Zitat von Franek: Und jetzt, das ist jetzt kein Inschutznehmen oder Verständnis zeigen, sondern ein weiterer Versuch der Erklärung: sie will, aber kann nicht...
Franek, ich verstehe deine Gedankengänge und finde es toll wieviel Verständnis du als Vater aufbringen kannst. Und ja, auch als Mutter freut man sich manchmal über die kleine Auszeit und Zeit für sich. Manchmal! Früher habe ich mir manchmal ausgemalt für eine Woche auf einer einsamen Insel zu landen und einfach gar nichts tun. Als es dann soweit war und ich nach der Trennung zwei Mal im Monat meine freien Wochenenden haben konnte, drehte ich jedes mal am Rad, ich wollte das alles gar nicht mehr. Ich wollte das nicht für meine Kinder und nicht für mich. Es hat eine Weile gedauert bis ich Frieden damit schließen konnte. Inzwischen freue ich mich auch über die freie Zeit und die kleine Pause von der Verantwortung, die ich ja hauptsächlich immer trage. Und ich freue mich, wenn sie wieder da sind, nur dann ist unsere kleine Familie komplett.
Was ich aber sagen wollte - Franek, bei so viel Verständnis für sie - was ist mit dir? Würdest und könntest du das auch so durchziehen? Auf dem Rücken deiner Kinder und einer Person, die schließlich für euch beide die Verantwortung übernehmen würde? Ja, es gibt Eltern, die ihre Kinder weggeben, aber die Regel ist es nicht. Die meisten Eltern tragen die Verantwortung für ihre Kinder. Selbst wenn man von der großen Elternliebe absieht, kann man so kleine Kinder unmöglich links liegen lassen und sich ausschließlich um sich selbst kümmern. Einer muss da sein und das bist du. Sie hat die Verantwortung komplett auf dich geschoben, siehe das Beispiel mit der Schmutzwäsche. Sogar dafür bist nur du zuständig in ihren Augen. Und das hat mit der berühmten Zeit für sich oder der Auszeit nichts zu tun. Sie ist Höchstgradig unverantwortlich und egoistisch.
Könnte ich vielleicht von meinem NM auch sagen, als er weggezogen ist. Aber ich wollte weder ein WM noch sonstige Betreuungsmodelle (außer kurz nach der Trennung, da war ich total ambivalent und wusste weder ein noch aus). Klar hätte ich es mir gewünscht, dass er in der Nähe wohnt und sich mehr beteiligt, aber irgendwie war der absolute Abstand wahrscheinlich mein Weg in die Gleichgültigkeit und Selbständigkeit. Auch er hat mir die ganze Verantwortung zugeschoben und zog zu seiner Liebsten. Ob ich Verständnis dafür habe? Nicht wirklich. Ich habe ja auch schon Beziehungen nach ihm gehabt. Nie wäre ich auf die Idee gekommen einen Mann bei Hunderten von km Entfernung zu Daten und dann eventuell wegzuziehen. Er dagegen hatte kein Problem mit. Und es hat meiner Meinung nichts damit zu tun, dass er Zeit für sich brauchte, ohne Kinder. Die Next hatte auch zwei, fast im selben Alter wie unsere.