michat78
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nachdem ich schon ein paar Wochen stiller Mitleser bin möchte ich heute auch meine Geschichte erzählen.
Meine Frau und ich sind seit 25 Jahren zusammen gewesen, davon 17 Jahre verheiratet. Wir haben eine
Tochter im Alter von 13 Jahren und lebten in unserem kleinen Häusschen, finanziell abgesichert. Soweit so einfach.
Leider erschien vor 5 Wochen beim gemeinsamen Abendessen eine Benachrichtigung vom bekannten Seitensprung-Portal
c-Date auf dem offen liegenden Handy meiner Frau. Auf meine Frage was das für eine seltsame Nachricht sei spielte meine
Frau die Situation herunter. Später am Abend wollte ich dann die ganze Wahrheit wissen. Und in diesem Moment brach für mich die Welt zusammen. Sie offerierte mir in einem eiskalten Ton das Sie seit einem halben Jahr online auf diversen Dating-Seiten aktiv sei, schon mit mehreren Männern in Hotels und fremde Wohnunen geschlafen hat und dies auch zuküntig tun will. Ihr reiche unsere Ehe nicht mehr aus, sie verpasse etwas und wolle ein neues Leben und sich von mir trennen.
BUMMS, Herz und Hirn explodierten gleichzeitig, der Schock traf mich mit voller Wucht.
Warum? Wieso habe ich nichts gemerkt, oder merken wollen? Was ist hier gerade passiert?
Nur noch Leere.
Die nächsten Tage waren die Hölle. Ich habe aus Verzweiflung nur noch unkontrolliert geweint und konnte keine klaren Gedanken mehr fassen. Und wir haben unserer Tochter die Entscheidung zur Trennung mitteilen müssen. "Mama und Papa haben sich nicht mehr lieb, wir haben uns immer gestritten, daher liebe Tochter, trennen wir uns.", so erzählten wir es ihr.
Ja, wir haben uns gestritten, für mich normal in einer Ehe, es gibt Streit, dann Kompromisse oder im Idealfall eine einvernehmliche Lösung. Aber für mich wäre dies niemals ein Trennungsgrund. Doch sei es drum, diese "Wahrheit" haben wir präsentiert.
Und wir haben miteinander gesprochen. Ich wollte wissen ob ich noch eine Chance in ihrem Herz habe, sie verneinte.
Wir hätten uns auseinander gelebt und Sie will die Abenteuer. Und ja, Sie hat Recht. Wir haben uns in unsere Komfortzonen zurück gezogen und dem anderen nicht mehr die Aufmerksamkeit geschenkt die er sich wünschte. Als Paar haben wir nur noch selten etwas gemeinsam unternommen. Obwohl es uns beiden fehlte. Und wir haben nicht offen und ehrlich miteinander gesprochen. Auch das Thema Sex wurde behandelt, ich bot mich jetzt wie ein verliebter Schuljunge an, ein Angebot für das ich mich (obwohl nicht vollzogen) heute mehr als schäme. Damit wollte ich in diesem Moment noch etwas retten was nicht mehr zu retten war. Sei´s drum.
Finanziell waren wir uns erstaunlich schnell einig, sie lässt mir das gemeinsame Haus und bekommt eine finanzielle Entschädigung. Unser Tochter soll im Wechselmodell betreut werden und so gemeinsam umsorgt werden.
Und sie hat sich eine Wohnung besorgt, leider erst bezugsfertig im Oktober.
Jetzt, 4 Wochen später sind viele Dinge bereits geklärt, Notar, Banken, Anwalt und es geht Schritt für Schritt vorwärts.
Leider ist die Nüchternheit mit der ich diese Zeilen verfasse noch nicht gänzlich in meinem Herz und Kopf angekommen.
Da wir uns jeden Tag noch sehen kann ich nicht loslassen. Denke ich an sie werde ich traurig und fühle mich extrem einsam.
Und das obwohl mir die Notwendigkeit der Trennung bewusst ist und ich am Ende gestärkt aus diesem Lebensabschnitt hervorgehen werde. Ich werde daher fest daran glauben das die Zeit die Wunden heilt.
Wir werden sehen wie es weitergeht, ich werde berichten.