Zitat von VictoriaSiempre: Klar hat jede/r das Recht, Konventionen zu durchbrechen. Meiner Meinung nach aber auch die Pflicht, das seinem Partner/seiner Partnerin mitzuteilen. Jupp, ich bin da Spießer Ansonsten: Machen, nicht jammern, nicht bereuen.
Ja, fürs Machen, Tun, fürs Leben und Erleben bin ich ja auch.
Allerdings ist es vielleicht verstandesmäßiges Wunschdenken, seinem Partner dieses und jenes gleich einmal mitzuteilen, aber real läuft es halt so nicht. Und mir ist das nur zu verständlich.
Das einzige Gewisse, das man über das Leben sagen kann, ist, dass es ungewiss ist. Und deshalb, meine ich, sollte man ab einem gewissen Alter eben von sich aus auf alles vorbereitet sein, also auch auf anderwärtige Lust- und/oder Liebesausbrüche. Dann kommt man vielleicht ohne Traumen und Therapien davon.
Aber natürlich kann man es auch so machen wie meine Exex. Die hat sich scheiden lassen und sich eine eigene Wohnung genommen, noch ehe wir uns überhaupt das erste Mal gesehen hatten.
Es scheint mir aber nicht so, als ob dieses konforme und anständige Verhalten einen Glücksstern heraufbeschworen hätte.
Wobei ich aber glaube, dass sie einfach aus ihrer Ehe abspringen wollte, die schon lange Jahre nur noch eine WG war. Und ihre plötzliche schwärmerische Verliebtheit war dann halt der Zündfunke dazu.
Zitat von VictoriaSiempre: In diesem Thread geht es jedoch nicht um Deine oder meine moralischen Betrachtungen. Es hat ne Frau geschrieben, die sich anderweitig verliebt hat (passiert), super Sex hatte (Glückwunsch), auf ein ganz und gar spießiges „Okay, ich bin bereit!“ des Lovers gewartet hat und zum xten Mal erlebt, dass er das nicht ist.
Ja, das habe ich verstanden. Und ich finde es halt schön, wenn sich jemand verliebt. (Alle fortwährend im Verliebtheitszustand - was wäre das für eine wunderbare Welt!) Nebenumstände sind für mich da nicht relevant. (Wobei ich den Eindruck hatte, es gehe sogar um mehr als "nur" verliebt.) Dass ihrem Geliebten dann die Sache offenbar zu heiß geworden ist, ist ja wieder eine andere Geschichte.
Ich habe dazu ja auch geschrieben, falls Du es nicht gelesen haben solltest, sie solle sich nun erst einmal möglichst auf sich selber zurückziehen und weder mit ihrem Mann noch ihrem Geliebten verstrickt bleiben. Man muss in solchen Situationen ja erst einmal die Dämpfe, sowohl die süßen als die giftigen, ausdampfen lassen und zur Ruhe kommen. Von ihrem Alter her steht ihr das Leben offen. Und aus dieser Misere heraus können sich durchaus völlig andere Wege bilden.
Jedenfalls zeigt ein solches Straucheln doch immer, dass etwas schwerwiegend im Argen liegt, auch wenn die Fassade vielleicht noch so glänzen mag. Und es scheint mir, auf längere Sicht gesehen, ja nicht von Übel zu sein, wenn einem ein gnädiges Schicksal dann mal die Augen öffnet, selbst wenn daraus erst einmal die Tränen tropfen.
Ok, norddeutsch und evangelisch pragmatisch. Vor allem das Pragmatische scheint bei Euch da oben auf Hochtouren zu laufen.
Gut, in dem Fall bin ich tatsächlich so ungefähr das Gegenteil. Österreichisch (also in gewissem Sinne süddeutsch) und künstlerisch auf- und davongeflogen.
