Zitat von Martin123: Sollte es für mich nicht viel wichtiger sein, mir klar darüber zu werden, wie ich über sie denke und was ich will?
Volle Zustimmung an der Stelle.
Zitat von Martin123: Ihr habt alle so wahnsinnig viel Angst. Dank meiner Therapie bin ich darüber hinweg.
Ersetze mal Angst durch (erlernten) Respekt für die eigenen Grenzen.
Zitat von Martin123: Ist die Person, mit der ich zusammen bin, die Person, mit der ich glücklich sein will? Kann ich die Fehler akzeptieren? Oder nicht?
Richtige Fragen, ich würde aber dennoch auch noch um den Kontext ergänzen, ist diese Person dies auch alles, weil ich nicht aus einem Mangel heraus agiere.
Zitat von Martin123: Der Glaube, man kann jemand mit 40 Jahren noch erziehen kann, ist völlig absurd. Grenzen müssen ständig kontrolliert werden (z.b. dass sie sich nicht heimlich trifft). Kontrolle und Verbote, damit kann man eine kaputte Beziehung vielleicht noch 2,3 Jahre aufrecht erhalten. Und dann scheitern sie doch. Wem ist damit geholfen? Für mich ist das reine Verschwendung von Lebenszeit.
Ähm dieses Schwarz/Weiß oder an/aus ist aber schon extrem tief in Dir verankert oder. woher kommt das denn?
Es gibt große Unterschiede zwischen, ich wünsche mir etwas von meinem Partner, ich (!) kann mit bestimmten Vorstellungen meines Partners so keine Beziehung leben und ich versuche, meinen Partner zu erziehen. Du bist da in meinen Augen in großen Extremen gefangen und verkaufst Dir bedingungslose Akzeptanz als erwachsene Liebe auf Augenhöhe.
Zitat von Martin123: Was heißt für dich verzeihen?
Ich sage: Ich verzeihe dir? Und dann ist es weg wie wenn nichts gewsen wäre (weil genau das heißt verzeihen). Ein absoluter Irrglaube.
Es funktioniert nur: Akzeptieren. Ich lerne, zu akzeptieren, dass es passiert ist. Aber es ist ein langer Prozess, der vielleicht nie abgeschlossen sein wird. Nur so kann es überhaupt funktionieren. Aber es macht etwas mit einem. Man lernt, zu akzeptieren, betrogen zu werden.
Akzeptanz brauche ich für jede Richtung. Egal, ob man sich trennt oder zusammenbleibt, dafür natürlich ist Akzeptanz des Geschehenen notwendig.
Verzeihen demgegenüber braucht es für die Ehe 2.0. Ich für mich kann nicht mit jemandem langfristig zusammen sein, dem ich die begangenen Verfehlungen nicht verziehen habe. Das kann ich mit meinem Bild von romantischer, partnerschaftlicher Liebe nicht vereinbaren.
Deine Unwilligkeit bzw Unfähigkeit des echten Aufarbeitens mit dem Konzept radikaler Akzeptanz umgehen zu wollen, halte ich für einen sehr bedenklichen Lösungsansatz.