Zitat von KeepSmile: Kann sie ihren Hund mit nehmen?
Ja, ihren Hund hätte sie jederzeit zu mir mitnehmen können.
Zitat von KeepSmile: Ja alles gut, dann nicht?
Gefühl?
Tonfall?
Ich hab nicht gedacht, dass ich damit ein solches "Problem" erzeuge, da ich es eigentlich nur gut meinte. Vermutlich auch wieder nur gut für mich, da ich an die gemeinsame Zeit mit ihr gedacht habe. Die Aussage habe ich in einem ruhigen und normalen Tonfall getroffen.
Zitat von KeepSmile: Sie hat eine Verabredung Sonntag, Übernachtet auf Sonntag bei dir und du Fussball den ganzen Tag Sonntag möchtest das sie ihre Verabredung ändert.
Also ursprünglich hatte ich ihr gesagt, dass ich Samstag zum Fußball gehen würde. Da sie aber Samstag bei mir gewesen wäre, würde ich eben auch nur 2 Stunden oder so hingehen. Das ist unmittelbar bei uns im Ort und mein Verein richtet ein Turnier aus. Für mich war es ein Vorschlag, damit wir vielleicht beide am Samstag was mit anderen machen und mir war die Zeit mit ihr wichtig, weshalb ich gerne den Sonntag für uns haben wollte. Aber irgendwie habe ich mich gar nicht in ihre Lage versetzt.
Zitat von KeepSmile: Emotional und impulsiv in letzter Zeit, seit wann?
Ist deinen Freunden und Familie das Verhalten an dir auch aufgefallen, wann, öfter?
Meine Freunde und Familie haben es mir bisher nicht gesagt. Aber mir ist aufgefallen, dass ich ab kurz vor Silvester emotionaler geworden bin. Die Impulsivität habe ich schon ab und an in Mitte des letzten Jahres bemerkt, aber nicht in einer für mich auffälligen Art und Weise.
Zitat von KeepSmile: Selbst zuviel aufgetischt.
Gestresst und überfordert.
Richtig, das habe ich mir ja auch selbst eingestanden und ihr auch mitgeteilt, dass ich das alleine nicht hinbekomme.
Zitat von KeepSmile: Zündschnur immer kürzer.
Schnell gereizt.
Ab wann, vorher auch schon?
Zunehmend wurde die Zündschnur immer kürzer, weil es bei uns eben nicht rundlief und ich gemerkt habe, wie sehr ich mich daran eigentlich abarbeite. Im Anfang unserer Beziehung hatte ich das nicht, da war es eigentlich die erste Zeit ganz harmonisch.
Zitat von KeepSmile: Normal für wen?
Wer frei hat muss mehr machen?
Unzufriedenheit trifft auf unzufriedenheit. Geredet wird nicht miteinander, aneinander vorbei wird geredet.
Normal in dem Fall für sie. Da ich Feiertags, Wochenende und Nachmittags oftmals frei habe, hätte ich entsprechend mehr Zeit. Das habe ich auch eingesehen und meinte, dass das schon stimmt. Aber das ist eben kein Grund, dass das auf Dauer so läuft. Jetzt im Fall in der Wohnung mit ihrer Mutter macht sie eben auch mehr, deutlich mehr, als bei mir. Das habe ich mitbekommen, weil man sich gegenseitig vom Tag erzählt hat.
Ja, wir haben aneinander vorbeigeredet und kaum miteinander geredet, daran wollten wir eigentlich (nachdem wir den Psychologentermin hatten) anfangen zu arbeiten.
Zitat von KeepSmile: Das hat dich gestört?
In der Beziehung erst später, als ich ihr gesagt habe, dass ich selbst das Gefühl habe, alles alleine zu machen. Davor fand ich es nicht schlimm, denn ich wollte ihr die Ruhe und den Schlaf geben, den sie für die Nachtschichten braucht. Die Nachtschichten haben viel Kraft von ihr verlangt und taten ihrem Kopf auch nicht gut, da sie dadurch wieder etwas mehr in ihre depressiven Gedanken hineinrutschte. Sie war 2023 so überfordert mit allem und die Arbeit hat sie ziemlich fertig gemacht, was fast dazu führte, dass sie sich das Leben nehmen wollte.
Zitat von KeepSmile: Das hat sie gestört?
Nein, eigentlich fand sie das immer gut. Klar hieß es manchmal "Nee noch nicht, halbe Stunde noch". Na gut, dann bin ich ne halbe Stunde wieder gekommen. Das hab ich gerne gemacht, weil sie sich immer gefreut hatte und mich dort in den Arm genommen hat.
Zitat von KeepSmile: Alles außer den Hund hättest du auch für dich gemacht?
Ja, ich hätte selbstverständlich für mich eingekauft, gekocht und auch das Haus entsprechend sauber gemacht. Da es mit dem Hund aber immer dreckiger, als ohne war, musste ich entsprechend öfter das Haus saugen.
Das Problem hier ist aber, dass sie wenig dazu beisteuerte. Wenn ich einkaufen ging, war es in 3 von 4 Fällen mit meinem Geld. Genau so, wie ich eben alle anderen Kosten am Haus alleine getragen habe. Sie hat mir dafür keine Miete o.Ä. gegeben, weil sie eben noch die Wohnung bezahlen musste. Diese wollten wir eigentlich vermieten, damit es alles entspannter werden würde.. Naja..
Zitat von KeepSmile: Wurde das wertgeschätzt von ihr?
Sie hat gesagt, wie dankbar sie dafür ist. Das hatte sie zwischendurch einmal gesagt und jetzt am 24. Januar hatte sie es mir auch nochmal gesagt. Da sie aber nicht wirklich weiß, wie man Liebe zeigt, da sie dies in der Kindheit auch nicht wirklich erfahren oder gelernt hat, habe ich mich durch die Worte allein nicht wirklich wertgeschätzt gefühlt.
Zitat von KeepSmile: Alles bis zum Ende versuchen, Kindheit auffällig gewesen?
Sind oft abhängige Partner, bis zur selbstaufgabe.
Also in meiner Kindheit habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht, ich hatte, soweit ich mich eben zurückerinnern kann, eine tolle Kindheit und meine Eltern waren immer für mich da. Dort habe ich, meiner Erinnerung nach, auch nie versucht, irgendwas bis zum Ende zu probieren.
Abhängigkeit besteht sicherlich bei mir, denn ich mache viel von meinem Partner abhängig. Sei es mein Handeln oder auch meine Emotionen.
Zitat von KeepSmile: In mehreren lief es nicht gut?
Ähnlichkeiten zu dieser?
Ja, Ähnlichkeiten gab es definitiv. In meiner Beziehung zuvor hatte meine Partnerin schon ein Kind mitgebracht. Ich hab mich einfach nicht in der Lage gesehen mich mit 23 oder 24 Jahren schon um ein Kind zu kümmern. Allerdings fand ich die Frau damals eben auch so gut, sodass ich es probiert habe. Ich denke ich idealisiere diese Frauen immer und denke mir, ich kann nicht ohne sie leben. Was ich gemerkt habe, ich hatte bisher Partnerinnen, die es entweder schwer im Leben hatten oder die nicht "richtig geliebt" wurden. "Richtig geliebt" deshalb, weil diese mir gesagt haben, dass die Kindheit schwer war oder der Partner zuvor sehr schlimm war. Ich mache es mir irgendwie zur Aufgabe, zu zeigen, wie es eigentlich sein kann. Aber das läuft dann eben auch schnell auf eine einseitige Sache hinaus.
Zitat von KeepSmile: Wurde das kommuniziert wie du dich gefühlt hast, was sich geändert hat von Distanz zu Nähe?
Nein, nicht wirklich. Wir haben nicht viel über wichtige Themen miteinander kommuniziert.
Zitat von KeepSmile: Warum ist das so?
Mir würde in den Kopf kommen, dass ich mein Glück viel von meinem Partner abhängig mache. Wenn ich mich umsehe, viele meiner Bekannten und Freunde haben Partner und irgendwie wünsche ich mir das auch.
Zitat von KeepSmile: Sonst was?
Fühle ich mich nicht wohl. Genau kann ich das gar nicht beschreiben. Ich hab dann das Gefühl, dass ich für immer alleine bleiben würde.
Zitat von KeepSmile: Wielange schon?
Puh, bestimmt hab ich mich da schon ab und an mal mit 17 angemeldet. Das war dann auch eher so n installieren und auch wieder deinstallieren. Ich habe die Apps nicht wirklich lange auf meinem Handy behalten.
Zitat von KeepSmile: Wovon versuchst du dich abzulenken?
Von den ständigen Gedanken in meinem Kopf. Ich bin dauerhaft am Überlegen und spinne mir auch Szenarien zurecht. Ich denke Dinge sehr oft kaputt, bis ich vermutlich zu einer völlig falschen Ansicht komme.
Zitat von KeepSmile: Schon gelöscht?
Gar nicht installiert, da ich noch zu sehr an meiner jetzigen "Freundin" hänge. Ich bringe es auch gar nicht übers Herz, sie gehen zu lassen. Deswegen habe ich seit Juni 2024 keine Dating-App mehr auf dem Handy.
Zitat von KeepSmile: Dein Kopf weiß vieles, aber ..
Irgendwie weiß er auch nichts. Denn ich bin in diesen ständigen Gedanken gefangen und ich weiß gar nicht, wie ich damit richtig umgehen soll. Das war auch ihre Aussage, irgendwas ist in meinem Kopf, was mich blockiert.
Ich denke mir, vielleicht ist es besser, wenn man diese Beziehung mit ihr jetzt endgültig gehen lässt. Allerdings ist sie wirklich die einzige bisherige Partnerin, die mich versteht (zumindest mach das für mich den Eindruck) und die mir aktiv versucht hat zu helfen. Sie hat mir gesagt, was Probleme sind und oft waren diese auch zutreffend.
Gerne würde ich es eben nochmal mit ihr probieren. Ein Grund ist vielleicht der, nicht alleine zu sein. Aber definitiv auch der, dass sie mir auch viel versucht hat zu erklären. Ich hoffe, das hab ich irgendwie verständlich rübergebracht.
Ich bin mir auch bewusst, dass das überhaupt nur funktionieren kann, wenn ich eben weiterhin an mir arbeite, diesen Dingen, die ich da oben geschrieben habe, auf den Grund gehe und mich auch in sie hineinversetze. Das Problem daran ist eben nur, dass das alles nicht innerhalb von einigen Tagen oder Wochen besser wird, sondern bestimmt erst mit einigen Monaten, wenn nicht sogar Jahren.
Da wir beide irgendwie ja doch vorgeschädigt sind, sei es ihre Depression und der Gedanke sich selbst das Leben zu nehmen und mein verwirrter Kopf, wird das Konstrukt vermutlich nichts werden. Und wenn man es doch versucht, dann ist es wohl zum Scheitern verurteilt. Vermutlich ist es wohl auch das beste für Sie, wenn ich sie gehen lasse.
Danke, dass du dir die Zeit für all die Zitate genommen hast!