Zitat von Stolperherz:Ich persönlich, wäre selbst im Traum nicht darauf gekommen, in meinem Ehevertrag festzuhalten: "was wäre, wenn mein Mann, den ich beabsichtige zu heiraten und für immer mit ihm zusammen bleiben möchte, sich eine jahrelange Zweitbeziehung zulegt, diese aus der Haushaltskasse finanziert, sie selbst bei Auffliegen nicht aufgeben will... u.s.w....")
Hätte sie machen sollen als sie mit 20 in diese Abhängigkeitsehe gegangen ist. Aber wer denkt schon an sowas?
Es gibt genug Menschen, die ohne Ehevertrag heiraten - damals wie heute.
Wenn man aber schon einen aufsetzt, dann erscheint es geradezu paradox,
nicht an sowas zu denken.
Wofür
sonst tut man das denn, wenn
nicht, um die Folgen einer etwaigen Trennung zu regeln?
Und welcher Scheidungsgrund könnte
klassischer sein als das Führen einer Affaire?
Zitat:Ich hatte eben auch nicht das Gefühl, dass sie ein grundsätzliches Problem mit dem Ehevertrag hat, sondern damit, dass er lügt und betrügt und er trotzdem keinerlei Nachteile erleiden soll, obwohl er maßgeblich am Scheitern der Ehe schuld ist.
Das Schuldprinzip war schon seit rund 20 Jahren abgeschafft, als diese Ehe geschlossen wurde. Dafür gab und gibt es gute Gründe; dieser Status quo ist schlicht zu akzeptieren.
Im übrigen kennen wir nur ihre Seite der Medaille. Daher wäre ich mit "Schuld"zuweisungen zurückhaltend und auch damit, ihre Anteile zu proportionieren ("maßgeblich").
Zitat:Sie erkennt halt, dass er für diesen Worstcase vorgesorgt hat - wer weiß wie lange schon.
Von Anfang an natürlich; für einen Geschäftsmann ist das auch nicht weiter erstaunlich.
Zitat:Sie wird einfach noch etwas Zeit brauchen um diese ganzen neuen Erkenntnisse zu verarbeiten, zu analysieren was sie weiterhin möchte und den Mut zu finden den gewählten Weg zu beschreiten, egal ob an der Seite ihres Mannes oder alleine.
Ich finde es übrigens o.k. von ihm, daß er ihr diese Zeit läßt. Immerhin ist es
auch seine Ehe bzw. es geht
auch um seine persönliche Zukunft, je nachdem, wie sie sich entscheidet. Daher hängt
auch er mit einem wichtigen Teil seines Lebens in der Luft, solange sie das tut.
Sein Doppelleben ist vor
über einem Jahr (die Rede war von 14 Monaten) aufgeflogen. Die TE schilderte, daß nicht mal sie selbst imstande war zu sagen, was sie sich jetzt eigentlich von ihm erwartet, daß sie ihm nach Feierabend regelmäßig hysterische Szenen macht und auch, daß sie Trennung offen als Option ins Kalkül gezogen hat. (Soviel zum Thema "
etwas Zeit brauchen".)
Klingt für mich nicht nach einer konstruktiven Problemlösung, sondern nach Dauerschmollmund und ohnmächtiger Suche nach einem Machtknopf, den sie drücken kann. Sollte sie die "Tipps" der Püschologin tatsächlich befolgen, wird das diesen Entfremdungsprozess
noch weiter befördern: Der Mann wird das Spielchen durchschauen und dahingehend durchkreuzen, daß er sein Doppelleben
weiter ausbaut, bis er irgendwann einfach
gar nicht mehr heimkommt, weil es bei der Affaire gemütlicher ist.
Er
hat nämlich die Möglichkeit und ist damit in der
Position dazu - und er
ist skrupellos.
Fakt ist, daß
- der Ehevertrag ihm drei Viertel seines Vermögens sichert.
- nachehelicher Unterhalt inzwischen anders geregelt ist als vor 20 Jahren.
- die Kinder irgendwann flügge sein werden.
- Schönheit ein vergängliches Gut ist und die TE bis dahin deutlich älter sein wird.
Spätestens an dem Tag, wo ihr Nutzen sich für den Mann überlebt hat, sollte die TE entweder einen Job, oder ein eigenes Geschäft, ein eigenes Vermögen oder einen neuen Partner parat haben, von dem sie weiterleben kann. Ansonsten wird sie buchstäblich alt aussehen.
Es ist ihre Entscheidung, ob sie jetzt noch weitere Monate oder Jahre den Kopf in den Sand stecken und sich in ihrem Wolkenkuckucksheim vergraben will, oder ob sie die Schippe in die Hand nimmt und dafür sorgt, daß sie bis dahin autark geworden ist - übrigens auch, was ihre Altersversorgung betrifft.
Ob und wann sie sie trifft, muß sie selbst wissen und ich wiederhole auch gern nochmal, daß
ich mir diesbezüglich
nichts weiter erwarte: Es ist
ihr Leben, nicht meines und
sie muß es für sich führen, nicht für mich, nicht für andere Forumsteilnehmer, nicht für irgendjemand sonst (abgesehen von ihren noch minderjährigen Kindern), sondern für
sich.
Der Erde ist das egal.