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Eifersucht und Misstrauen als Basis

S
Zur überflüssigen Kritik: Wenn man den anderen klein macht, dann muss man sich selbst nicht mehr so klein fühlen.

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W
Ich spreche aus der Sicht deiner Partnerin, ich habe selber unschöne Erfahrungen gemacht und viele Ängste. Mein Partner durfte schon einiges ausbaden, obwohl er nie etwas verbrochen hat.

Meiner Meinung nach funktioniert es bei uns nur, weil ich Einsicht gezeigt habe und das Problem nicht bei ihm suche. Mir ist bewusst, dass es mein Thema ist. Er kann mich dabei maximal begleiten. Wir hatten viele Gespräche und vereinbart, dass ich diese Gefühle haben darf, wichtig ist nur, wie ich damit umgehe. Fühle ich mich „bedroht“, mache ich ihm keine Szene. Ich spreche es ganz selten mal an, wenn es mir arg auf der Seele brennt. Aber ohne Vorwürfe, nur meine Gefühle und dass ich vielleicht kurz einen Moment benötige.
Das Ziel ist, dass ich gar nicht mehr auf diese Ebene komme. Aber Prägungen bleiben und man hat es nicht immer in den Händen. Sein eigenes Verhalten aber schon.

Daher mein kleiner Input: wenn sie keine Einsicht zeigt und dich als Problem sieht, wird es eher schwierig werden.

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Eifersucht und Misstrauen als Basis

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W
Eine Ergänzung noch: Mein Partner hat anfangs ebenfalls sehr viel „Einsicht“ gezeigt und ist stark auf meine Bedürfnisse und Ängste eingegangen. Das hat mich in meinem Verhalten natürlich unbewusst bestätigt und mir das Gefühl gegeben, dass meine Reaktionen vielleicht berechtigt oder sogar notwendig sind.
Erst als mir bewusst wurde, wie sehr ich ihn dadurch in seiner Freiheit und seinem Verhalten einschränke, hat es bei mir wirklich Klick gemacht. Ich habe verstanden, dass meine Ängste nicht dadurch kleiner werden, dass mein Gegenüber sich immer mehr anpasst, im Gegenteil, dadurch kann sich dieses Muster auch weiter verstärken.
Damit möchte ich nicht sagen, dass man keine Rücksicht aufeinander nehmen oder auf die Gefühle des Partners eingehen sollte. Rücksicht und Verständnis sind in einer Beziehung wichtig. Aber man sollte aufpassen, ein solches Verhalten nicht unbewusst zu „füttern“, indem man immer weiter nachgibt oder sich einschränkt. Denn damit nimmt man dem anderen letztlich auch die Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und mit seinen eigenen Ängsten umzugehen.

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GreenTara
@Ray77
Zitat von Ray77:
Sie hat zuletzt sogar gefragt, ob ich mich mal selbst hinterfragt hätte warum Ex-Partnerinnen mit mir SChluss gemacht hätten, und ob ich mein Verhalten schonmal reflektiert hätte

Nun, wenn sie so wenig einverstanden ist mit deinem Verhalten, dann bist du nicht der richtige Partner für sie. Du solltest dich nicht passend machen müssen nach ihren Vorgaben. Klar kannst du auf sie eingehen hinsichtlich ihrer schlechten Erfahrungen, aber es fruchtet ja nicht. Sie kann aber bei sich selbst keine innere Sicherheit herbeirufen; wenn ihr da das Fundament fehlt, kann das nicht innerhalb einer Partnerschaft erarbeitet werden, den Weg muss sie mit professioneller Unterstützung alleine gehen. Es hilft auch nicht, auf ihre Vorwürfe mit Gegenvorwürfen zu reagieren. Es reicht, den Fakt zu benennen: Auch für dich ist es keine Beziehung, in der du dich geborgen und anerkannt fühlst, uns so sollte jeder für sich sein Ding weiter machen.

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A
Zitat von Ray77:
Ich versuche halt herauszufinden, ob ich vielleicht doch "mehr" hätte tun können.

Ist halt schwierig, wenn sie selbst ja gar kein Problem sieht, also bei sich.

Sie ist schon next Level, finde ich zumindest, was den Wahn betrifft. Und es wäre an ihr, das zu bearbeiten. Nur wenn sie das nicht erkennt.. Ist wie einem Alki.

Du könntest noch eine begleitende Beratung in Betracht ziehen.

Ansonsten: Wenn sie so schlecht von dir denkt, dann muss sie wohl allein bleiben.

#35


A
Zitat von Ray77:
Obwohl ich aus den genannten Gründen von Beginn an befürchtete, es könnte sein dass das absolut keine Zukunft hat, wollte ich diese tolle Frau

Und wieder einmal: Das erste Gefühl ist das richtige.

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Ray77
@WildBloom Ganz lieben Dank dass Du Deine Erfahrungen teilst. Ich hatte gehofft das jemand auch aus der Sicht meiner Freundin beschreiben kann, wie es sich anfühlt und vor allem, ob und wenn ja welche Lösung es geben kann.
Letztlich bestätigst Du meine Befürchtung, dass die Erkenntnis bei ihr kommen muss, dass ich sie maximal begleiten, aber nicht retten kann. Dass ich an ihrer Seite stehen kann wenn sie diese Dinge mit sich auszumachen versucht, dass ich sie auch durch eine Theorapie begleiten würde, aber dass ich nicht derjenige sein kann der ihr hilft, die Unsicherheiten und das Misstrauen loszuwerden.
Befürchtung deshalb, weil ich leider aktuell ziemlich davon überzeugt bin dass diese Erkenntnis bei ihr noch nicht da ist. Bis zuletzt war es immer weiter das Ringen um Anerkennung ihrer Gefühle, verbunden mit den Wünschen und Forderungen, die sich für mich immer schwierig und falsch anfühlten, und die sie für selbstverständlich hält. Und von denen sie ja auch bis heute behauptet: wenn Du das machst, dann wirds besser. Aber bis heute stimmt das nicht.
Interessant ist in dem Zusammenhang nur der erste kleine Schritt in die Richtung: warf sie mir an dem Tag, als das Thema mit dem Chat wieder völlig aus dem Nichts aufkam (einfach weil sie in der Sekunde, auf dem Bürgersteig vor dem Appartment, einen sofortigen Vertrauensbeweis brauchte) noch vor, dass ich - wenn ich ihr den Chat nicht zeigen könne - natürlich viel dafür täte ihr Misstrauen weiter zu befeuern, so sagte sie am Tag danach (weil an diesem Tag dann auch erstmals das Thema der Auszeit aufkam) genauso plötzlich, dass sie das verstanden hätte und der Chat natürlich im Grunde meine Privatsache sei - egal was drin stünde. Womit sie aus meiner Sicht komplett Recht hat. Die Tatsache dass man absolut nichts zu verbergen hat und jeden Chat zeigen könnte, ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem Recht, diese jederzeit als Partner auf Aufforderung gezeigt zu bekommen.
Und das Problem bleibt: das ist keine "echte" Erkenntnis im Sinne von: ich muss an diesen Dingen arbeiten. Sondern eher ein: ich hab verstanden dass es eigentlich Privatsache ist - aber mein Misstrauen wird dadurch trotzdem nicht kleiner. So hat sie es auch ungefähtr formuliert. Und damit sind wir gefühlt keinen Schritt weiter.

#37


Ray77
@WildBloom Auch damit sprichst Du mir total aus der Seele. Genau dieses Gefühl Deines Partners habe ich im Moment auch. Dass ich viel versucht habe, und dabei im Grunde Grenzen überschritten habe die ich für nicht richtig halte. Das habe ich nun auch klar zum Ausdruck gebracht. Ob sie das zum Umdenken bringt, das weiß ich nicht. Ich hoffe es irgendwie immer noch ein wenig.

#38


W
@Ray77 Der Spruch „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“ hat meiner Meinung nach schon seine Berechtigung. Gerade wenn man erkennt, dass das eigene Verhalten problematisch ist, ist das zumindest die Voraussetzung dafür, überhaupt etwas verändern zu können. Allerdings ist Einsicht allein natürlich noch keine Veränderung, besonders dann nicht, wenn Ängste und Emotionen in bestimmten Situationen so stark werden, dass man in dem Moment kaum noch in der Lage ist, rational zu handeln.
Wie gesagt, kann ich vieles von dem, was deine Partnerin erlebt, durchaus nachvollziehen. Manchmal kann einen eine riesige Angst überrollen. Und obwohl einem in diesem Moment vielleicht sogar vollkommen bewusst ist, dass das eigene Verhalten gerade nicht richtig ist oder dem anderen wehtut, schafft man es trotzdem nicht, anders zu reagieren. Nicht, weil man dem anderen bewusst schaden möchte, sondern weil die eigene Angst gerade alles andere überlagert. Ich kenne solche Situationen selbst und weiß, wie schwer es sein kann, aus diesem Muster herauszukommen.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass sie dir mit ihrem Verhalten bewusst schaden möchte. Ich glaube vielmehr, dass hinter vielen ihrer Reaktionen ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit steckt. Sie versucht vermutlich, durch Kontrolle, Rückversicherung oder bestimmte Regeln eine Sicherheit herzustellen, die ihr ihre Angst kurzfristig nimmt. Das Problem ist nur: Diese Sicherheit wird sie auf diesem Weg wahrscheinlich nie dauerhaft finden. Denn wenn die Angst die Ursache ist, braucht es immer wieder neue Rückversicherungen und irgendwann werden die Einschränkungen zwangsläufig immer mehr. Genau dadurch kann ein Kreislauf entstehen, in dem die Angst immer stärker und die eigene Freiheit immer kleiner wird.

Bei deinen letzten Beiträgen zum Thema Autofahren und Handy finde ich allerdings auch, dass eine Grenze erreicht ist. Das wirkt auf mich nicht mehr wie reine Eifersucht oder ein gelegentliches Bedürfnis nach Rückversicherung, sondern zunehmend wie eine Einschränkung deines eigenen Lebens und deiner persönlichen Freiheit. Und da finde ich es wichtig, zwischen Verständnis für ihre Ängste und der Frage zu unterscheiden, was daraus für dich entstehen darf.
Du kannst Verständnis dafür haben, dass sie Angst hat, ohne deshalb jede Konsequenz dieser Angst mittragen zu müssen. Ihre Gefühle sind verständlich und dürfen da sein, aber sie können nicht automatisch bestimmen, wie du dich verhalten oder wann du dein Handy benutzen darfst.
Denn irgendwann geht es nicht mehr darum, dass sie lernen muss, dir noch mehr zu vertrauen, sondern auch darum, dass sie dich so akzeptieren muss, wie du bist. Eine Beziehung sollte meiner Meinung nach nicht darauf hinauslaufen, dass einer seine Persönlichkeit und seinen Alltag immer weiter einschränkt, damit der andere weniger Angst hat. Das kann kurzfristig Ruhe schaffen, langfristig wird es aber wahrscheinlich beiden nicht guttun.

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Ray77
@WildBloom Ich unterstelle ihr niemals, dass sie irgendwas tut um mir zu schaden. Dass sie es bewusst macht, weil sie möchte dass ich mich schlecht fühle. Andersrum gilt das inzwischen das Gleiche - wir stellen sowas gar nicht mehr zur Debatte. Anfangs war es aber durchaus so, und sie hat auch immer mal wieder zum Ausdruck gebracht dass sie das fühlt. Immer wenn ich wieder eine für mich nicht verständliche Reaktion oder einen Vorwurf hörte, und sie fragte aus welchem Grund sie denn glaubt dass ich dieses oder jenes getan oder gesagt oder nicht getan oder nicht gesagt hätte (also was sie "getriggert" hat), sagt sie: weiß ich auch nicht - sag Du es mir. Womit sie im Grunde sagt: Ich unterstelle nichts, aber ich denke vielleicht machst Du das wirklich mit Absicht. Um mich klein zu halten. Mir ein schlechtes Gefühl zu geben. Das war durchaus Thema. Weil sie genau das leider oft genug gefühlt oder unterstellt hat. Für mich schlimm. Aber ich weiß natürlich genau - sie macht auch das nicht mit Absicht. Ein Gefühl ist nicht zu diskutieren, das ist da und darf auch da sein. Aber wie Du schon sagst, finde ich dass mein Gefühl auch existieren und ich für mich Grenzen setzen darf. Das habe ich lange nicht konsequent genug getan, aber jetzt muss ich das tun. Es geht nicht anders.

#40


S
Ich glaube, sie denkt, dass andere für ihre Gefühle verantwortlich sind, sie ihr gemacht haben. Aber das ist nicht so. Die Gefühle haben immer auf irgendeine Weise mit einem selbst zu tun. Jemand anderes würde in derselben Situation vielleicht ganz anders empfinden. Sie trägt für ihre Eiversucht selbst die Verantwortung.

Der Freund einer Bekannten, wollte sie auch mit Eifersucht, abhalten etwas zu tun. Sie hat spontan ihre Sachen gepackt, und sagte ihm, dass er lernen muss, zu vertrauen. Sie fuhr dann über Nacht zu einer Freundin. Er übernachtete in ihrer Wohnung. Am nächsten Morgen haben sie sich ausgesprochen. Sie hätte sich nie einschränken lassen.

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Stella31
Zitat von Ray77:
Der liebevolle und schöne Teil unserer Beziehung reicht aktuell nicht mehr, um das auszugleichen

Verstehe ich sehr gut und du bist ja auch, zumindest aus dem, was du schreibst, reflektiert und bereit, dich mit dir und ihr auseinander zu setzen.
Allerdings ist das, was sie tut, nicht mehr schön.
Offensichtlich ist ihre eigene Reflexion nicht so weit her.


Zitat von WildBloom:
Ich habe verstanden, dass meine Ängste nicht dadurch kleiner werden, dass mein Gegenüber sich immer mehr anpasst, im Gegenteil, dadurch kann sich dieses Muster auch weiter verstärken.

Sehr wichtiger, toller Satz!
Überhaupt enorm hilfreich, wie du schreibst 👍

@Ray77
Ich merke sehr deutlich, dass deine Freundin ihre Probleme zu deinen macht und nicht bereit ist, da wirklich hinzuschauen!
Es ist ein Trugschluss, dass du ihr mehr Sicherheit verschaffst, wenn du dich immer weiter einschränkst.
Sie wird nicht glücklicher und du auch nicht!

#42


GreenTara
@Ray77
Zitat von Ray77:
Ob sie das zum Umdenken bringt, das weiß ich nicht. Ich hoffe es irgendwie immer noch ein wenig.

Selbst wenn sie die Erkenntnis hätte, bekommt damit nicht automatisch Vertrauen. Es ist ein langwieriger Prozess, die inneren Muster zu ersetzen. Es beginnt damit, eigene Defizite nicht nur zu erkennen, sondern auch anzunehmen. Das bedeutet Eigenverantwortung und nicht, dass der Partner sich passend macht. Die Erfahrung, als wertlos deklariert zu werden, und dies als Glaubenssatz zu verinnerlichen, ist sehr prägend. Oft haben diese Menschen aus einer Opferhaltung her den Anspruch, andere Schulden ihnen etwas, ein Bedürfnis nach Wiedergutmachung. Bei deiner Ex hat sich dieses Muster lange Jahre verfestigen können, und wenn das Verlangen nach Wiedergutmachung nicht erfüllt wird, entsteht auch Verbitterung. Es fehlt einfach die Einsicht, dass es ein eigener innerer Weg ist.

#43


A


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