Zitat von SimplyRed:
Hallo @LarsWilhelm
Ich finde diese These gar nicht so uninteressant. Deswegen habe ich überlegt und ich bin mir da ebenfalls nicht ganz sicher. Auf der einen Seite, wäre ich deutlich alarmiert, würde mein Mann mir sagen, dass er Gefühle für eine andere Frau entwickelt hat, denn persönlich glaube ich, dass man nur einen Menschen lieben kann.
Auf der anderen Seite, habe ich aber auch schon oft gehört (und hier gelesen), dass Menschen berichten, tatsächlich zwei Menschen zu lieben.
Ob das stimmt, ob diese Menschen sich das einreden, schönreden - das kann ich natürlich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich so nicht gestrickt bin, aber das hat keine Allgemeingültigkeit.
Hui spannende Frage
( Ich muss erst einmal verdauen dass ein sehr liebgewordener Forumsteilnehmer es verlässt und ich keine Daten zur Verfügung habe.
Das finde ich superschade weil somit nur krakeler übrig zu bleiben drohen.)
Zurück zu dir.
Selbstverständlich kann man mehrere Menschen lieben, das macht doch jeder. Ich liebe meine Kinder, meinen Bruder, liebte meine Eltern.
Aber das sind natürlich andere Spielarten der liebe.
Die Liebe zu einem Lebenspartner ist meiner Meinung nach bei den meisten Menschen tatsächlich auf eine Person gleichzeitig beschränkt.
Polyamorelie gibt es, sie ist echt, aber sehr selten.
Und dann noch das leidige Thema der Gefühle versus einem Affärenpartner.
Ich glaube mittlerweile, dass im Grunde liebe ein Produkt unseres interlekt ist.
Durch unsere Fähigkeit sind wir in der Lage, uns einem anderen vollkommen hinzugeben.
Aber dann gibt es noch den Alltag, der wenig Rücksicht nimmt und unsere natürliche Trägheit. Wie oft liest man, dass die Stammpartner sich auseinander gelebt haben.
Ich glaube, dass liebe ein wenig einer Orchidee gleicht: wenn Man sie pflegt, dann hält sie quasi ewig, ansonsten geht sie kaputt.
Als nächstes ist die Ebene zu betrachten, dass man gerne sich angenommen fühlt. Das fängt doch damit an, dass du mit Sicherheit auch gern deinen Kollegen anlachelst, oder angelächelt wirst.
Auf Zuwendung reagieren wir doch alle positiv und manchmal wollen wir mehr.
Und nicht zu vergessen unser Reptilien Hirn , welches auf der körperlichen Ebene ( inklusive Gerüche!) funktioniert
All das macht uns anfällig. Und mit so viel positiver Energie können sich Gefühle entwickeln.
Das ist noch lange keine Liebe, aber ist schon sehr stark.
Ab jetzt kann ich nicht mehr aus eigener Erfahrung schreiben
An diesem Punkt muss der Verstand einsetzen, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Verantwortung zu übernehmen. Oder eben nicht.
Denn falls dein Mann Gefühle jemand anderem gegenüber entwickelt, dann hat er die Chance, diese zu Übersteuern.
Das ist auch nicht unbedingt ein Alarm Signal, sondern das Leben.
Er muss sich entscheiden, ob er es in seinem Kopf lässt und Mal ein bisschen Kopfkino laufen lässt oder etwas anderes.
Aber höchstwahrscheinlich liebt er die dritte Person als potenziellen Lebenspartner nicht.
Meine Frau liebte ihren Freund schon sehr, und ihre Gefühle mir gegenüber würde ich Mal beschreiben als liebe minus Begehren minus Leidenschaft
Und dennoch stand für sie außer Frage, dass sie mit ihm nicht das Leben teilen würde.
Und von daher, würde ich es so sehen: als Partner können die meisten nur einen Menschen lieben, aber eine andere Art liebe ist durchaus möglich.
In gewisser Weise liebe ich meine Freundin auch, aber ich möchte nicht mein Leben mit ihr teilen noch werde ich wuschig wenn ich an sie denke, noch habe ich Sehnsucht.
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass ich einem anderen Menschen solche Gefühle auch entwickeln könnte. Und dann heißt es, damit umgehen und nicht einfach drauflos gehen, denn dazu ist unsere Historie zu wertvoll.
Polyamorelie ist etwas anderes