Interessanter Netzfund
https://ritter-gerstner.de/wp-content/u...ynamik.pdfÜber das Trauma der Untreue hinaus:
Ein neuer Blick auf Affären in der Paartherapi
In einem kurzen, aber hochinteressanten Nachwort diskutiert Abrams
Spring eine Frage, die für Paartherapeuten, die heutzutage auf dem Ge-
biet der Untreue arbeiten, von größter Aktualität ist. In ihren Überle-
gungen zum Wert, der der Ehrlichkeit beigemessen wird, stellt sie ganz
richtig fest, dass etwas, das für das eine Paar gut ist, für ein anderes
noch lange nicht gut sein muss. Sie gibt zu bedenken, dass die Aufde-
ckung der Wahrheit für manche Paare nicht unbedingt heilsam oder
produktiv ist. »Selbst wenn Sie entschlossen sind, die Beziehung wie-
der aufzubauen, gibt es keinen allein selig machenden Weg. Für man-
che Paare kann die Wahrheit auch nachteilige und sogar destruktive
Konsequenzen haben. Für andere ist sie die Voraussetzung dafür, dass
sie eine beschädigte Beziehung wieder aufbauen können. […] Bei der
Suche nach der bestmöglichen Strategie kann es also hilfreich sein, zu
fragen: »Für wen ist sie am besten?«. Weiterhin schreibt Abrams
Spring, dass es für die Wiederherstellung der Intimität nicht ausreicht,
seine Untreue zu bekennen: »Viele untreue Partner bewahren ihr Ge-
heimnis und sprechen stattdessen an, was ihnen in der Beziehung
Schwierigkeiten macht. Diese Lösung ist erwägenswert, denn natürlich
kann man seinen Partner mit der eigenen Unzufriedenheit konfrontie-
ren, ohne dass man deshalb die Affäre enthüllen und den Partner vor
die mühselige und heikle Aufgabe stellen muss, wieder Vertrauen zu
fassen und zu verzeihen.«