michael41975
Gast
Zu deiner Frau - ich glaube Sie versteht dich auch ein bisschen wie es dir geht - Sie hat jedoch Angst. In dieser Zeit wurde es Ihr zu viel und Sie wusste nicht mehr weiter, Sie hatte keine Ahnung wohin sie gehen sollte - oder was tun. Eine offene Zukunft ohne Wegweiser - denn der Wegweiser warst ja bisher auch du... Ich will nicht sagen dass es deine Schuld ist - Sie konnte einfach nicht damit umgehen und dabei nahm Sie einiges in Kauf.
Erstmal supervielen Dank für deine Unterstützung. Wahnsinn! Danke, echt! Mit Skype hat leider nicht geklappt, hab eh keine Webcam, machen wir also auf diesem Wege weiter.
Was du an Beweggründen für meine Frau so geschrieben hast, ja, das kommt so hin. Ich glaube ihr, dass sie da auch so "reingerutscht" ist. Der andere hat ihr anfangs das gegeben, was ihr fehlte. Sprüche wie du bist toll - wie du das alles machst, schöne Frau, ich liebe dich usw... Und dann hat er schnell zu verstehen gegeben, dass er Sex will. Das wäre - so schrieb er mir dann - die logische Konsequenz der großen Liebe. (Aua, aua, das sind so Sachen, die vergisst du nie). Schnell bedeutete dann jedes Treffen Sex. Und wenn es auch nur ne halbe Stunde war. Rein rauf runter raus.
Warum macht eine Frau das mit, frage ich mich immer. Gut, er hat ihr geschrieben, ich stehe zu dir, wenns rauskommt. Und ihre Schwester wusste auch von nichts anderem und ist auch davon ausgegangen, dass das was wird. Nur das ist meine logische Erklärung, warum sie den vielen Sex dann "erduldet" hat, zumal sie auch noch sagt, ich hätte darauf gerne verzichtet. Wenn man das dann glaubt. Keine Ahnung. Warum sollte sie das also sonst gemacht haben? Nur, weil er ihr danach sagt, du bist toll? Wohl nicht.
Ich bin auch gerne bereit, das zu verstehen und nachzuvollziehen. Das blöde ist nur, dass ich mit den Konsequenzen nicht leben kann. All das, was da so stand, an wievielen Orten sie es schon getan hätten, man könne ja ein Buch über die Orte schreiben, und sowas gibt es sicherlich kein zweites mal usw. Und er hat ihr dann SMSen geschrieben, schick mir doch mal ein versautes Foto von dir. Da hat sie ihm dann von sich ein im Vergleich hart P. - Foto geschickt.
Dann die Demütigungen... Klar, offensichtlich war ich mit meinen Depressionen derjenige, der zeitweise "nur" gelegen hat und sich immer verkrochen hat, sobald Besuch kam. Weil mir mein Anblick selbst peinlich war. Das war ne harte Zeit für sie.
Ich hoffe immer, dass ich mich hier nicht ins gute Licht stelle.
Ich könnte auch schreiben, was fällt ihr wohl ein, ich bin schon schwer krank und sie hintergeht mich noch und schiebt mir die Schuld zu.
Oder könnte ich absolut böse sein auf ihre Schwester, die das ganze deckte und mitgemacht hat. Sie kenne ich schließlich auch 20 Jahre. Was ist das jetzt wert gewesen. Es kamen eher noch die Vorwürfe, als man sich fragte warum ich das nicht sehe, dass sie fremdgeht, ich wüsste das bestimmt, würde aber nur darüberhinweg sehen und froh sein, wenn ich meine Ruhe habe und ein Mittagessen. Dabei war ich so in der Depression gefangen, dass ich nichts wahrgenommen habe.
Fazit: Für meine Frau war es eine hammerharte Zeit, das weiß ich jetzt (leider zu spät). Sie hat ein Ventil gebraucht, derjenige hat sie ausgenutzt (obwohl sie auch sagte, es war interessant und insgesamt eine gute Zeit mit ihm). Ich kann jedoch mit dieser Last extrem schlecht leben. Aber das versteht sie überhaupt nicht.
Immer und überall werde ich an die Sache erinnert. Ob ich will oder nicht. In der Zeitung steht etwas, was ich damit verbinde, sehe ich das Auto, das er auch fährt, bekomme ich einen Kloß im Hals, sehe ich ein Polizeiauto dito (er ist ja Polizist, Hüter von Recht und Ordnung und schön auf unsere Steuergelder während seiner Dienstzeit zum *beep"... gefahren, sorry!), mein zu Hause ist nciht mehr mein zu Hause. Es ist so als würden wir eine WG haben und der Typ ist virtuell da.
Ich bin damals mit meiner Frau an jedem Ort gefahren, an dem sie es gemacht haben, Parkbank, Wald, Toilette, Auto. Ich bin in jedem Hotel gewesen, wo sie waren. Anfangs war alles unerträglich, ich dachte nur, wenn du dir alles ansiehst, wirds bestimmt besser. Pustekuchen. Es wurde phasenweise einfach nur anders, aber nicht besser sondern erdrückender.
Ich gehe nur daran zu Grunde, wenn ich dann meine Kinder nicht mehr täglich sehe. Bzw der Moment, in dem ich sage, wir müssen uns trennen. Das wird auf kein Verständnis stossen, da wird dreckige Wäsche gewachen und in meine Richtung geschossen. Die Kinder werden mich als denjenigen sehen, der die Ehe beendet. Mich beruhigt es heute nur wenig, dass sie es später mal verstehen werden. Schließlich sind es meine Ideale gewesen, dass wir uns niemals trennen werden. Aber für den Grund habe ich nunmal nicht gesorgt. Meine Krankheit habe ich mir ganz bestimmt nicht ausgesucht. Habe dadurch meinen guten Job verloren, der wirklich gut war. Das hat sehr am Ego genargt. Das Selbstbewusstein war eh im Eimer, nun habe ich noch die Affäre aufgedeckt und es ist nichts mehr da, kein Reststolz.
Meine Frau kann doch aber auch nicht zufrieden damit sein, dass sie ab jetzt Null Zärtlichkeiten von mir bekommt. Ich mache das ja nicht absichtlich, innerlich streube ich mich. Völlig krank, aber wenn ich sie küsse, küsse ich gleichzeitig den anderen Mann. Bzw. habe im S.video gesehen, wie es mündlich zur Sache ging. Dann brauche ich nicht schreiben, was ich denke, wenn ich sie küsse. Ich will das mit aller Gewalt verhindern und wieder "normal" sein, aber es will nicht klappen.
Und jetzt ist es gleich 23 Uhr und ich habe Schiss vorm Einschlafen. Wirklich, jede Nacht habe ich übelste Albträume. schei., ich schreibs jetzt mal. Träume, in denen der Typ auf mich uriniert, er es mit meiner Frau treibt und mich auslacht, meine Kinder die sich für den anderen entscheiden als er sie danach fragt. Horror. Und das fühlt sich so "echt erlebt" an, dass ich tagelang diese Angst spüre, als wäre es tatsächlich so gewesen.
Der Verlauf bei mir macht mir Angst. Was kommt als nächstes? Ich habe seit Bekanntwerden nen flotten Otto, egal was ich mache. Medizinisch/organisch bin ich kerngesund, hab mich schon im Krkhs checken lassen und jeder sagt mir, es ist die psychische Belastung.
Deren Theorie: Ich habe durch meine Anwesenheit bei meiner Frau und dem Umfeld und dem regelmäßigen Kontakt zur Schwester meiner Frau und deren Eltern, ständig die Konfrontation mit der Sache. Und befände mich wie in einem Strudel fest drin und hätte ohne Veränderung keine Chance, wieder rauszukommen. Der Arzt meint, beobachte einfach weiterhin deinen Körper. Es wird nicht dabei bleiben, wenn du es einfach aussitzt.
Tja, aber ich tu mich mit der Trennung nun mal enorm schwer. Ich erhalte hier wohl etwas aufrecht, was es seit 7 monaten eh nicht mehr gibt. Ich hätte so gerne, das alles so ist wie es mal war. Geht nicht. Und dann sehen mich meine Kinder an und die große ahnt etwas und sagt, wir wollen immer alle zusammen bleiben und malt mir Bilder mit diesem Satz... AUA! Ich weiß echt nicht mehr weiter, kann nicht vor und nicht zurück. Habe in der gesamten Zeit nie Wut gespürt, mich nie großartig aufgeregt. Wenn Wut, dann auf mich, weil ich bzw die Krankheit den Grund geliefert hat. Und ja, ich weiß es ist Blödsinn, aber gefühlsmäßig habe ich die Schuld bzw die Affäre herbeigeführt und ich hätte Schuld, wenn die Ehe jetzt in die Brüche geht und würde das meinen Kindern antun. schei. Gefühl! Trotzdem weiß ich, es kann nicht so weiter gehen. Wenn die Träume bestehen bleiben oder - so stelle ich es mir horrormäßig vor - ich eines Tages Traum nicht mehr von Realität entscheiden kann, nein, dann mag ich nicht mehr. Dann müsste man es wohl unter ... "das war für einen mit Depressionen wohl zu viel ..." verbuchen. Ich danke euch!
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