waldfee80
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Bin Gestern Nacht wieder durch die Hölle gegangen. Doch diesmal war es nicht die Angst, wie letzte Woche Donnerstag, diesmal war es die Einsamkeit und das verlassen werden.
Zurück gegangen bis in die frühste Kindheit bin ich in Gedanken und es war bei mir, fast dieselbe Situation wie bei Dir, nur eben noch früher. Klar in den ersten 2 Lebensjahren eingesperrt zu werden und allein gelassen, das hat Spuren hinterlassen. Und auch, wenn ich später nicht mehr eingesperrt wurde, so bin ich doch durch viele Situationen gereist, in denen ich einsam war. Wann war ich es eigentlich nicht?
Und ich habe mich dann mit meinem erwachsenen Ich, daß noch älter ist, als ich es jetzt bin, zu diesem Kind gesetzt und mit ihm gesprochen und gespielt. Das innere Baby habe ich auf den Arm genommen und es einfach nur geliebt. Ich habe es mitgenommen auf der ganzen Gedankenreise durch mein Leben und all die Situationen, wo es besonders weh tat- allein zu sein. Zum Schluß standen dann all meine früheren Ichs beisammen an meinem Bett und haben mit dem heutigen Ich gesprochen.
Es war hart durch all diese Situationen zu gehen und sie wieder und wieder zu erleben. Nur mit dem Unterschied, daß ich diesmal den inneren Film zum Positiven verändert habe. Und ich konnte weinen, wenig aber es war die Einleitung zu dieser inneren Reise- kurz nachdem ich mich zum schlafen hingelegt hatte. Und da wußte ich, woher das Gefühl der Wut und des nach Luft schnappens kam. Des keine Luft mehr kriegens. Ich hatte Panik und ich sah mich (genau wie Du Dich früher) im dunklen Zimmer, ganz verzweifelt und kam nicht heraus, weil die Tür abgeschlossen war. Ich hatte Dir glaube ich mal erzählt, daß meine leibliche Mutter mich im Zimmer einschloss und dann für Stunden einfach weg war. Ich habe es damals auf mich projiziert. Sie hat mich allein gelassen, weil ich nicht liebenswert bin. Nun, ich habe aber begriffen, daß es mit mir nichts zu tun hatte, sondern, daß sie selbst es nicht besser wußte. Ich muß ihr verzeihen und die Frage, "Warum hast Du mich allein gelassen?", die hing im Raum. Sie hat mich nicht nur in den ersten zwei Lebensjahren allein gelassen... Nein, sie hat mich dann auch wirklich allein gelassen, indem sie mich zu meinem Vater abgab. Einfach mal so keinen Bock auf ein Kind.
Und auch die Frau, die ich heute als meine Mom bezeichne, die kam mit mir auch gar nicht zu Rande. Klar war ich verhaltensgestört und auch das Türenaushängen im ganzen Haus, half da nicht wirklich. Diese Panik war da und sie blieb. Ich konnte sie nur nie zuordnen. Auf jeden Fall hat mich auch diese Frau ebenfalls mit Missachtung gestraft, sobald ich etwas nach ihrer Meinung Falsches tat. Teilweise wußte ich schon gar nicht mehr, was ich falsch gemacht hatte. Das war eigentlich am schlimmsten für mich.
Nun Du siehst also so verschieden sind unsere Ursachen nicht. Du jedoch meintest, es ließe sich nicht heilen. Nun da bin ich wiederum anderer Ansicht. Ich schreibe den Film in Gedanken einfach um. Ja ich gehe in jede Situation, die mir einfällt, die kommen will (und wenn sie kommt, dann dränge ich sie nicht weg, sondern heiße sie willkommen, sehe sie als Chance) und tröste das innere Kind von damals. Ich war nicht schuld daran, ich war liebenswert- immer schon. Hätte sich sonst mein Opa so hingebungsvoll um mich gekümmert?
Meine Mütter wußten es nicht besser. Ich muß ihnen verzeihen und ich muß mir verzeihen, daß ich auch in späteren Jahren immer dafür gesorgt habe, daß ich alleine bin. Denn das kannte ich nicht anders und es gab mir Sicherheit. Und jetzt verzeihe ich mir auch, wie ich handelte- ich wußte es nicht besser und bin trotz meiner Fehler (Fehler deuten immer auf etwas fehlendes hin und man kann es manchmal erlernen), ein liebenswerter Mensch. Ich habe einen neuen Zettel hin gehangen. Auf dem steht "Ich bin Liebe"

