Mahlzeit ihr Lieben,
da bin ich mal wieder, in meinem eigenen Thread

Mir geht es mittlerweile gut. Ich war eine Zeitlang gesundheitlich angeschlagen, war sage und schreibe 4 Wochen krank geschrieben (war ich noch nie in meiner ganzen beruflichen Laufbahn), aber ich war egoistisch und habe mir die Auszeit "gegönnt", so dass ich in Ruhe gesund werden konnte.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich denke, bloß nicht laut aussprechen das es mir gut geht, wer weiß wo der nächste Hammer sitzt - ich denke, aus dieser Gedankenfalle komm ich wohl nie mehr raus, aber immerhin kommt mir der Gedanke, dass es mir gut geht - ein großer Fortschritt.
Was hat sich bei mir getan?
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, mein Partner und ich hätte in den letzten Monaten nur Friede, Freude, Eierkuchen gehabt - dem war nicht so. Was ich allerdings gelernt habe, ist: Das es normal ist. Ja, es ist normal und nicht "beziehungstötend", wenn man mit Ü40 auf jemanden trifft und es nicht gleich reibungslos läuft.
Ich habe aufgehört, gleich alles generell in Frage zu stellen, mich in Frage zu stellen oder gar gleich zu denken, eine Beziehung ist kaputt, weil man aufeinander knallt. Da muss ich zugeben, dass es mir auch geholfen hat, nicht jeden Pups hier im Forum zu hinterfragen, denn, sind wir alle mal ehrlich, viele Antworten bringen nicht das gleiche Ergebnis und jeder von uns ist anders geprägt, so dass ein jeder Situationen völlig anders bewertet und das man am Ende dann nur noch mit einem Fragezeichen da steht und gar nicht mehr weiß, was "richtig / normal / falsch" ist.
Das muss, so finde ich, jede Partnerschaft für sich selbst herausfinden. Und ich habe für mich herausgefunden, dass wir beide keine Anfang 20 mehr sind, sondern beide Ü40, mit Erfahrungen, Narben und Wunden, jeweils mit Kindern gesegnet, mit eigenem Freundeskreis, mit eigenen Ansichten, Lebenseinstellungen usw. - da ist nicht gleich jeder per se "böse" weil er / sie nicht so reagiert wie man es sich wünscht.
Wir haben hart an uns gearbeitet, sind beide hart an unsere Grenzen gestoßen, aber ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich in der Beziehung wohl fühle. Mit diesem Mann wohl fühle, mich geborgen, geliebt und vertraut fühle. Das war ein Prozess um bis dahin zu kommen, es wird auch noch ein stetiger Prozess bleiben, denn keine Beziehung ohne Arbeit.
Wir sind jetzt über 1 1/4 Jahre zusammen und ja, es hat sich gelohnt.
Seine / meine Kinder kommen gut mit uns aus, auch die Kinder untereinander kommen gut zurecht. Wir haben uns unsere "Welt" aufgebaut, die Welt, die für ihn und mich passend / stimmig ist und in dieser Welt fühle ich mich wohl (ich denke, er auch).
Es stehen Pläne an, Ende Mai verreisen wir zu zweit, im Sommer haben wir in den Sommerferien 3 Wochen Urlaub zusammen, in den Herbstferien fliegen wir zu sechst (er, seine, meine Kinder, ich) in den Urlaub.
Ja, was soll ich sagen? Mir geht es gut. Endlich Leute!
Eure Grace