Zitat von Grace_99:
Ich bekomm ja fast ein wenig Angst, wenn ich das lese; du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht - genauso ist es. Ich habe ein großes Verantwortungsbewusstsein, da ist die Meßlatte an mich selbst sehr hoch gesteckt. Meine Kinder haben nur mich, keinen Vater, wenn ich nicht für sie da bin - wer dann? Wenn sie mir nicht blind vertrauen können - wem dann? Ich war (bevor ich Mutter wurde) schon recht egoistisch unterwegs, die Prios haben sich im Laufe der Jahre verändert. Und ja, geht's meiner "Brut" gut, geht's mir auch gut.
Das mit dem Motor hast du gut benannt (und erkannt) - ich bin der Motor unserer Familie; wenn der Motor nicht läuft, läuft die Familie nicht.
Meine Bedürfnisse habe ich im Laufe der Jahre "verlernt", dass stimmt.
Mir liegt es völlig fern, dir angst zu machen, eher eine Ahnung. Deine Argumente sind mir bestens bekannt. Dein Verantwortungsbewusstsein glaube ich dir sofort, ein Markenzeichen, mit dem du dich identifiziert! Alles richtig, denn DAS war/ist DEINE Sicherheit & da kannst du auch stolz drauf sein, dass du all die Jahre alleinerziehend deine Kinder durchs Leben bis hierhin begleitet hast. (Ich habe das noch vor mir - ich bin älter als du & meine Püppi ist deutlich jünger als deine kids). Diese Verantwortung auf deinen Schultern lastet schwer & es muss IMMER ein Plan B in der Schublade liegen. Kenne ich gut, ist manchmal anstrengend, aber wenn dann alles geklappt hat, freut es einen, oder?
Du schreibst, dass sie keinen Vater haben - auch das ist bei uns der Fall. Du bist Mutter,Vater, Essen, Trinken, Haus - du bist alles für die Kids. DAS waren auch meine Gedanken......
Du bist der Fels, der Halt für deine Kinder - das erwartest du von dir & deine Kinder zeigen dir das auch so. Richtig?
Du schreibst, dass sie dir blind vertrauen, das ist gut, Urvertrauen! Wem noch?
Wo möchte ich hin mit meinen Gedankengängen......
Gib Verantwortung an deine Kinder ab! Im Kleinen/Mittlerem - das tut dir gut & vor allem deinen Kids. Ich weiß jetzt nicht, wie & wo du dich im Detail für deine Kinder über den Tag verantwortlich fühlst. Was du FÜR sie organisiert o.ä., das musste mal schreiben. Dann schau mal, was du lassen kannst, was du zwingend noch beäugen musst.
Vertrauen: in aller erster Instanz sollten deine Kinder auf sich selbst vertrauen & Mama gibt Hilfestellung, wenn gewünscht.
Dann bekommst du ICH-Zeit
Ich habe letztes Jahr mittel- & langfristig geplant (Püppi kam gerade zur Schule) . Wir haben ein starkes Band & ich gebe ihr alle Stärke, die sie braucht. So begleite ich sie Stück für Stück ins selbstbestimmte, freie Leben. Mittlerweile organisiert sie einen Teil ihres Tages selbst & das genießt sie

Klar, bei den Helikopterfrauen bin ich absolut durch

, aber meiner Maus ermögliche ich, dass sie selbstbewußt wird. Es gibt durch die frühe Selbständigkeit im kleinen Zeitfenster soviel Gewinn, das ist unersetzlich. Selbstverständlich geht mein Kind fussläufig den Schulweg (ohne mich) .
Ihre Eigenverantwortung ist ein wesentlicher Teil beim Heranwachsen - wir machen trotzdem viel Halligalli
Mein federführender Gedanke, der diesen Prozess erst gründete, war: ich kann von heute auf morgen nicht mehr sein oder ernsthaft erkranken, DANN kann mein Kind trotzdem weiter leben, WEIL sie selbst verantwortlich ist.
Schöner Nebeneffekt: alles geht bei uns entspannt zu
Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben
