Guten Morgen,
bevor ich auf die neuen Posts (danke hierfür!) eingehe, möchte ich noch ein paar Dinge sagen:
Gestern Abend kam sie nach Hause und fragte mich gleich, ob wir das gute Wetter noch nutzen möchten, um draußen ein wenig zu sporteln. Ich habe erst so ein wenig gezögert, dann aber (natürlich) zugesagt und wir hatten gestern einen tollen Workout miteinander. Gestern Abend hat sie sich dann schon in das Bett verabschieden wollen (immer noch im Gästezimmer), da sie wirklich sehr müde von der Arbeit ist und auch heute wieder sehr viel zu tun hat. Aus diesem Grund hat sie auch meine Frage, ob wir heute Abend zusammen Fisch essen (wie gewöhnlich) abgelehnt, da sie nicht genau weiß, wann sie nach Hause kommt und ich heute Abend ja auch zum Spiel möchte. Das stresste sie im Übrigen in der Vergangenheit auch immer: Ihre Arbeitszeiten sind nie so richtig abschätzbar und es kommt oft vor, dass sie früher, aber auch später nach Hause kommt als geplant. Wenn sie nun weiß, dass wir unter der Woche zu einem Essen verabredet sind, stresst sie dies ungemein. Wie dem auch sei: Sie verabschiedete sich ins Bett, worauf ich meinte, dann bis Samstag Morgen, bis du morgen Abend von der Arbeit zu Hause bist, bin ich schon beim Spiel und bis ich vom Spiel zurück bin, liegst du schon im Bett. Hierauf stockte sie und sagte dann, dass sie auf jeden Fall versuche, dann doch etwas früher zu Hause zu sein, damit wir uns noch sehen. Dies wiederholte sie heute morgen. Sie möchte sich im Laufe des Tages noch einmal bei mir melden.
Ich grübele nun wieder darüber, ob ich wirklich zum Spiel heute Abend gehen soll und wäre für Einschätzungen dankbar.
Noch etwas möchte ich sagen, was mir aufgefallen ist: Vorgestern Abend kam sie ja nach Hause und fragte wie mein Tag war und ich hatte ihr sehr beschwingt darüber erzählt, dass ich mich mit zwei Freunden getroffen hatte, mit ihnen essen war und eine gute Zeit hatte. Weiter erzählte ich ihr von meinem beruflichen Erfolg und dass ich mit meinen Freunden zum Spiel gehen will. Sie wuselte die ganze Zeit dabei durch die Wohnung. Dann sagte ich, dass ich wieder arbeiten gehen möchte, da ich die Situation für mich nun eingeschätzt , abgewogen und die Konsequenzen (Therapie) gezogen habe. Darauf hin stockte sie. Das war sehr offensichtlich. Sie setzte sich darauf hin und ging dann auch erst mal nicht konkret auf diesen Wunsch ein. Auch hier frage ich mich, was der Hintergrund war.
Meine Frau muss relativ viele Pflichtfortbildungen machen, die nächste nun kommende Woche von Montag bis Freitag. In dieser Zeit ist sie nicht hier, sondern nächtigt am Ausbildungsort. Ich habe das Gefühl - und weiß nicht warum - dass diese Woche, in der sie hier nicht vor Ort ist, sehr wichtig für sie ist im Hinblick auf das Nachdenken und Abwägen. Wie gesagt, ich weiß nicht, warum. Aber das Gefühl habe ich. Vielleicht möchte sie einfach sehen, dass ich mich - wie bereits in den letzten beiden Wochen - völlig zurück nehme, was das ständige fragen angeht: Wann kommst du heim? Wie geht es dir? Was machst du? etc.
Die letzten beiden Wochen ist mir dies schon sehr gut gelungen.
Zu meiner psychischen Lage: Ich werde äußerlich - dies wurde mir bereits mehrfach gesagt - als smart, erfolgreich und selbstbewusst wahrgenommen. Dies mag objektiv zutreffen. Jedoch fühle ich mich so nicht. Bei mir lief immer alles sehr straight, Abi, Bundeswehr, Studium, Promotion, sofort Erfolg im Job, Lehrbeauftragter an der Uni etc. Innerlich bin ich total zerrissen. Die prohibitorischen Sitzungen sind nun fast herum und der Psychologe hat bereits eine erste Hypothese geäußert: Ich leide - ohne wohl depressiv zu sein - an Zwangsgedanken. Dies zeigt sich in mehrerlei Hinsicht: Einmal der Kontrollzwang, ich muss mehrfach kontrollieren, dass der Herd aus ist, ich muss mir die Hände waschen, wenn ich "öffentliche" Türklinken angefasst habe. Ich leide in gewisser Weise unter Ordnungszwang, dass ich unglaublich viel Wert auf einen gleichmäßigen Tagesablauf lege. Und ich leide wohl unter einer seltenen Art von Zwangsgedanken, wenn auch wohl eher unterbewusst: Auch wenn ich gleichgeschlechtlich1 Freunde habe, habe ich Angst davor, selbst gleichgeschlechtlich1 zu sein. Die Versagensangst beim Sex mit einer Frau rühren dann wohl da her, dass ein etwaiges Versagen in meinen Zwangsgedanken die Bestätigung wären, tatsächlich gleichgeschlechtlich1 zu sein. Meine ständigen WhatsApp an meine Frau rühren da her, dass ich Angst davor habe, ihr könnte etwas schlimmes passiert sein. Mein Therapeut sieht aber kein Problem darin, diese Gedanken abzustellen.
Meine Zwangsgedanken führen im Übrigen auch zur jetzigen Situation: Meine Frau und ich haben eine handfeste Krise, meine Frau hat die Worte Trennung, Auszug, Scheidung bisher nicht einmal in den Mund genommen. Die Situation ist zwar ernst, aber wohl nicht ganz aussichtslos. Trotzdem kreisen meine Gedanken bereits darum, dass ich vereinsamt im Altersheim sterbe.
Zu den neuen Posts:
@gast2000: Es geht ja nicht um Außentermine, mehrere hundert Kilometer von hier entfernt, sondern um solche Termine, die 20, 30 Kilometer von hier entfernt liegen. Trotzdem werde ich wahnsinnig, wenn ich keine Meldung von ihr erhalte, weil ich Angst habe, dass sie einen schlimmen Verkehrsunfall o.ä. hatte.
@unregistriert
Das Thema "Kinder" war weder vor unserer Eheschließung noch danach ein Thema, über das wir offen und konstruktiv geredet hätten. Wir kommen beide ursprünglich aus dem ländlichen Raum und haben natürlich von allen Seiten ein klassisches Familienbild vorgelebt bekommen. Daher habe ich mich auch einmal nach unserer Hochzeit relativ gedankenlos dazu hinreißen lassen, dass ich gesagt habe, es wäre schön, in zwei, drei Jahren ein Kind zu haben. Sie zog aus diesem gedankenlosen Satz meinen unbändigen Willen, unbedingt ein Kind haben zu wollen. Meine Frau ist sich derzeit jedoch nicht sicher, ob sie jetzt ein Kind möchte. Meine Frau sieht sich jedoch von von gesellschaftlichen Ansichten zu diesem Thema jedoch massiv unter Druck gesetzt. Es setzt ihr bereits zu, wenn ich ihr einfach sage, dass ein gemeinsamer Freund bspw. zum zweiten Mal Vater wird. Wir haben zudem zwei Pärchen als Nachbarn, die etwas älter sind als wir und die beide nun binnen kurzer Zeit Eltern wurden. Auch dies stresst sie erheblich. Sie sagte mir ja vor zwei Wochen, sie sei nicht die Richtige für mich, da sie sich über einen Kinderwunsch noch nicht sicher sei, ich aber unbedingt ein Kind wolle (was nicht stimmt). Dies hat sie sich ziemlich eingeredet. Ich bin aber überzeugt, dass das Thema zwischen uns ausgeräumt ist und ich ihr das darlegen konnte, dass es nicht so ist, wie von ihr vermutet.