Guten Morgen Mapa,
Der Brief an seine Schwester ist sehr berührend, allerdings hätte ich ihn wohl nicht abgeschickt. Zum einen gilt das alte Sprichwort, daß Blut nun mal dicker als Wasser ist und zum anderen finde ich schon auch, daß bestimmte Geschichten, insbesondere wenn noch nicht gelöst, erst einmal in der Beziehung bleiben sollten. Grade Familienmitglieder so weit mit einzubeziehen, ist, wenn ihr doch zusammen bleiben würdet, schwierig, weil die sich dann aufgrund gemachter Erfahrung auch immer wieder in die Sache einmischen.
Dennoch ich kann sehr gut verstehen, daß Du den Text seiner Schwester nicht umkommentiert stehen lassen wolltest.
Insgesamt habe ich irgendwie die Geschichte noch immer nicht verstanden. Ich mein das sehr ernst und es geht mir nicht darum den Rauschhasen zu verteidigen. Ich hab wirklich Schwierigkeiten, da nen roten Faden reinzubringen.
Im Eingangspost beschriebst Du, daß Rauschhase sich in Deinem Beisein anderen Mädels zugewandt hat. Was für mich schon mal unklar ist, waren die Momente, die Du beschreibst alle an einem Abend? Oder an mehreren? Über welchen Zeitraum?
Was mich dann beschäftigt, bei den Mädels handelt(e) es sich um Freundinnen von Dir. Jemand hat gefragt, wie die reagiert haben und Deine Antwort: sie hätten gelacht, das eher als komisch, vielleicht auch als Kompliment empfunden. Die Freundinnen, wobei an einer von denen Dir echt etwas lag, siehst Du jetzt nicht mehr, weil Du es nicht erträgst, die mit Rauschhasen zu sehen.
Mhm, auch diese Schilderung krieg ich irgendwie nicht richtig verbaut. Zum einen gilt ja standardmäßig, Sisters before Misters.
Ich habe gelesen, wie unangemessen Du die Reaktionen Deiner Freundinnen fandest.
Schau vielleicht erklärt das ein bißchen, warum ich so verwundert bin: Wenn meine Freundinnen, die ich sehr, sehr schätze, auf meine Nachfrage, wie sie das fanden, mir ein "lustig" mit auf den Weg geben, dann hätte ich mich schon gefragt, sind ja meine Freundinnen, die hinter mir stehen, ob meine Perspektive auf den Vorfall eine richtige war.
Ich will nicht sagen, daß Rauschhase richtig gehandelt hat! Ich will auch nicht sagen, daß Deine Enttäuschung gegenüber Deinen Freundinnen nicht berechtigt ist. Ich wundere mich einfach nur.
Als nächstes beschreibst Du, daß Du da am Anfang der Beziehung gar nicht oder nur wenig mit ihm drüber geredet hast. Warum nicht? Und ja, das ist schon wichtige Frage.
Irgendwann habt ihr dann geredet, weil aus Rauschhase ja dann ich bleibe nüchtern Hase geworden ist.
Was ich im übrigen eine Riesengroße Leistung finde. Weltklasse.
Das hat aber irgendwie nicht gereicht. Und bald ein Jahr später geht es noch immer um das Thema.
Schließlich noch hier:
Zitat von Mapa:dann dieser Satz der mich bewegte zu gehen (mal wieder).
ENTWEDER DU BIST EIFERSÜCHTIG ODER SUCHST WAS ANDERES AN MIR !
Liebe Mapa, Ich befürchte, daß Dir das jetzt nicht gefällt, aber das finde ich schon auch Schlüsselsituation.
schau mal, hinzugehen und es ist schwierig zu finden, daß der Partner nicht mit einem redet, ist ja ok, dann aber gleichzeitig mal wieder abzuhauen, wenn es ans Eingemachte geht, ist auch ein bissl verquer.
Ich kann nachvollziehen, daß Du Dich in der Situation mal wieder nicht verstanden gefühlt hast, aber dann ist gehen keine gute Lösung.
Und Liebes, ich befürchte an dem Satz vom Rauschhasen ist ne Menge dran.
Du kannst Vergangenes nicht ungeschehen machen und ER auch nicht. Er hat sein Bemühen gezeigt, ob das ausreichend ist, ist DEINE Verantwortung.
In jeder Alltagssituation, in der er nach einem langen Tag oder weil er grantig ist, mal wieder Dir nicht die Aufmerksamkeit gibt, die Du Dir gewünscht hast, den großen Hammer, aber du hast ja rauszuholen, bringt nur eins: Du höhlst die Beziehung aus.
Und jetzt noch einmal etwas ganz Grundsätzliches: Auf diesem Planeten gibt es nicht einen Fremdgänger/in, welche/r sich von Eifersucht davon abhalten lassen hat, fremder Leute Kirschen zu essen. Nicht einen.
Ganz im Gegenteil, beständige Eifersucht in einer Partnerschaft führt eher dazu, daß irgendwann beide genervt sind, daß lässt die Partnerschaft erodieren und dann sucht man sich auch mal schneller jemanden, der einen wertschätzt.
Hier ist die große Wahrheit: Niemand kann den eigenen Partner davon abhalten sich anderswo zu vergnügen. Weißt Du warum nicht? Weil es niemals Deine Entscheidung sondern immer die des anderen ist.
Und diese Wahrheit macht manchmal eben auch Angst.
Natürlich kann man hingehen und vom Partner 40mal am Tag hören wollen, daß er niemals diese Entscheidung so treffen würde, nur was nützt es denn? Davon geht die oben genannte Wahrheit nicht weg.
Und das Liebes ist eben auch Teil der Schimmel/Esel Geschichte.
Am Anfang steht die Hoffnung, daß es diesmal alles ganz anders wird, daß man diesmal den einen gefunden hat, bei dem es garantiert (Achtung Garantie) nicht schief geht. Weil es aber keine Garantie gibt, verwandelt sich der Schimmel zwangsläufig in einen Esel.
Das ist auch nicht schlimm, wenn es denn der richtige, zu einem passende Esel ist. Dann aber hinzugehen und beständig vom Esel einzufordern, er müsse Dir (wieder) die Garantie verschaffen, ist nicht zielführend. Selbst der netteste Esel findet auf Dauer Farbe am Fell doof. Weil das nämlich auch keine Liebe ist, denn schließlich will der Esel um seiner selbst geliebt werden, wo er doch so ein nettes oder eben weniger nettes graues Fell hat.
Mapa, es gibt keine Garantie. Es gibt nur Vertrauen. Dieses aber kannst Du nicht einfordern, sondern schlicht und ergreifend nur haben. Und es ist an Dir und nicht am Esel zu entscheiden, ob Du vertrauen kannst und willst.
