357

Eigene Situation, eigenes Thema, Wege aus Affären

Wurstmopped

Wurstmopped


3452
1
4600
Zitat von 6rama9:
Finde ich auch einen interessanten Ansatz. Affären scheuen das Licht mehr als der Teufel das Weihwasser. Man müsste mal überlegen, ob eine offensive öffentliche Bekanntmachung einer Affäre des Partner im Bekanntenkreis, Arbeitsumfeld, usw nicht das schnellste und nachhaltigste Mittel wäre, diese zu beenden.

Also zB die Arbeitskollegin der untreuen Frau abpassen und ihr sagen "Übrigens, falls du mitbekommst, dass meine Frau gerade durch den Wind ist. Es ist, weil ihre Affäre gerade aufgeflogen ist und sie im emotionalen Ausnahmezustand ist. Ihr gehts gerade nicht gut"

Für Frauen ist das der Super-GAU...nichts fürchten sie mehr als den Verlust ihres Rufes
Das ist ein gutes Argument um Dynamik in eine Affäre zu bringen... Öffentlichkeit finde ich gut.

13.05.2019 21:41 • #61


Zauberkugel


Männer nicht?
Da tun sich beide Geschlechter gar nichts.
Meine Meinung.
Wer geht denn bitte mit einer Affäre an die Öffentlichkeit? Dann wäre es ja auch keine mehr in dem Sinne. Die meisten versuchen doch den Deckel drauf zu halten. Auch nach Auffliegen. Das geht ja auch erstmal niemanden etwas an.

13.05.2019 22:24 • #62



Eigene Situation, eigenes Thema, Wege aus Affären

x 3


6rama9

6rama9


5322
4
8763
Zitat von Zauberkugel:
Männer nicht?
Da tun sich beide Geschlechter gar nichts.

Oh... in der öffentlichen Wahrnehmung ist das aber was ganz anderes. Fremdgehende Frauen sind bei anderen Frauen nicht gerade gut angesehen ("will die etwa auch an die Hose meines Mannes?"), während fremdgehende Männer bei anderen Männern schon auch mal als Frauenversteher und Casanovas gelten.

Tatsächlich glaube ich, dass Frauen die Öffentlichmachung ihrer Affäre sehr unangenehm empfinden würden. Also, wenn ich eins hier aus dem Forum gelernt habe, dann dass man als Betrogener sofort das Heft in die Hand nehmen muss. Da kann so eine Öffentlichkeitsmachung durchaus eine Druckmittel sein.

13.05.2019 23:03 • x 1 #63


Wurstmopped

Wurstmopped


3452
1
4600
Zitat von 6rama9:
Oh... in der öffentlichen Wahrnehmung ist das aber was ganz anderes. Fremdgehende Frauen sind bei anderen Frauen nicht gerade gut angesehen ("will die etwa auch an die Hose meines Mannes?"), während fremdgehende Männer bei anderen Männern schon auch mal als Frauenversteher und Casanovas gelten.

Tatsächlich glaube ich, dass Frauen die Öffentlichmachung ihrer Affäre sehr unangenehm empfinden würden. Also, wenn ich eins hier aus dem Forum gelernt habe, dann dass man als Betrogener sofort das Heft in die Hand nehmen muss. Da kann so eine Öffentlichkeitsmachung durchaus eine Druckmittel sein.

Jepp, ganz besonders pikant, wenn im Umfeld fremdgegangen wird, da ist dann Alarm hoch zehn, sch...s auf die Moral, Hauptsache der Schein bleibt gewahrt.

13.05.2019 23:12 • #64


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
So, es ist mal wieder Zeit für ein Update.

Obwohl, so richtig viel hat sich nicht geändert- außer, dass wir mal wieder ein Zwiegespräch geführt haben- mít umgekehrten Vorzeichen- diesmal hatte meine Frau Schiss, was denn da so von meiner Seite aus kommt. Und da kam viel. Soviel, dass ich im Vorfeld das Ganze aufschreiben musste.
Tja, und da stehen wir- es geht uns nach wie vor gut.
Ich merke, wie das was angesprochen wurde bei ihr ankommt, wie sie darauf eingeht. Und ich merke, wie Zwiegespräche tatsächlich einen Superkleber für Paare sein können. So ganz allmählich spüre ich das Verbindende.
Ich merke auch, wie sie sich in kleinen Schritten vom AM löst.
Für mich ging die Reise auch weiter- ich konnte ihr verzeihen und das ganze zum Ausdruck bringen. Ich hatte lange geschwankt, ob ich tatsächlich so fühle und wenn ja das auch mitteile, denn es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder die Verzeihung ist der Abschluss unseres Beziehungsaufbaus, oder aber ein Zwischenschritt. Und das ist ein Zwischenschritt, den ich unbedingt für mich brauchte, um Frieden mit mir und uns schließen zu können. Noch bin ich weit entfernt vom Verdauthaben, aber es fühlt sich gut an.
Und heute morgen finde ich einen Liebesbrief im Auto.....

27.05.2019 13:51 • #65


darkenrahl

darkenrahl


1853
3055
Zitat von BeastyWitch:

Mir ist bewusst, dass ich ziemlich einsam da stehe grad
Alle die eine Affäre haben // hatten sind sich natürlich einig...sowas kann jedem passieren.

ich sage Nein, kann und wird es nicht.


Du stehst nicht alleine da. Aber es sind eben genau die, die dich angreifen, welche das bei andern verurteilen.

15.06.2019 18:23 • #66


Shufa


Zitat von Wurstmopped:
Für Frauen ist das der Super-GAU...nichts fürchten sie mehr als den Verlust ihres Rufes
Das ist ein gutes Argument um Dynamik in eine Affäre zu bringen... Öffentlichkeit finde ich gut.

Nur stolze Frauen haben Angst um ihres Rufes , deshalb achten sie sehr auf, was die Öffentlichkeit denk und sagt.

16.06.2019 09:39 • #67


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
Auch heute mal wieder ein Update.


nachdem ich 2 Wochen nach dem Dreiertreffen wieder am Punkt war, dass es so nicht weitergehen kann, hatten wir im Zwiegespräch vereinbart, extern uns Hilfe zu suchen.
Überraschend schnell hatten wir einen Termin bei der Paarberatung.
Alter Falter, da hatte ich fast Mitleid mit meiner Frau bekommen, zumal sie morgens noch einen Termin bei Ihrer Therapeutin hatte. (Die meinem Gefühl nach in die selbe Kerbe hackte.)

Also: Was kam heraus:
a) Den dritten kann ich nur akzeptieren wenn entweder meine Frau mir egal wäre oder ich selber etwas am Laufen hätte. Ein klares "ja mach mal" für eine Affäre meinerseits, kam nicht von Ihr- da hat sie sich mächtig gewunden. Nein, ich mit einer andere- geht gar nicht -ach
b) Ein Dritte überhaupt (sei es die best friend, die Mama) schadet der Paarbeziehung *immer* und ausnahmslos. Und wenn jetzt die EX Affäre in dieser Position ist, dann habe ich alles Recht der Welt, das nicht zu wollen
c) Es ist nicht *mein* Problem, sondern *unser* Problem
d) welche Wichtigkeit hat denn der Dritte noch: Und das war das entscheidende: Er unterstützt sie, gibt ihr Rückenwind in unserer Ehe. Sie hat Angst, dass wir wieder zurückfallen und dass eines Tages ich keinen Bock mehr auf die Mühen habe.

Aber das geht nicht auf, wurde ihr klar kommuniziert- sie und ich müssen auf Augenhöhe leben und zur Zeit gibt es ein Machtgefälle. Nämlich ihr Fall-Back, das Faustpfand. *Rumms*, das saß
Jetzt bin ich gespannt, denn schon im Vorfeld hatten die beiden eine Kontaktsperre vereinbart. Mir ging es damit sehr gut- ihr so lala. Nach dem Termin hatte sie ne Nacht geheult und war unnahbar. einen Tag später neben der Spur, aber mir wieder zugewandt. Ich glaube, sie hat mächtig verstanden.
Aber ich auch.
Jetzt endlich können wir an dieser Stelle weitermachen. Die Trennung von ihrem AM ist nämlich dann akzeptabel, wenn sie diese moralische Unterstützung nicht mehr braucht. Da kann ich Hilfestellung leisten, aber sie muss mehr Selbstliebe und Selbstvertrauen aufbauen.

Beide haben sich an die Kontaktsperre gehalten. Und haben nach Ablauf der ersten Frist eine neue, längere Kontaktsperre vereinbart. Stück für Stück. Ich habe meine Zweifel über diese Strategie angemeldet und angekündigt, dass ich nicht noch einmal 6 Monate rumeiere. Wenn ich ein Problem bekomme, wird das instantan und deutlich ausgesprochen. Aber, dass ich vorerst mit der Politik der kleinen Schritte, dem Rausschleichen, leben kann. Denn die Richtung ist klar.
Als Erfahrung aus der KS: Wir sind als Paar näher zusammen gerückt. Viel näher und das ist gut so. Geht also.
Blöd ist für sie- wäre die Affäre nicht gewesen, wäre er ein toller Freund. Aber, sie haben nun einmal Grenzen überschritten und müssen nun mit den Konsequenzen leben. Schön, wenn es einen Menschen gibt, bei dem man nach 2 gewechselten Worten eine innere Verbindung spürt- habe ich auch- nur bin ich keine Affäre mit dieser Person eingegangen- und somit kann ich es weiterlaufen lassen- diese Verbindung ist sehr weit weg von der Paarbeziehung.
Bei der anderen ist es Stand jetzt für mich nicht akzeptabel. In 5 Jahren? Who knows.

17.06.2019 09:56 • #68


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
Also ich vor 2 Monaten hier anfing mitzuschreiben ahnte ich noch nicht, wohin die Reise geht. Das Leben ist doch einerseits spannend, andererseits ähneln sich geschichten, bzw. Prozesse. Und daher ist es mal wieder Zeit für ein Update:

Nach einem hässlichen Streit bin ich ausgezogen. Ich war an den Punkt angekommen, dass ich so nicht mehr leben will und kann. Die sich daraus ergebende Beziehunsgspause (Beziehungsabstand) tat uns beiden gut.
Denn: ich habe für mich erkannt, dass ich mich nur scheinbar wohlfühlte. Und meine Frau auch. Es lief nicht rund- wir haben immer einen Bogen um das Thema Liebe füreinander, Respekt etc. gemacht. Ich habe das Thema Liebhaber ausgeblendet- das wäre Vergangenheit, sie hat das Thema veränderte Gefühle ausgeblendet und vor allem unfaire Vergleiche gezogen. Aber das konnte ich ihr nicht beipulen.
Offensichtlich hat dieser Schritt endlich in ihr prozesse ausgelöst, sich einmal zu kommitten. Was sie denn gegenüber mir fühlt. Während ich einfach mal durchgeatmet habe, muss sie Tonnen von Taschentüchern verbraucht haben. Nach gut 10 Tagen haben wir uns spontan bei uns zu Hause getroffen. Der Tag war schön. Denn zum aller ersten mal haben wir darüber uns einigen können, was uns trennt, verbindet, unsere Sehnsüchte und Erwartungen an eine Partnerschaft. Und meine Frau wollte unbedingt in ein offenes Kloster, um nachzudenken, zu sortieren.
Mittwoch ist diese Zeit zu Ende. Mittlerweile telefonieren wir täglich miteinander. Sie berichtet mir von ihren Erfahrungen, die sie aus dieser Gemeinschaft mitnimmt.Und unsere Zukunft.
Und es bewahrheitet sich mal wieder der Spruch, dass man erst rückblickend sein Leben versteht:
Wir erleben unsere Krise quasi zweiteilig. Nach dem Dezember haben wir uns enthusiastisch in eine Wiederbelebung gestürzt, ohne in der Tiefe nachzuforschen, was denn mit uns ist.Wir haben wieder zueinander gefunden, techniken endeckt, voneinander gelernt. Aber uns fehlte die Tiefe. Jetzt war die Krise vollends aufgebrochen und wir konnten überlegen, was uns bewegt, was wir wollen. Man könnte sich natürlich fragen, ob wir nicht hätten gleich über eine Pause in unser neues Leben starten können. Ich glaube nein, die Zwischenzeit war serh wertvoll, um uns wieder zuzuwenden, zu spüren, was den anderen bewegt. Nicht perfekt, aber doch sehr viel besser als vorher.
Und ja, nun starten wir wieder durch. Erleben uns in der Tiefe, lernen voneinander und übereinander, bleiben wir selbst und wir als Paar. Spontan kam seitens der klsoerleute fder vorschalg, ich möge doch am Vorabend anreisen., dort übernachten und mit ihr gemeinsam heimfahren. Wir freuen uns darauf und auf einander. Und ich wohne wieder daheim. Fühlt sich gut an.

15.07.2019 09:12 • x 2 #69


DieSeherin

DieSeherin


2048
2144
Zitat von LarsWilhelm:
Man könnte sich natürlich fragen, ob wir nicht hätten gleich über eine Pause in unser neues Leben starten können. Ich glaube nein...


es gibt ja immer mal wieder auch gut gemeinte ratschläge von anderen - nur meist sind zwar situationen vergleichbar, die darin involvierten personen/persönlichkeiten aber nicht! und vieles zeigt sich eh erst im nachhinein... hätte, täte, würde... es verbraucht unnütz energie, die man besser ins heute und morgen investieren kann.

klingt spannend bei euch!

15.07.2019 14:49 • x 1 #70


Wurstmopped

Wurstmopped


3452
1
4600
..klare Kante hat sich abermals bewährt....Deine Frau konnte sich danach fühlen, für Dich empfinden und hat die Zukunft mir Dir gewählt, welche Du nun zugestimmt hast!

15.07.2019 15:13 • #71


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
Zitat von Wurstmopped:
..klare Kante hat sich abermals bewährt....Deine Frau konnte sich danach fühlen, für Dich empfinden und hat die Zukunft mir Dir gewählt, welche Du nun zugestimmt hast!


Da ist tatsächlich etwas drann. Denn wir hatten und haben es mit unserer Identität als Mann bzw. Frau. natürlich gibt es den Standpunkt: Der ganze Genderschaixx interssiert mich nicht, ist überholt. Aber für uns eben nicht. es gibt den Ansatz, die Geschlechter auch Geschlechter sein zu lassen und statt Gleichmacherei, die Gleichwertigkeit anzuerkennen. Und da kommen doch sehr spannende Dinge zum Vorschein. So emanzipiert meine Frau ist, so sehr erwartet sie von mir doch "männliches" Verhalten. Mut, Entschlossenheit. Planung,Vorauschau.... Und so sehr sie als Ingenieur ihren "Mann" im Beruf Steht, so sehr möchte sie gern auch gern beschützt werden, mitmachen, nicht vorne weg rennen, die familie umsorgen, sich um das Wohl der einzelnen kümmern.
Ja, die klare Kante war ganz offensichtlich einer der Schlüssel, der uns weiter brachte.

15.07.2019 15:28 • #72


Wurstmopped

Wurstmopped


3452
1
4600
Zitat von LarsWilhelm:

Da ist tatsächlich etwas drann. Denn wir hatten und haben es mit unserer Identität als Mann bzw. Frau. natürlich gibt es den Standpunkt: Der ganze Genderschaixx interssiert mich nicht, ist überholt. Aber für uns eben nicht. es gibt den Ansatz, die Geschlechter auch Geschlechter sein zu lassen und statt Gleichmacherei, die Gleichwertigkeit anzuerkennen. Und da kommen doch sehr spannende Dinge zum Vorschein. So emanzipiert meine Frau ist, so sehr erwartet sie von mir doch "männliches" Verhalten. Mut, Entschlossenheit. Planung,Vorauschau.... Und so sehr sie als Ingenieur ihren "Mann" im Beruf Steht, so sehr möchte sie gern auch gern beschützt werden, mitmachen, nicht vorne weg rennen, die familie umsorgen, sich um das Wohl der einzelnen kümmern.
Ja, die klare Kante war ganz offensichtlich einer der Schlüssel, der uns weiter brachte.


...jepp und das ohne zu werten...Frau-Frau und Mann-Mann sein lassen! Wäre mal was....dann wäre das alles wesentlich entspannter und Mann müßte nicht zum bessern Menschen "umerzogen" werden und Frau nicht unbedingt alles das hinbekommen was Mann schafft...warum gibt es eigentlich so wenige Müllwerkerinnen?
Egal....Lars ...herzlichen Glückwunsch ...viel Spaß euch zweien!

15.07.2019 15:38 • #73


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
Zitat von Wurstmopped:
...jepp und das ohne zu werten...Frau-Frau und Mann-Mann sein lassen! Wäre mal was....dann wäre das alles wesentlich entspannter und Mann müßte nicht zum bessern Menschen "umerzogen" werden und Frau nicht unbedingt alles das hinbekommen was Mann schafft...warum gibt es eigentlich so wenige Müllwerkerinnen?
Egal....Lars ...herzlichen Glückwunsch ...viel Spaß euch zweien!


Noch ist nicht aller tage abend. Aber es fühlt sich nun wirklich gut an. Ich werde mal von zeit zur zeit hier berichten. Wenn wir erfolgreich sind, aber auch wenn wir doch scheitern.

Ich beschäftige mich gerade mit Reinhold Schäfer. Er hat folgenden Grundansatz, Nämlich, dass wir Männer uns neu orientiert haben: Gefühle, Zuhören, Wickeln, Kochen, Kinder erziehen, weinen...Alles gut und richtig, aber das Archaische im Mann darf auch da sein, so dass mann komplett sein darf. Nicht Softi oder Tyrann, sondern von allem ein bisschen.

15.07.2019 15:45 • #74


LarsWilhelm

LarsWilhelm


1558
3
2514
Auch heute mal ein Update

Wie geplant habe ich meine Frau abgeholt. Und blieb auch eine Nacht in diesem Kloster. Dies war sehr sehr gut. Zum einen haben wir endlich einen gemeinsamen Ort für die Seele gefunden. das, was dort angeboten wird passt sehr gut zu uns.
Und Wir sind uns wieder nahe gekommen. Neu ist die unbedingte Zuneigung, die in der Zwischenzeit zwischen Krise Teil I und II noch nicht da war.
Schwer zu beschreiben ist unsere neue Kommunikation, da ich ja sehr begeistert von den Zwiegesprächen berichtet hatte. Im Nachgang betrachtet war das aber auch noch nicht so offen, wie es sein muss.
Neu für uns ist: 5 min wie geht es mir, 3 Min Pause, 5 Minuten der andere, 3 Min Pause 5 min Wie geht es mir mit Dir, 3 Minuten Pause, dann der andere, dann auseinander gehen, jeder für sich. Meist gießt meine Frau den Garten und ich erledige etwas anderes.Der Vorteil: Insgesamt ist man 26 Minuten beschäftigt, was viel einfacher in den Alltag zu integrieren ist. Somit kann man das alle 1, 2 tage ganz locker machen.
Und 15 Minuten des klassischen Zwiegesprächs reden wollen erst einmal mit Inhalt gefüllt werden, manchmal nicht so einfach. Und 5 min wiederum erfordern dass man kurz und knackig seine Dinge nennt und nur das wichtigste bespricht.
Meine Frau und der Dritte haben ein letztes Gespräch per Telefon geführt. Der Kontakt ist gelöscht. Die Chats gelöscht, die Bilder gelöscht. Ich habe es nicht kontrolliert, aber das hätte sich komisch angefühlt. Ich glaube ihr. Der AM war von der Ankündigung der Kontaktsperre überrascht. Sagte aber dann, dass diese mindestens 1 Jahr dauern müsste. Ihm glaube ich wiederum auch, dass er sich daran hält.
Meine persönliche Hoffnung ist, dass sich die Gefühle meiner Frau für ihn dann wirklich abgekühlt haben, was bis zu meinem Auszug nicht der Fall war. Sie hatten die Affäre als emotionale Affäre weitergeführt. Auch das musste ich lernen. Und den Schluss daraus ziehen- entweder kann ich in einer offenen Beziehung leben, oder eben nicht. Und ich kann es nicht. Also habe ich es "verboten" . Der Ball lag nun in ihrem Feld.
Und meine Frau hat in der Klosterzeit sehr viel zum Thema Liebe und vor allem Liebe zum Partner gelernt. Sie hat verstanden, dass wir nur eine Zukunft haben, wenn sie sich mir zuwendet und von ihm abwendet. Das ist mMn der Schlüssel. Und für mich war es gut, dass ich zu mir gefunden habe, was ich *wirklich* will und nicht will. Und keine selbst zerstörende Kompromisse eingehe. Es ging ja sogar soweit, dass ich einen kompletten Plan B entwickelt hatte. Und das tat so richtig gut, zu wissen: Ja ich will mit Dir zusammen sein, aber nur unter meinen Bedingungen. Wenn nicht, na gut, dann zerreißt es mir das Herz, aber ich lasse mir den Spaß am Leben nicht nehmen. Also wusste ich die wechselseitigen Unterhaltsansprüche, hatte einen Partner für den Urlaub, den ich unbedingt gemacht hätte am Start, genau wie die Option einer neuen Tanzpartnerin. Ich hatte Wohnungszanzeigen gescannt. Urlaub eingereicht zum Organisieren. Alles also bereit.
Meine Frau hatte ganz schön geschluckt. Aber es war gut, dass sie gesehen hat: "Der Lars, der macht jetzt wirklich ernst. Ich muss also wirklich eine Entscheidung treffen".
Also für mich gilt: Ich habe die Selbstfreundschaft entdeckt. Diese wiederum befähigt mich, mich wirklich meiner Frau hinzugeben, ohne Selbstaufgabe. Ich brauche Zeit und Tätigkeiten für mich. Und ich nehme mir diese Zeiten. Und meine Frau auch. Auch sie weiß nun, was "ihr Job" ist, will sie die Beziehung erhalten. Klingt jetzt so nach Zwang, aber so ist es ja gar nicht gemeint. Sondern eher wie: Ich will einen Zauberwürfel lösen. Dann muss ich erst die erste Ebene, dann die zweite Ebene und zum Schluss die dritte Ebene lösen. Und ich muss halt in der 3. Ebene den 22er Zug machen, will ich die Ecken richtig plazieren. So ist das "müssen" zu verstehen.
Parallel zu der ganzen Geschichte ist eine Freundschaft von mir zu einer Frau gewachsen (schrieb ich ja). Diese hat mich stets gespiegelt und mir zugehört, als ich so am Sortieren war. Insbesondere in der Zeit der Trennung.
Was ich aus dieser Freundschaft ziehe: Zum einen verstehe ich wenigstens im Ansatz was meine Frau in der Affäre erlebt hat. Klar gibt es einen Unterschied Freundschaft- emotionale Affäre und dann noch zur körperlichen Affäre. Für mich stellt das allerdings nichts völlig Artfremdes dar, sondern ist eine Steigerung. Und so kann ich schon nachfühlen, wie nett es ist, mit einer anderen Frau gemeinsam zu zweit Freizeit zu verbringen, tiefe Gespräche zu führen. Man fühlt sich völlig anders. Sehr gut.
Und ich merke, wie einfach es sein kann, Grenzen zu überschreiten, wenn denn beide dazu bereit sind. Es ist so.... logisch. Und auch neu irgendwie. Das hilft mir sehr bei der Aufarbeitung der Affäre. Weil ich verstehen muss.
Zum anderen aber merke ich , dass meine Frau meine Partnerin ist. Ich möchte nicht mit der Freundin mein Innerstes tauschen, oder gar mit ihr S haben. Nicht, dass ich sie als unattraktiv erlebe- ganz und gar nicht, in meinen Augen ist es mir ein völliges Rätsel, warum sie seit 9 Jahren Single ist, bzw. die post Ehe Beziehungen gescheitert sind.
Ein dritter Aspekt ist, dass ich bei der Freundin auch Mann sein darf. Ich darf sie "beschützen" und Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen.
Und das wiederum tut meiner Beziehung einfach nur gut. Denn- auch meine Frau will den "starken" Mann an Ihrer Seite. Nur, dass ich da etwas Nachholbedarf habe. Ich bin da nie so richtig hingekommen. Und wie alles ist das auch Übungssache.
Das Tolle im Leben gerade ist, dass ich diese Freundschaft auch seitens meiner Frau leben darf. Ich lasse sie daran teilhaben und sie bestärkt mich. Auch aktiv.Wie letzten Sonntag, wo es hieß "Ich bin krank- rufe doch Andrea an, wenn Du zum Straßentheaterfestival willst." oder nun beim Filmfestival: "Jiogh am Sonntag komme ich mit, gucke aber einen anderen Film als ihr. " Das ist wahrlich ein großartiges Geschenk.
Das Tolle im Leben ist, dass in diesen neuen Gesprächen, wir wirklich die Hosen runterlassen. Und so bekomme ich berichtet: Ich habe von ihm geträumt, er wollte mir etwas sagen, ich habe es aber nicht verstanden. oder: " heute habe ich oft an ihn denken müssen. Nicht sehnsüchtig, einfach so." Und das ist in meine Augen vollkommen iO. So ein Entliebungsprozess dauert einfach. Der Punkt ist einfach: ich bekomme ihr Innerstes gezeigt. Diese Offenheit brauche ich einfach, damit ich ihr Vertrauen schenken kann.
Und ich berichte dann, das ich manchmal auch ein schlechtes Gewissen habe, weil ich oft mit Andrea geschrieben habe, oder für sie Dinge erledige und aufpassen muss, dass sie hübsch da bleibt, wo Freunde hingehören.
Die Kinder wiederum sind auch hochzufrieden mit uns. Sie wollten halt auch wissen, woran sie sind. Der Große ist am Tag des Auszugs in die USA geflogen und war etwas abgeschnitten. Aber die Tochter hat ihn mit Infos versorgt. Und beide wussten, dass wir die Elternrolle stets einnehmen werden- egal, was mit dem Paar passiert. Um so schöner, dass wir zusammen sind. Und dann hat sich meine Tochter vom langjährigen Freund getrennt. Un d wir haben als Familie sie aufgefangen. Die Mama als unbedingt liebende und der Papa, der den Rücken stärkt und klare Kante zeigt, dass sie eben keine Dummheiten macht, nur damit es vermeintlich besser wird...
Die Freundin als letztes profitiert glaube ich auch von unserer Freundschaft, in dem Sinne, dass ich eben ein Mann bin, kein Hochschullehrer, der sie bestärkt, dass es vollkommen ok ist, Frau zu sein. Der sie ermutigt, den Kopf auch mal auszuschalten und die intellektuelle überlegene oberschlaue maschinenartige Professorin wenigstens temporär vergisst.. Vielleicht lernt sie doch in einer absehbaren Zukunft einen Lebenspartner kennen. ich würde es ihr so etwas von gönnen.Auch wenn der Weg weit sein wird. Frei nach dem Motto: "Ich mag den Michael schon sehr. Aber der ist ja 10 Jahre jünger."" SO?""- Wenn Du ihn liebst, ihn begehrst ist doch das völlig egal- lass Dich doch einmal ein".
Oder: "Wenn ich meinen Beruf nenne, bin ich raus aus dem Pool.Soll ich sagen, dass ich im weitesten Sinn in der Erwachsenenbildung bin?"" nein sag ihm, Du hast nen Lehrstuhl und fertig. Nicht groß erläutern, was Du da so alles machst und wen Du so alles kennst. Wie rennomiert deine Forschung ist- all das ist uninteressant. Einfach authentisch sein. Ich glaube wir Männer können schon damit umgehen, dass Du super schlau bist, dass Du hochintelligent bist. Aber wir sind nicht daran interessiert, sich klein und unwichtig zu fühlen. Und Andrea ist doch nicht nur Fachwissen, sonder auch Gefühl. Das wollen wir sehen. "
Zu allerletzt der AM. Ihm wünsche ich- genau wie meine Frau, dass er seinen Platz im Leben findet und ebenso sich positioniert. Entweder mit seiner Frau einen Weg findet oder aber einen Neubeginn. Ehrlich. Ohne Betrug und ohne herzen zu brechen.

31.07.2019 13:10 • x 2 #75



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag