91

Ehepartner nutzt Datingportale und Prost.

Sorgild


940
2
1595
Ja, in meiner letzten Beziehung ging es auch mit einem Datingportal los, für das er sich registrierte. Ein gut ausgefülltes Profil incl. seiner sechsuellen Vorlieben, er war auf der Suche nach romantischen Flirts und ONS. Irgendwie hatte er es dann sogar noch hinbekommen, mich als die krankhaft eifersüchtige Schachtel hinzustellen, die sich dringend Hilfe suchen sollte. Er hätte mich ja noch nie betrogen und das würde er auch niemals nie nicht tun. Er wollte doch nur rumspielen und mal gucken und so..

Was ich mir alles erklären lies und was ich auch noch am Ende alles geglaubt habe.
Ständig lernte er irgendwo immer eine Frau kennen, aber lieben würde er ja nur mich. Schließlich darf er doch auch weibliche Freunde haben, nicht wahr?

Bis sich dann endlich, endlich, endlich eine Frau nach Jahren des Alptraums fand, die dumm genug war, für meinen Ex den Vater ihrer zig Gören in die Wüste zu schicken und sich auf den Pfogel einzulassen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Fazit: Den hätte ich gleich nach Bekanntwerden der Sache mit dem Datingportal verlassen müssen. Was mir das an Jahren voll mit Stress erspart hätte. Aber hinterher ist man immer schlauer.

09.10.2019 16:47 • x 6 #31


Herbstgewitter


15
1
28
Zitat von mauerblume:
Online gehen prickelt so schön und man fühlt sich viel lebendiger, als wenn man abends mit der Ehefrau am Tisch sitzt und Leberwurstbrot isst. Das kann auch zur Dro. werden. So hat es jedenfalls mein Nochmann geschildert. Allein das Herumklicken, das Gefühl, hier tausend Optionen zu haben, das nachschauen, wer sich gemeldet hat, das parallel daten - all das hat ihn angezogen, sagte er. Der Spruch "past Events, future Trends! finde ich sehr gut.


Vielen Dank "Mauerblume", Warum hast Du Dich eigentlich Mauerblume genannt, vermutlich bis Du eine sehr schöne und kostbare Blume und wenn Du Dich auf Grund des Verhaltens Deines M. als Mauerblume fühlst, dann ist das sehr traurig und wiederum sehr bezeichnend für das, was Affären anrichten. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du aus dem Schatten des Mauerblumendaseins herauskommst (wenngleich kleine Mauerblümchen eben auch sehr schön sein können, aber sie eben leicht übersehen werden)

Aber das nur Nebenbei. Unabhängig von meiner eigenen Situation macht mich das, was du richtigerweise schreibst, sehr nachdenklich, hilflos ... Zum Glück stellt man fest, dass es viele (wie hier im Forum) gibt, die noch Wertmaßstäbe haben. Wenn man immer wieder suggeriert bekommt, dass das ja offenbar alles nicht so schlimm sei, dann fühlt man sich wie im falschen Film.
Nein, ich will nicht im falschen Film sein, sowohl Ihr als auch meine Therapeutin geben mir Kraft, dass ich meine eigenen Werte nicht verraten und verleugnen muss, nur um einem anderen, der vorgibt, mich zu lieben, seine Lügen und Ausschweifungen zu tolerieren.

Das was Du als Dro. bezeichnest, sehe ich auch so und zwar in vielen Bereichen des Lebens. Und immer dort, wo keine Selbstkontrolle und definierten Werte da sind, da werden Versuchungen übermächtig und die (surrealen) Bedürfnisse schrauben sich immer weiter nach oben:
Beispiel: Kaufsucht; wenn ich Werbung anschaue, die mir suggeriert, ich muss neue Schuhe, Taschen etc. haben, um glücklich zu sein, dann kaufe ich was, in der Folge kriege ich immer mehr personalisierte entsprechende Werbung im Netz zugespielt und Schritt für Schritt verändern sich die Bedürfnisse und irgendwann merkt er nicht, dass sich die Bedürfnisse von der Realität abgekoppelt haben, dass 100 Paar Schuhe auch nicht glücklicher machen

Ich denke (auch wenn mir das selbst nicht weiter hilft), dass es mit Bestätigung über Flirt und S. mit Dritten auch so ist. Wenn man nur genug P.-Filme anschaut, weckt das sicher sureale Bedürfnisse, und schon kommt die nutzerspezifische Werbung hinzu, die vermittlet, wieviel tolle Mädchen in Deiner Nähe nur auf Dich warten und irgendwo wird die Kluft, zwischen dem, was man hat und dem, was man als Bedürfnis suggeriert bekommt immer größer. Auch hier muss sich jeder, der so agiert selber fragen, ob das wirklich glücklicher macht. Aber solange der Partner zu Hause, das irgendwie toleriert, verzeiht, neue Chancen gibt, merkt es derjenige vermutlich nicht.

War nur so eine Theorie, die mir nicht weiterhilft, denn eigentlich müssten diejenigen drüber nachdenken, bei denen Bestätigung über Datingportale zur "Dro." geworden ist...

13.10.2019 10:03 • x 2 #32


Freundin

Freundin


24
1
33
Liebes Herbstgrwitter! Ich war früher hier schon mal angemeldet, mein Mann war bei Kaufdamen, er sagte weil ich ihn nicht mehr ran lies! Das stimmt , ich war auf die romantische Liebe fixiert und völlig unerfahren! Mein Mann wollte sich nicht verlieben in die Damen aber er wollte 6! Ich fand zufällig heraus da auf meinem Tablet find my mobil installiert war, ich hatte zu dem Zeitpunkt kein Handy , aus Spass bin ich da drauf und bähm es zeigte ihn in einem Boooordellll
Das mit der Klicksucht hat er bestätigt, wir haben , nachdem ich ein paar Möbel zerdepperte lange u intensiv geredet! Wie gehts dir nun Herbstgewitter.... wenn du magst darfst du mich gerne anschreiben! lG Chrissy

14.10.2019 17:21 • #33


mauerblume

mauerblume


156
1
386
Ja, Datingportale haben Partnerschaften verändert. Gefällts einem auch nur ansatzweise nicht mehr daheim, dann klick und schon hat man Kontakt zu wem anders. Ja, auch in den 70er Jahren sind Menschen schon fremdgegangen. Aber es war nicht so leicht und konnte nicht so einfach versteckt werden. Wenn man nur den Bekanntenkreis hat und ein Festnetztelefon, wird es schon viel schwieriger als sich mit seinem Smartphone ins WC zu verziehen und von dort heiße Schnecken zu kontaktieren, die man per Suchfunktion gefunden hat. Alter, Haarfarbe, Wohnort, Vorlieben. Da kann die nächste Dienstreise ja kommen. Früher wäre es unmöglich gewesen, jemanden in einer fremden Stadt zu daten, der auch auf einen Seitensprung aus ist. Man muss ja erst einmal die Bereitschaft dazu herausfinden. Auf Datingseiten wird sie vorab abgefragt. Was willste - feste Beziehung oder "Lust auf Neues". Und man kann lügen - der andere hat ja keine Ahnung, wer man ist. Familienstand, Alter, Beruf, alles kann man frei erfinden und sich dann dünne machen. Kein Wunder, dass das alles ein riesen Push fürs Ego ist. Und man kann immer wieder sowas machen, mit verschiedenen Profilen in verschiedenen Börsen an verschiedenen Orten mit immer neuen Partnern. Mein Mann sagte mir, es wäre für ihn ein "Strudel" geworden, der ihn sich reingezogen hätte. Ja klar. Und wie spannend doch das alles ist. Es hat halt nur auch eine Kehrseite bei den Tätern. S ex ohne Gefühle geht auch an ihnen nicht spurlos vorbei. Die Leere im Herz, das tut nicht gut, bei allem Prickeln. Katerstimmung bleibt zurück. Je öfter man das macht, umso mehr. Insgesamt finde ich das alles sehr traurig. Der Umgang mit sich, und auch der mit anderen, mit Lebenszeit, mit Emotionen. Mir haben an der Stelle immer wieder die Soziologiebücher von Eva Illouz weitergeholfen, "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" oder "Warum Liebe wehtut". Und nein, keine Sorge, ich fühle mich nicht als Mauerblume.

Gerade eben • #34




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag