Zitat von alleswirdbesser:Das sehe ich auch so. Aber dann wäre doch die Akzeptanz der nicht mehr monogam Beziehung auch für die Zukunft die Voraussetzung deine Frau so zu akzeptieren wie sie ist. Und nicht die Ansage, dass du weg bist, sollte es nochmal vorkommen. Denn dann tust du genau das nicht, sie als Person akzeptieren, die nicht ...
Das kannst du natürlich so twisten, aber wird deshalb nicht richtig.
Die Frage ist doch (immer): Will ich mit diesem Menschen zusammensein, was kann und was will ich akzeptieren.
Aber ich will nicht aus diesem Menschen einen anderen Menschen machen.
Ohne jetzt jemanden persönlich angreifen zu wollen.
Nehmen wir an, du hast einen tollen Partner.
Jetzt geht er fremd.
Und jetzt kommt das, was viele nicht erkennen wollen, aber insgeheim wissen: Alles, was wir tun, prägt uns. Das eine mehr, das andere weniger.
Jetzt wollen einige offenbar die Person zurück, die sie vor dem Fremdgehen hatten. Dazu muss alles getan werden, um das Fremdgehen irgenwie "rückgängig" zu machen. Schuldzuweisungen, Sühne (so wird das hier nicht formuliert, da kommt dann eher ein "und was macht deine Frau eigentlich für die Beziehung") und so weiter. Dann kann man großzügig Verzeihen (eigentlich nur ein Machtspielchen). Jetzt weiß man aber, dass man alles daran setzen muss, dass es auch so bleibt: Verbote (hier gerne als Grenzen setzen nett umformuliert), Kontrolle (da gibt es hier auch einige nette Umschreibungen) etc.
Und warum das alles: Aus Angst. Und woher kommt die Angst (die ganz oft vorher, jedenfalls in dem Maße, nicht da war).
Aus der Erkenntnis.
Die Person, mit der man vor der Affäre zusammen war, gibt es nicht mehr. Diese Person ist weg. Ein für allemal.
Jetzt geht es nur noch darum, die neue Person zu akzeptieren. Die Person, die eben fremdgegangen ist. Die dieses Erlebnis hatte. Die gelernt hat, wie man eine Affäre führt (die gelernt hat, zu verheimlichen, Partner und Kinder anzulügen etc), eben was alles dazu gehört. Die immer in ihrem Hingerkopf behalten wird, wie es sich mit dem/der anderen angefühlt hat, wie der 6 war, wie toll (oder auch nicht) die Gespräche sich angefühlt haben, wie es war zu küssen und wie es war, den Partner bei alldem auszublenden.
Das alles ist mit der Person verbunden. Und wird mit all den Konzepten wie Kontrolle, Schuld etc. niemals wieder verschwinden.
Und die einzige Frage, die sich stellt ist: Kann ich bzw. kannst du, wenn du in dieser Situation bist, mit dieser Person zusammensein. Kannst du diese Person akzeptieren?
Das ist die einzige relevante Frage hier. All der Käse, der in den seitenlangen Ketten hier diskutiert worden ist, ist für mich ziemlich unwichtig bzw. vielleicht sehe ich es morgen wieder anders. Und dieses Thema von wegen Angst oder diese hypothetischen Fragen (was ist wenn sie es wieder macht) spielt überhaupt keine Rolle. Nur diese eine Frage ist wichtig.
Wahrscheinlich kann man die Diskussion jetzt auch wirklich abschließen. Es wird sich nur immer wieder im Kreis drehen ohne jeglichen Erkenntnisgewinn.