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Ehe ohne Sex Bin ich Partner oder nur der Butler?

Birkai
Zitat von Nick-Hall:
Gibt es hier Partner von MS-Erkrankten, bei denen die Krankheit zu einer psychischen Apathie führt, während im Job noch alles funktioniert?

Viele Menschen mit chronischen Erkrankungen haben ein anderes Energielevel als gesunde Personen. Da kann das ausführen eines Jobs schon dazu führen, dass der Energiespeicher leer ist. Zur Veranschaulichung für Außenstehende gibt es die Löffel- Theorie. Ich finde, dass es damit recht gut erklärt wird.

Vielleicht befasst ihr euch mal mit dem Thema somatopsychische Störung. Das sind psychische Belastungen als Folge von Erkrankungen.

Das Problem bei vielen chronischen Erkrankungen ist, dass man sie nach außen nicht sieht. Das heißt aber nicht, dass sie keine Folgen oder Probleme mit sich bringen.

#46


Worrior
Der TE befindet sich in einem großen Loyalitätskonflikt.
Er möchte niemanden verletzen, möchte die Partnerin nicht verletzen.
Seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse hat er hinten angestellt.
Das alles spricht für ihn und sein Wesen.
Zudem hat er selbst noch seine Baustelle.
Wenns kommt dann halt richtig dick, das kennen wir ja.
Er sieht dass es da draußen noch etwas anderes gibt.
Zärtlichkeit, körperliche Nähe, 6ualität.
Das hat er lange zurückgehalten doch er möchte auch daran teilhaben.
Ich empfinde dieses Verlangen als ganz normal.

Doch auch mich drängt die Frage wie diese Beziehung überhaupt zustande kam?

#47


A


Ehe ohne Sex Bin ich Partner oder nur der Butler?

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Inexplicitus
@Schnuddel74 Dafür wurde dieses Forum ja nunmal einst geschaffen. Um uns gegenseitig zu unterstützen, mit Rat und Tat in der Not beizustehen.🙂

x 1 #48


Nick-Hall
Ich danke schon mal für die Zahlreichen Antworten und versuche einige angesprochene Dinge direkt aus dem Weg zu Räumen.

1. Eine Pflegestufe wurde bereits ausgeschlossen, da die MS nicht annähernd ausgeprägt genug ist.

2. Meine PTSD stammt aus Militär, Polizei und Anti- Terror Dienst. Daher fällt es mir generell schwer um Rat oder Hilfe zu fragen. Denn:

3. Bin ich der einzige von 7 Kindern der überlebt hat. Und in meiner Familie war Schwäche nicht vorhanden. Sondern man kämpft durch. Das ist einer der Gründe für meinen internen Konflikt.

4. Ich habe bereits mehrere Gespräche geführt und die Dinge klar aufgenommen. Nach einer Tour "wir drehen den Spieß" um kommt eine Trotzzeit von ca. 2 Stunden. Dann kommt eine Entschuldigung und es geht ca. 4 Tage gut. Dann fällt Sie automatisch wieder in den gleichen Trott. Zum Arzt will Sie nicht gehen auch wenn alle Seiten auf Sie einreden (Auch Ihre Freunde)

5. Sie hat privat ja auch genug Energie wenn es um Dinge geht, die Sie interessiert. Wenn ich z.B. sage "Am Samstag räumen wir die Wohnung zusammen auf, dann sitz ich, nachdem ich drei Tage am Stück wach war, Samstags alleine da. Denn die Beste Freundin dann zu besuchen um mit Ihren Kindern zu spielen oder drauf aufzupassen geht dann. Es geht dann aber auch zum Basketball in die Halle zu fahren, nach der Arbeit. Oder zu einer Messe für drei Tage zu fahren und 12 Stunden auf der Messe rumrennen geht auch.

5. Mittlerweile ist sex aber auch von meiner Seite nicht mehr denkbar. Die Anziehung ist mittlerweile nich mehr vorhanden. Daher auch der letzte Schritt über meinen eigenen Schatten zu springen uns um Rat zu fragen.

Ich bin jemand der muss eine Verbindung mit jemandem haben sonst klappt das nicht. Ich hab sowieso wegen der PTSD eine Aversion gegen Anfassen. Es fällt mir sehr schwer überhaupt irgendjemanden heran zu lassen. Weswegen ich auch langsam so verzweifelt bin. Denn wenn es mir schon zu viel zu wenig menschlicher Kontakt wird, dann heisst das schon was.

6. Habe ich in den ersten Jahren knapp 320 Stunden im Monat gearbeitet, meistens Nachts. Und Sie war noch in Vorständen etc. von Ihrer Arbeit und sie ist von Messe zu Messe und Kongress zu Kongress. Dann kam die Krankheit und ich dachte ok, erst mal da drauf konzentrieren. Dann dachte ich, weil Sie an mir so festgehalten hat, dass es vielleicht durch die Hochzeit, die wir ja schon Jahre vorher geplant hatten, besser wird. Aber seitdem wirds schlimmer. Ich hab auch schon klar mal gesagt, dass wenn nicht langsam Besserung eintrifft, ich das als Trennungsgrund sehe. Danach ging es dann eine Woche gut.

Ich hab einfach keine Kraft mehr, zwinge mich aber noch Musik zu machen und aufzutreten, weil ich in Reha gemerkt habe, das es mir hilft Menschen um mich herum auszublenden. Und vor ein paar Wochen hab ich dann auch auf einmal gemerkt, das ich innerlich wirklich noch nicht bereit bin zu resignieren. Seit meiner PTSD Diagnose vergeht für mich die Zeit ein wenig schneller als für andere. Wochen fühlen sich an wie Stunden, Monate wie Tage. Und mir schwirrt neuerdings nur noch der Gedanke rum das meine Zeit abläuft. Was mich wieder dazu geführt hat über meinen eigenen Schatten zu springen.

Danke

Nick

x 1 #49


P
Hallo @Nick-Hall
Danke für die weiteren Erklärungen.

Um kurz das mit dem Haushalt anzusprechen - mein Vorschlag war eine Haushaltshilfe, damit die erste Baustelle etwas ordentlicher wird und dadurch auch Deine Seele etwas zu Hause entspannen kann. Der ständige Stress durch Chaos muß nicht sein. Kann organisiert werden, auch als Selbstzahler.

Jetzt zu Deiner Eingangsfrage:
Du hast mal Dein Wort gegeben. Und daß das für Dich hoch zählt finde ich ehrt Dich. Das sollte es eigentlich öfter geben.

Jetzt kommen aber verschiedene Aspekte dazu. Die Bedingungen, unter denen Dein Versprechen gegeben worden sind, scheinen sich ja geändert zu haben.
Also wenn Deine Frau sich auf Dein Versprechen hin sich selber an nichts mehr hält, sondern dies zum Ausnutzen führt, dann finde ich, daß das sehr wohl ein Grund ist, das eigene Versprechen nochmal zu überprüfen.
Denn:
Respekt und Vertrauen sind keine Einbahnstraße. Das sollte von beiden Seiten kommen. Ist das von einer Seite aufgekündigt, dann ist die ganze Abmachung aufgekündigt.

Das ist eine Sichtweise, die Du Dir anschauen kannst.

x 1 #50


alleswirdbesser
@Nick-Hall und warum denkst du, dass du weiter bei ihr bleiben musst, weil du es ihr versprochen hattest? So wie du ihr Leben schilderst, wird sie ohne dich nicht untergehen, sie ist nicht krank und hilflos, sondern nimmt weiterhin aktiv am Leben teil, hat Freunde, verbringt Zeit mit ihnen. Dein Leben scheint sogar etwas trostloser zu sein. Willst du etwa bleiben, um den Haushalt zu führen, während sie ausgeht oder sich ausruht? So hast du dein Versprechen doch sicher nicht gemeint?

Ich meine du bist derjenige, dem etwas fehlt und der etwas gibt, aber nichts bekommt. Sie lebt ihr Leben nach ihren Vorstellungen. Sie braucht keine Intimitäten, sie lässt die Hausarbeit liegen, sie geht weg und hat dafür die Energie, für dich hat sie sie nicht. Wenn du es anders haben möchtest, liegt es an dir tätig zu werden. Denn sie hat wohl alles, was sie will.

x 2 #51


Sienna
@HeavyDreamy
Danke fürs rufen. Ich dachte tatsächlich dass ich hier eher nicht schreibe, weil was richtig Schlaues hab ich auch nicht beizutragen.

Ich kann mich beim Erschöpfungsthema einfühlen, denn etwas was mir nicht klar war ist diese gnadenlose Müdigkeit, die diese Krankheit mit sich bringen kann. Und der springende Punkt ist: trotzdem will man ja irgendwie leben und nimmt dann die verbleibende Energie auch lieber für was Lustiges.

Aber um ehrlich zu sein habe ich gar keine Lust darüber weiter auszuholen, denn der Punkt ist für mich diese Enthaltsamkeit. Und da kann ich mich in die Frau leider gar nicht hinein versetzen. Nicht aus Sicht dieser Krankheit. Erklärungen könnte ich finden, aber dafür braucht man meines Erachtens nicht MS.

x 3 #52


Inexplicitus
@Nick-Hall
Danke erstmal für Deine Antworten. Ich gratuliere Dir zu Deiner Erkenntniss und auch Einsicht, denn das ist der erste Schritt und vor allem der Richtige.

Bitte hör auf die Aktionen Deiner Partnerin zu bewerten. Ich verstehe Deinen Frust, aber ihre Reaktionen bewerte ich als Fluchtreaktion....Flucht vor Dir. Ich weiß, das klingt hart, aber ich bin mir sicher das sie Abstand zu Dir gewinnen möchte, wann immer es möglich ist. Die Anerkennung einer Pflegestufe kann auch richterlich angeordnet werden.

Lass uns vorerst auf Dich konzentrieren! Ich war selbst im Einsatz 2002, direkt nach den Anschlägen, ich hoffe das genügt Dir. Du weißt was ich meine.

Bei Deinem Hintergrund kommt nur eine Betreuung oder Therapie in einem Militärkrankenhaus in Frage. Die nehmen auch Veteranen auf, also auch Zivilisten. Allerdings muss das ganze über die Krankenkasse laufen, und am sichersten geht das nur, wenn hier auch ein Richter hinter Dir steht, vor allem ein Betreuer. Dieser wird für Dich alles notwendige erledigen, damit Du entlastet wirst. Stolz mein Freund, ist jetzt, in Deinem Zustand Dein größter Feind.

Ruf bitte bei Deinem zuständigen Amtsgericht an, und bitte um eine gerichtlich bestellte Betreung. Am besten gleich morgen früh! Vertrau mir, einen anderen Weg gibt es nicht. Hier in Deutschland gibt es keine zivile Einrichtung die Dich in diesem ganz speziellen Fall unterstützen kann, das kann ich Dir versichern. Nochmal: Wenn Du Halt brauchst, wenn Du jemanden brauchst der Dich begleitet, dann melde Dich per PN bei mir und wir telefonieren einmal, wenn Du es wünschst. Dann erkläre ich Dir gern alle Schritte im Detail. Du bist schon soweit gekommen, gib Dich jetzt nicht auf. Es kann nur besser werden, aber Du musst eine Entscheidung treffen.

#53


HeavyDreamy
@Nick-Hall Hey

Zitat von Nick-Hall:
Gibt es hier Partner von MS-Erkrankten, bei denen die Krankheit zu einer psychischen Apathie führt, während im Job noch alles funktioniert?


Ich bin selber ms-krank, habe nach der Diagnose noch 9 Jahre gearbeitet, bis ich dann merkte, dass ichs einfach nicht mehr packe.
Ich tat mir unheimlich schwer, zu kündigen, da das Finanzielle eben auch ein Grund spielt.
Wer gibt schon gerne das Arbeiten auf? Kenne da kaum jemand.

Aber ich musste letztendlich den Schritt machen, habe das finanzielle in Kauf genommen.
Haushalt konnte ich danach viel besser schmeissen, auch konnte ich besser schlafen.
Ich begann mich um mich zu kümmern, was mir gut tat und was sie auch auf die MS positiver auswirkte.
Auch hab ich mit der Physiotherapie vor ein paar Jahren gestartet und sehe darin nur positives, da Bewegung mir unheimlich gut tut, ich habe auch generell ein Mensch bin, die sich gerne bewegt Lachendes Gesicht

Und ich liebe es, meinen Haushalt alleine zu schaffen, aufgeräumt zu haben, sauber zu haben.
Bisher muss mir der Pflegedienst nur in einer Sache helfen - voll oke Lachendes Gesicht Toi Toi Toi.



Zitat von Nick-Hall:
Meine Frau ist körperlich bisher kaum eingeschränkt

Zitat von Nick-Hall:
Sie bewegt sich kaum, beteiligt sich absolut nicht am Haushalt und lässt alles an mir hängen

Zitat von Nick-Hall:
aber sie geht weiterhin ganz normal arbeiten.

Zitat von Nick-Hall:
5. Sie hat privat ja auch genug Energie wenn es um Dinge geht, die Sie interessiert. Wenn ich z.B. sage "Am Samstag räumen wir die Wohnung zusammen auf, dann sitz ich, nachdem ich drei Tage am Stück wach war, Samstags alleine da. Denn die Beste Freundin dann zu besuchen um mit Ihren Kindern zu spielen oder drauf aufzupassen geht dann. Es geht dann aber auch zum Basketball in die Halle zu fahren, nach der Arbeit. Oder zu einer Messe für drei Tage zu fahren und 12 Stunden auf der Messe rumrennen geht auch.


Das ist defi fies.
Mensch ich wäre froh, hätte ich einen Partner, der mit mir zusammen ab und zu den Haushalt machen würde.

Sie scheint wohl eben nur an sich zu denken, statt an ein "uns"?

Zitat von Nick-Hall:
Was vielleicht extrem klingt: Wir hatten von Beginn an, also seit 10 Jahren, keinerlei intime Beziehung. Anfangs schob ich es auf beruflichen Stress, doch die Situation hat sich über die Jahre massiv verfestigt.


Und hier ist das wohl auch ein Ungleichgewicht. Und das schon von Anfang an.
Halt also mit der MS selber gar nichts zutun.


Zitat von Nick-Hall:
Doch für mich ist das nicht so einfach. Durch meine PTSD fällt es mir extrem schwer, auf Menschen zuzugehen oder mir überhaupt vorzustellen, wie ein "Neuanfang" aussehen soll.

Weil du Ängste hast, harrst du wohl weiterhin in deiner Partnerschaft, die sich aber insgesamt, schon von Anfang an ja nicht positiv ausgewirkt hat oder?

Da deine Partnerin noch vollständig im Berufsleben ist und auch sonst irgendwelche Treffen wahrnimmt, auch beruflicher Natur, kommt mir das so rüber, als dass sie mit dir zusammen keine Paarzeit möchte (No Sex, no Haushalt, no Nähe), sondern sie das rauspickt, was ihr wichtiger ist - Du bist es aber nicht! Tut mir Leid.

Was ich dir jetzt raten kann ist, mit ihr nochmals deutlich zu reden und ihr klarmachen, dass du gehst.
Denn geändert bekommt sie das ja wohl nicht, weil schon öfters probiert.

Du kannst dir ja erstmal eine kleine Wohnung nehmen und für dich alleine an deiner PTSD arbeiten.

Und dann siehst du weiter Lachendes Gesicht

#54


S
Zitat von Nick-Hall:
Mittlerweile ist sex aber auch von meiner Seite nicht mehr denkbar. Die Anziehung ist mittlerweile nich mehr vorhanden. Daher auch der letzte Schritt über meinen eigenen Schatten zu springen uns um Rat zu fragen.

Dann ist es meiner Meinung nach vorbei.
Kann es sein, dass du dich eigentlich schon abgeschlossen hast und dich das belastet, weil du eigentlich weißt du müsste schluß machen?

#55


A


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