Hallo @bekannte,
ich freue mich auf die Diskussion, bin aber mit der emotionalen Art Deiner Antwort nicht ganz einverstanden. Wenn ich etwas verstehe / nicht verstehe, dann ist das halt so, kann ich auch nicht ändern. Daher: Ja, das ist alles mein Ernst.
Zitat von Bekannte:Zitat von paul_f:Ja, im Nachhinein fallen mir auch subtile Dinge auf, die für mich hätten darauf hindeuten können, dass etwas ernsthaft nicht in Ordnung ist. Aber ich hab es nicht kapiert - keine Ahnung, wie es bei Dir genau war. Du scheinst auch sehr überrascht gewesen zu sein...
Selbst bei der Paartherapeutin hat meine Frau nicht gesagt, dass sie an Trennung denkt. Ich hätte mir gewünscht, dass meine Frau für mich verständlich sagt, dass sie ernste Probleme sieht und an Trennung denkt. Dann hätte man _gemeinsam_ versuchen können, etwas dagegen zu unternehmen.
Nicht Dein Ernst, oder?
Ja, das ist mein voller Ernst.
Zitat:Die Tatsache, dass ihr bei einer PAARTHERAPEUTIN saßt, hat Dich nicht erkennen lassen, dass da bei euch was nicht stimmt?
Echt jetzt?
Die Paartherapie WAR der Versuch, mit Dir zusammen noch einen Weg zu finden.
Und dass eine Trennung ein möglicher Ausgang der Sitzungen ist, ist Dir gar nicht in den Sinn gekommen?
Das etwas nicht stimmt, war mir klar. Die Tragweite war mir nicht bewusst
Für mich haben wir relativ isolierte Dinge diskutiert. Eigentlich Kleinigkeiten, mit denen sie unzufrieden war, mit denen ich unzufrieden war. Die großen Dinge, die meine Frau nun als Begründung für Trennung genannt hat, hat sie mir erst um die Ohren gehauen, als sie sich wirklich getrennt hat.
Für _mich_ war es nie eine Option, auch nur über Trennung nachzudenken. Ich war froh, dass wir zur Therapeutin gegangen sind, ich dachte, jetzt geht es wieder aufwärts mit uns.
Wir waren 3x über 2 Monate bei der Therapeutin, aus meiner Sicht ist das zu wenig, um wirklich eine Änderung zu erreichen. Ich halte es für möglich, dass die Therapie eine Möglichkeit meiner Frau war, um Klarheit für sich zu erlangen, dass sie sich aber im Prinzip schon vorher von mir abgewendet hat.
Zitat:Wann hättest Du denn mit der Suche nach dem gemeinsamen Weg beginnen wollen? Wenn Deine Frau der Therapeutin gesagt hätte, dass sie über Trennung nachdenkt und die Therapeutin gesagt hätte: "Herr F, nu aber! Geben Sie alles!
Natürlich nicht.
Zitat:Und natürlich bist Du aus ihrer Sicht "schuld", weil Du die ganze Zeit auf ein Zeichen von ihr gewartet hast, dass es sich jetzt mal wieder lohnt, Gas zu geben.
So ein Quatsch. Ich habe meine Frau sehr geliebt und liebe sie immer noch. "Gas gegeben" hab ich immer. Sie hat wohl was anderes erwartet, aber ihre Erwartungen an mich nie klar kommuniziert, nur subtil. Warum kann man als Erwachsener Erwartungen nicht klar kommunizieren? Warum soll der Mann immer alleine drauf kommen? -> Darum geht es mir.
Zitat:Während sie ja für Dich die Alleinschuld hat, weil die Trennung aus heiterem Himmel kam und sie das einfach so entschieden hat ...
So ein Quatsch. Natürlich trage ich eine Mitschuld.
Zitat:...und selbst eine Paartherapie nur ein subtiles Vorzeichen ist.
Ja.
Wie gesagt, für mich waren es isolierte Punkte, die wir mit der Paartherapeutin diskutiert haben. Dinge, an denen wir lange alleine geknabbert haben. Für mich war das der Anfang, dass es uns wieder besser geht. Wir haben die letzten Jahre viel zusammen durchgemacht. Wir hatten auch viel Stress miteinander, das hat sich aber über die Jahre nicht wirklich geändert. Wir hatten bis zuletzt noch extrem schöne Zeiten miteinander.
Daher kam das für mich sehr überraschend.
Jetzt kannst Du so oft "Nicht Dein Ernst, oder?" und "Echt jetzt?" schreiben:
Meine Frau hat mir nie auf eine Art und Weise, die ich verstehe, kommuniziert, dass sie ein so grundlegendes Problem sieht und über Trennung nachdenkt. Im Gegenteil, kurz vor der Trennung hat sie mir noch gesagt, wie sehr sie mich liebt. Nach einer 2-wöchigen Dienstreise war dann alles anders, wahrscheinlich, weil sie sich in dieser Zeit in jemand anderen verliebt hat.
Eine klare Kommunikation der Tragweite aus ihrer Sicht wäre aus meiner Sicht die Grundlage gewesen, um gemeinsam zu überlegen, ob etwas zu retten ist.
Zitat:Sie hat von Dir mehr erwartet, als Du leisten wolltest. Und Du hast von ihr mehr erwartet, als sie leisten wollte.
-> Trennung.
Das stimmt wohl. Ich würde aber nicht unbedingt sagen "mehr erwartet", sondern "etwas anderes erwartet"
Zitat:Nur mal als Gedankenspiel: Hätte sie bei der Therapeutin gesagt, wenn der Paul nicht bis nächsten Monat in die Puschen kommt, gehe ich, dann hättest Du genau WAS getan?
Sie gefragt, was ihr denn fehlt?
Dich komplett geändert?
Sie wegen der Pistole auf der Brust abgeschossen?
Was wäre denn realistischer Weise passiert?
Ich hätte mir gewünscht, dass sie sagt, dass sie über Trennung nachdenkt. Ohne Ultimatum. Dann hätte ich das gerne gemeinsam mit der Paartherapeutin und auch alleine mit ihr aufgearbeitet.
Wenn meine Frau in gewissen Bereichen klare Erwartung formuliert hätte, hätte ich darüber nachgedacht, etwas zu ändern. Genau wie erwartet hätte, dass sie darüber nachdenkt, auf meine Erwartungen Rücksicht zu nehmen. Dann hätten wir weiterschauen können.
Nach über 8 Jahren Beziehung halte ich sowas nicht für zuviel verlangt.