Zitat von freisein:Hallo Grace,
deine Lustlosigkeit für deine Therapiestunde ist, so glaube ich, ein bissel hausgemacht.
Dein Leben in den letzten Jahren war gewiß nicht einfach, du bist sicher mehrfach über deine Grenzen gegangen. Deine Prios waren gesteckt: Kinder, Job, NebenJob & gaaaaaanz hinten kamst dann du, aber wirklich nur, wenn DANN Niemand dich brauchte. Du bist eine Mama durch & durch, die sicher ganz oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt hat - sooft, dass du diese vielleicht gar nicht sooooo richtig kennst. Eigentlich ist doch alles gut, wenn es mit den Kindern gut läuft, die Beziehung (der Partner) zufriedenstellend ist.
Du standest kurz vorm burnout, hast dir Hilfe geholt, denn es gab keinen anderen Weg. Der Motor wurde überholt & wieder flott gemacht & als du das Gefühl hattest, jetzt ist wieder gut, ich funktioniere wieder einigermaßen, hast du dich von der Unterstützung verabschiedet, freiwillig.
Ich bekomm ja fast ein wenig Angst, wenn ich das lese; du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht - genauso ist es. Ich habe ein großes Verantwortungsbewusstsein, da ist die Meßlatte an mich selbst sehr hoch gesteckt. Meine Kinder haben nur mich, keinen Vater, wenn ich nicht für sie da bin - wer dann? Wenn sie mir nicht blind vertrauen können - wem dann? Ich war (bevor ich Mutter wurde) schon recht egoistisch unterwegs, die Prios haben sich im Laufe der Jahre verändert. Und ja, geht's meiner "Brut" gut, geht's mir auch gut.
Das mit dem Motor hast du gut benannt (und erkannt) - ich bin der Motor unserer Familie; wenn der Motor nicht läuft, läuft die Familie nicht.
Meine Bedürfnisse habe ich im Laufe der Jahre "verlernt", dass stimmt.
Ich glaube, jetzt, wo es um dich geht, möchtest du gehen, weg. Ich kann mich auch irren.....
Nimm dich bitte wichtig, stell dich mal ganz vorne in die erste Reihe. Es ist eine Chance, dich aus anderer Sicht kennenzulernen!
Witzigerweise, war das gestern Thema in der Therapie - mich wichtig nehmen. Meine Bedürfnisse. Mir was gutes tun. Für mich gut sorgen, los lassen lernen.
Warum erzähle ich dir das alles? Es ging mir ähnlich, aber seit etwa einem Jahr nehme ich meine Wünsche & Bedürfnisse wichtig. Ich spreche sie aus. Meine Gesundheit ist mir wichtig, damit es mir gut geht (habe mit dem Rauchen aufgehört).
J
Du bist eine starke Frau mit großen Ressourcen & die kannst du ruhig mal an dich "verbraten" - den anderen bleibt noch genügend. Durch die Therapie kannst du dich kennenlernen & das scheint dir nicht so wichtig zu sein, wie für deine Kinder/Mann/Freunde da zu sein.
Ja, ich bin mir selbst nicht wichtig genug.
Ich wünsche dir sehr, dass du weiter machst!
-------------------------------------------------------------------------------------------------------
@all:
Ich habe mir gestern ein Herz gefasst und meiner Therapeutin erzählt, wie müde ich der Therapie bin usw. usf.
Ich hatte wirklich Angst ihr das zu sagen, hatte Angst, dass sie es persönlich nimmt, dass sie sauer wird usw. - Ich wurde aber eines besseren belehrt.
Sie sagte, sie nimmt mich momentan auch als sehr belastet und ohne Freude war.
Mir ist bewusst geworden, dass ich Leichtigkeit in meinem Leben brauche, dass mir das immens fehlt.
Sie hat von sich aus angeboten, dass wir die Therapie alle 14 Tage machen, sie hätte eine Patientin, die wohl auch in den 14-Tage-Rhythmus möchte.
Sie sagte, dass sie bei mir viele Fortschritte gesehen hat und das es okay ist, wenn man mal "nicht tief" gehen möchte, sondern lernen möchte, Dinge leichter zu nehmen.
Wir sind jetzt so verblieben, dass ich mir bis nächste Woche überlege, ob ich 14-tägig machen möchte. Das ich die Therapie auch nutzen soll, mal rumzukotzen, mit ihr gemeinsam Wege finden kann, um Leichtigkeit und Freude in mein Leben zurückzuholen.
Ich denke, dass ist der 1. Schritt, der für mich grad wichtig ist.