Seit 2 Jahren ist meine (geglaubt) heile Welt zusammengebrochen. In 22 Jahren Beziehung (13 Jahre Ehe) habe ich wohl einen Mann geliebt, der nicht das ist, was er vorgab. Ja, auch in den ersten Jahren gab es Ausbrüche von ihm, aber ich glaubte, dass wir um unsere Beziehung gekämpft und er "angekommen" war, wie er es auch oft behauptete. Ich habe zum Anfang der Beziehung klar zum Ausdruck gebracht, dass eine Beziehung für mich Exclusivität bedeutet, ich mit Polyamorie, Affären etc. nichts anfangen kann. Insofern hatte ich, weil man immer von sich auf andere schließt auch so lange Vertrauen, bis die Ausreden immer abstruser wurden (Münchhausen war da ein Waisenknabe dagegen). So flog 2017 das ganze Ausmaß der Katastrophe auf, als ich nach haarsträubenden Ungereimtheiten mich mal auf seinem PC umgesehen habe (Ich weiß, das macht man nicht, aber ich wußte keinen anderen Weg mehr). Da waren sämtliche Passwörter aller möglichen Portale (Kauf mich, Dating-Cafe, Willste quatschen, Eronity, Seitensprung u.a.) gepeichert. Zugegeben wurde nur, was tatsächlich von mir bewiesen werden konnte, es wurde bagatellisiert,"Ausrutscher" usw. Ich bin zusammengebrochen, durch die Hölle gegangen, was da an Selbstwert übrig bleibt, könnt Ihr vielleicht verstehen. Er wollte immer mit mir leben, hat er mir versichert, (ja, weil ohne mich seine Firma arg ins Trudeln käme) eine Paartherapie hatten wir begonnen, weil ich auch in der Schocksituation nicht geschafft hätte, sofort die Konsequenzen zu ziehen (was ich jetzt schon bereue). Bis voriges Jahr war ich auch nicht in der Lage mit irgendjemandem der Freunde drüber zu reden, man schämt sich so. Vielleicht wird der ein oder andere Leser denken, ja vielleicht lief in der Beziehung bezüglich Sex nix mehr, aber dem ist nicht so und im Nachgang kriege ich jetzt noch Ekelblasen, wenn ich mir die Situationen im Nachgang ins Gedächtnis rufe, wo er von angeblichen Ehrenamtsveranstaltungen (im Nachgang als Date mit der Affäre rausgestellt) erst nacht 2 Uhr nach Hause kommt, mich beruhigt und mit mir kuschelt. Ich hatte dann, nachdem ich durch Zufall 2 e-Mail-Adressen gefunden hatte, zu 2 der Frauen Kontakt aufgenommen, die sich auch sofort bei mir gemeldet haben (Mein Frust richtet sich grundsätzlich nicht gegen die Frauen, denn ich bin der Meinung, der Partner muss wissen, wo seine Grenzen sind.) Diese waren ebenso schockiert, hatte er denen doch erzählt, er würde in einer WG leben. Eine der Frauen hat er sogar mit in mein Haus (in dem er seit 20 Jahren mit lebt) genommen, während ich meine Tochter zur Geburt meines Enkelkindes besucht habe. Die Paarberatung hat für mich nur folgende Erkenntnis gebracht: Er will mich nicht verlieren, er weiß, dass er mich verletzt hat und das tut ihm angeblich auch weh.
Selbst wenn ich die Ungeheurlichkeiten, von deren Details ich Euch verschonen will, verzeihen könnte, wo kann ich Hoffnung an die Zukunft haben und ich will und kann das nicht noch mal erleben. Da wird es eben mit den Versprechungen schon dünn: "Eine 100% Sicherheit könne niemand geben. " Immerhin hatten wir sogar schriftlich eine Vereinbarung abgeschlossen, dass Flirtportale nicht mehr genutzt werden. Im Juni diesen Jahres wurde ich wieder eines Besseren belehrt, als er mir irgendwas auf seinem Handy zeigen will, sehe ich das kleine Logo von Tinder.
Ich weiß nicht mehr weiter, vernunftsmäßig weiß ich, dass nur eine Trennung helfen kann. Ich nehme Tabletten gegen Angstzustände und mache grade eine Therapie, die mir gut tut, Klarheit zu gewinnen und sich selbst zu reflektieren.
Irgendwie war ich in den letzten Tagen auf dieses Portal gestoßen. Zum einen stellt man fest, dass andere ganz ähnliche Probleme haben, was umgekehrt auch wieder verdeutlicht, welche Probleme mit Tinder und Co. so entstehen.
Vielleicht hilft mir die Kommunikation mit Euch, endgültig eine Entscheidung zu treffen.