Zitat von Marie2021:@Enola Mir fallen mittlerweile auch einige Punkte auf, die ich für Ihn getan habe, er aber nicht für mich, irre. Alles Rückwirkend betrachtet auf den Beginn der Affäre und vielleicht ein paar Monate davor. Er war unzufrieden mit sich selbst. Wusste nichts mit sich anzufangen, keine Freunde usw.! Genau wie du es ...
Ich finde, Du machst enorme Fortschritte. Das freut mich sehr. Und Du siehst schon vieles viel klarer, weniger verklärt. Als nächstes kommt wahrscheinlich die Wut und dann werden noch mehr Kräfte frei.
Prima, dass Du soweit bist um nicht mehr zu denken, dass es an Dir liegt. Das liegt es nicht. Du warst gut genug. Eine lange Zeit auch für ihn. Entweder hat er sich in eine andere Richtung entwickelt, ohne Dich. Das kommt in vielen Ehen vor. Oder das Problem liegt in ihm selbst. Vermutlich das letztere, so wie Du erzählst.
Ich kenne das übrigens ähnlich. Das ist schon bezeichnend. Mein Ex war wohl auch mit sich nicht (mehr) im Reinen. Dass er keine Freunde hat, sich nicht mehr gebraucht fühlt, weil ich alles im Griff zu haben scheine, kenne ich auch. Am liebsten zuhause, die Außenanlage pflegen, schlafen oder hinter dem Handy hängen. Oder er suchte ich ein "Projekt" (etwas, wo er dran bauen konnte oder mit Sport zu tun hatte), dann gab es nichts mehr anderes. Das war dann dauerhaft Thema, immer, bis es mir zum Hals raus hing, und er hing sich rein, als wäre es ein Wettstreit. Aber es hatte meistens nur mit ihm allein zu tun.
Waren wir irgendwo eingeladen, fragte er manchmal schon vorher, ob wir dort lange bleiben würden. Alle Sozialkontakte hielt ich aufrecht. Schlug ich Unternehmungen vor, nahm er sich keine Zeit (weil - s.o. - er wieder irgendein Projekt zu erledigen hatte). Das Kind sollte am besten funktionieren, sonst war er genervt und ich musste das regeln. Entscheiden wollte oder konnte er sowieso nichts allein.
Es war in der Summe aber auch so, als wäre er getrieben von irgendwas. Immer rastlos, immer auf der Suche. Aber ich als Ehefrau und sein Kind waren ihm nicht spannend genug.
Ich habe aber sehr lange gebraucht bis ich das realisiert hatte. Oberflächlich betrachtet schien nämlich alles gut funktionierend. Er schien fürsorglich, interessierte sich für das Kind (wollte zumindest immer über alles informiert sein), er war oft zuhause, fleißig ums Haus rum. Auch sonst war alles harmonisch. Oberflächlich!
Im Endeffekt kannten wir einander kaum. Zumindest kam mir es irgendwann so vor.