Zitat von Kinbakubi:Ich brauche nochmal Rat und Unterstützung, wie ich bezgl der Abschaffung Gütertrennung meinem Mann gegenüber argumentieren kann. Mein Mann sieht nicht ein, warum ich Fifty Fifty als Bedingung für einen Neuanfang stelle.
Ich auch nicht.
Meines Erachtens steht Dir ein Viertel zu: 2 Anteile für Eure Kinder, 1 Anteil für ihn, einer für Dich.
Tragt Eure Immobilie(n) auf die Kinder ein (in Form einer Grundschuld), sichert einander jeweils den Nießbrauch zu Lebenszeiten und vereinbart für die Zeit, bis sie flügge sind (also nach abgeschlossener Erstausbildung) einen angemessenen Unterhalt für Dich - sofern Du diejenige bist, bei der sie wohnen bleiben und die sich um ihre weitere Erziehung und Versorgung kümmert. So habt ihr weniger darüber zu streiten, ob
Du oder
er was bekommt, weil es von vornherein bei zwei jungen Menschen landet, denen
Ihr beide es von Herzen
gönnt.
Das läßt Dir Zeit genug, Dich auf die Autarkie vorzubereiten, die Du danach erreicht haben mußt. Ab da gehst Du ohne Unterhalt und mit eigenem Einkommen durchs Leben wie Millionen andere geschiedene Frauen auch.
Zitat:Wir hatten nur die Absprache, dass ich geeigneter bin, Karriere zu machen und Geld zu verdienen, und dass wenn wir beide voll arbeiten, dann beide gestresst sind, die Lebensqualität insgesamt leidet. Ich arbeite von der Intensität und Stundenzahl ja auch quasi für zwei.
Wenn Dein Mann f
ür zwei arbeitet (also mindestens 16 Stunden täglich), dann ist es umso unfairer, wenn ]Du
mehr als 1/4 seiner Einnahmen von ihm forderst. Sorry, aber er
leistet da schlicht
mehr als Du bzw. als ein Mann, der 8 Stunden täglich arbeitet und entsprechend weniger verdient damit.
Zitat:(Meine Anmerkung: Ich hätte mich bundesweit um einen Job bewerben müssen, eine Teilzeitarbeit wäre mir lieber gewesen, hatte ich nicht gefunden, getrennt leben wollten wir nicht, außerdem hatten wir zwei kleine Kinder.)
Hör bitte auf, eine Unmöglichkeit darstellen zu wollen, die so nicht existiert.
Es gibt genug Eltern, die bekommen es auf die Kette, gemeinsam Vollzeit zu arbeiten und dennoch wohlgeratene Kinder zu haben, mit oder ohne getrennte Wohnungen. Bei denen haben der Beruf und die daraus resultierende Autarkie aber auch klare Priorität im Leben.
Das sind übrigens die Menschen, die von Edel-Hausfrauen wie Dir noch in den 1990er Jahren mitleidig beschmunzelt wurden, sofern "Ihr" sie nicht gleich als "karrieregeile Rabeneltern" beschimpft habt.
Zitat:Du findest schnell einen neuen Mann, der vermutlich gut verdient, und wenn wir fifty-fifty machen, dann hast Du plötzlich mehr als ich!
Eben.
Zitat:Es ist nämlich gar nicht so klar, ob ich weiter so gut verdiene.
Schon deshalb solltest Du zusehen, daß Du selbst in Brot und Arbeit kommst. Denn das ist keineswegs nur als latente Drohung zu sehen (daß er sein offizielles Einkommen bewußt reduzieren wird, um weniger für Dich übrig zu lassen), sondern kann auch durch äußere Umstände so kommen, auf die er keinen Einfluß hat (Krankheit, Tod, Kündigung, Markt für Geschäftskunden bricht weg, etc.).
Zitat:Ich: Ein Geschäftsmodell, bei dem Du den meisten Gewinn für Dich behältst!
Das sehe ich anders, denn er arbeitet
für zwei und Du konntest Dich bereits rund 20 Jahre lang erfolgreich dem Stress
entziehen, dem Menschen wie er
dabei ausgesetzt sind. Ich kann Deine Argumentation daher ebensowenig ernstnehmen wie er, sorry.
Zitat:Es passt, dass Du mir damals den Heiratsantrag mit dem Argument der steuerlichen Vergünstigung gestellt hast.
Es
passt aber auch, daß
Du ihn auf
dieser Basis
angenommen hast.
Zitat:Ich: Diese Idee hast Du 10 Jahren später verwirklicht. Was tust Du denn sonst noch, ohne Dir dabei etwas zu überlegen? Es stellt sich dann immer heraus, alles wunderbar für Dich. Das war alles keine Absicht, gell?
Es ist
nicht sein Problem, daß
Du nicht überlegst, bevor Du etwas tust und dann die Folgen nicht tragen und die Verantwortung dafür abgeben willst.
Das ist kindisch und es ist
Dein Problem - und zwar eines, das Du dringend bearbeiten solltet, denn sonst wirst Du auch künftig immer nur reagieren
müssen, statt agieren zu
können, wie er.
Übrigens ist das auch einer der Hauptgründe, warum er "geeigneter" für eine Karriere war als Du (siehe oben).
Ihm
das jetzt vorzuwerfen, nachdem Du selbst jahrelang
mitprofitiert hast von den Früchten eben dieser Denke und sogar jetzt noch meinst, dies auch über eine etwaige Trennung hinaus tun zu müssen, ist paradox - nett ausgedrückt.