Der Olli Kahn Ansatz ist für jetzt gerade gut, blend das so gut aus, wie Du kannst. Denn das ist doch alles in diesem Zwischenstadium völlig überdreht und in zwei Monaten schon nicht mehr wahr.
Und dass ihre Familie Dich jetzt schon immer oder eine ganze Weile blöd fand, spricht für deren Familienzusammenhalt, hat aber mit dem, was zwischen Dir und Deiner Frau wirklich ablief, nichts zu tun. Zieh Dir da bloß keinen Schuh an und rechtfertige Dich nicht. Denn Deine eigenen Anteile, Fehler, Versäumnisse, wirst Du selbst in ein paar Monaten überhaupt erst klar sehen. Und dann ist es wurst, was andere denken oder meinen. Du wirst dann wissen, wann was schief gelaufen ist und daraus Deine eigenen Schlüssel ziehen. Bis dahin würde ich lediglich denken (und falls jemand fragt oder gar anklagt, auch sagen): Ich weiß selbst noch nicht genau, wann die Beziehung den falschen Abzweig genommen hat und wer das hätte verhindern müssen. Ich weiß derzeit nur, dass es mich traurig macht, dass es so gekommen ist. Und dass zu einer glücklichen Ehe immer zwei gehören.
Mit dem "offenen Ende" kann sie im Grunde nur zwei Dinge meinen.
A) Entweder tust Du ihr so leid, dass sie denkt, sie würde Dich mit so einem "keiner weiß, was die Zukunft bringt"-Satz schonen, dem Ganzen die Tragik der Endgültigkeit nehmen.
Das ist in den allermeisten Fällen kein bewusstes Hoffnung-schüren oder gar Spielen, sondern etwas Vergleichbares mit dem männlichen "Du verdienst etwas Besseres" wenn der ehrliche Satz lauten müsste "Ich will Dich nie mehr wiedersehen", aber der Mann die Frau nett und schonend behandeln will.
B) Oder es ist ein Hinweis auf ihre akute Entliebungsphase. Dann weiß sie aus Erfahrung, dass ihre derzeitige Abneigung gegen Dich eben keine "Wahrheit", sondern eine Phase ist. Und mit "offenem Ende" ist gemeint "Jetzt lass mich doch erstmal die Entliebung vollziehen. Ich weiß doch noch gar nicht, wie ich über Dich denke und fühle, wenn wir richtig getrennt sind. Das muss sich erst noch zeigen."
Zu den 5 Wochen bis zum Auszug:
Auch wenn es der schmerzlichste Gedanke überhaupt ist, durchleb ihn am besten "kontrolliert" in von Dir ausgesuchten Stunden schon mal als Abhärtung im voraus, bevor es soweit ist. Und bereite proaktiv vor, wie Du in der Zeit, in der Deine Kinder nicht bei Dir sind, Du bei ihnen und sie bei Dir sein können.
Wie häufig werdet ihr telefonieren?
Behältst Du ein Kuscheltier von jedem Kind bei Dir? Ich nehme mal an, es gibt einen Hauptteddy, den das Kind immer bei sich hat, egal, wo es ist, und ein paar andere, die das Kinderbett bevölkern und von denen Du Dir zusammen mit dem Kind einen aussuchst, der dann immer bei Papa ist bleibt.
Klebst Du ein Foto von Dir an eine Stelle, an dem es die Kinder jeden Tag sehen? Bei Hochbetten oder Betthäupten mit Rausfallschutz ist die der Raummitte nähere Innenseite des Rausfallschutzes eine tolle Stelle. Sie sehen es vor dem Einschlafen und beim Aufwachen und wann immer sie wollen, ohne dass es die Ex nerven könnte. Und es hat etwas beschützendes.
Bei älteren Kindern gehen auch "Fern-Rituale", z.B dass Du ihnen pünktlich 5 min vor der Schlafengehenszeit den Sandmann schon mal auf den Weg zu ihnen rüber schickst. Oder dass ihr gemeinsam (jeder an seinem Fenster) euch vor dem Schlafengehen Gute Nacht sagt.
Es tut mörderisch weh am Anfang, sich darüber Gedanken zu machen und das mit dem Kind zu besprechen und einzurichten. Aber es tröstet ungemein, dass man nie ganz aus der Welt ist - es tröstet die Kinder UND Dich. Es nimmt Dir das Gefühl, in den Alleinzeiten nicht für sie da sein zu können und gibt ihnen das Gefühl der ständigen Verbundenheit trotz Distanz.
Mach es halt möglichst so, dass es wirklich zwischen Dir und den Kids ablaufen kann, ohne der Kindsmutter zu sehr ins Auge zu fallen oder ihr das Gefühl zu geben, Du wolltest Dich in "ihren Raum und ihre Zeit mit den Kindern" reindrängen. (Deshalb Bettinnenseite und nicht lifesize-Foto im Flur.) Aber genauso, wie Du mit Deinen Kids Abendrituale hast, die ihr schon immer macht und auch weiter machen werdet, wenn sie bei Dir sind, kommen neue Rituale hinzu (bzw. ist es gut, wenn ihr sie einführt) für Zeiten der Trennung. Ob jetzt wg des Wechselmodells oder später bei Schullandheimaufenthalten o.ä. - es tut Dir und den Kindern gut, in Gedanken bei einander zu sein und über Fotos oder Telefon Kontakt haben zu können, bis man sich wiedersieht.
Denk Dir da was Schönes, Alltagstaugliches aus, was dann nur zwischen Papa und den Kindern besteht und die Trennung abfedert.