilfreich sein. Ich habe oft das Gefühl, dass dosierter 'Entzug' hilfreicher ist als absolute Kontaktsperre.
So viele Menschen brauchen letzte Gespräche. Und ja, natürlich birgt es die Gefahr wieder schwach zu werden, zum Beispiel aus Gewohnheit. Aber es bietet auch eine Chance auf eine neue Perspektive. Plötzlich ist dieser Mensch dann nicht mehr hübsch, weil er einen zum Beispiel schlecht behandelt. Oder man hat sich nach gewisser Zeit selbst weiter entwickelt und blickt anders auf die Situation. Und dabei kann wohldosierter Kontakt helfen.
Ständigen Kontakt halte ich für schwierig, wenn man wirklich der Überzeugung ist, die Trennung durchziehen zu wollen. Aber sich alles zu verbieten ist für mich oft auch Quälerei. Es bleibt beides schwer, aber jeder Weg ist ok, weil es der eigene ist.
Klar, rückblickend sagt man immer warum braucht es das Gespräch noch. Aber wenn man in dem Prozess steckt, war es dann gut und für was auch immer nötig.
In Deinem Fall hat es zu Schmerzen geführt. Richtig schlimmen. Aber auch die helfen. Zum einen erkennst Du Deine Stärke. Von einer 10 auf eine 4 an einem Tag ist doch super. Und zum anderen macht ihn dieses Verhalten wieder unattraktiver.
Also ja, es ist ein Prozess, der in Wellen kommt. Und die Täler bleiben lange tief, aber sie werden immer kürzer werden.
Ich würde nie wieder gegen meine Bedürfnisse handeln. Das hat mir soviele selbst verursachte Schmerzen zugefügt, da ist mir jedes zugeben meiner Bedürfnisse, jenseits jeder Scham und Verletzlichkeit, 1000 mal lieber als meine Gefühle zu unterdrücken. Wer über mich lachen oder urteilen will soll es tun. Aber wenn ich ein Gespräch brauche dann führe ich es. Und wenn die Bitte abgelehnt wird, nehme ich daraus etwas mit. Aber lieber so, als nie gefragt zu haben.
Aber ich bin dann schon auch irgendwann bedient. Hinterherdackeln würde ich genauso wenig. Wenn jemand meinen Wert nicht erkennt steht es ihm frei woanders etwas Besseres zu finden. Dabei ist Wut dann durchaus hilfreich.