Knacksus
Gast
Zum Thema: Ich habe vor ca. 11 Monaten einen Mann kennengelernt, ganz kurz nachdem sich mein Ex von mir getrennt hat. Mit ihm konnte ich mich gut ablenken, er hat mir die lieben Nachrichten geschrieben, die ich nach der Trennung vermisst habe. Wir waren zusammen unterwegs, haben in der Öffentlichkeit Händchen gehalten und uns geküsst. Es war für mich wie eine Beziehung und natürlich wollte ich irgendwann Klarheit. Somit habe ich das im Februar angesprochen, was das mit uns werden soll. O-Ton von ihm: "Es fühlt sich alles gut an mit dir, aber mir reicht das so. In einer Beziehung müsste ich ein schlechtes Gewissen haben wenn ich mich mal nicht melde oder keine Zeit habe. Und ich will auch keine Fernbeziehung" (Wohnen knapp 100 km auseinander). Bums, hat gesessen. Dann hatten wir kurz (10 Tage) keinen Kontakt, er hat mir dann zum Geburtstag gratuliert und so kam das ganze wieder in Gang. Ich habe echt darunter gelitten dass ich nicht wusste was das ist und er sich vielleicht noch mit anderen Frauen trifft. In der nächsten Zeit hat sich unser Kontakt unglaublich intensiviert, er hat mir viel von sich aus geschrieben. Ich hab seine Schwestern und seine Mutter kennengelernt, er auch meine Familie. Aber dieses Thema "Beziehung" anzusprechen hab ich mich nicht getraut.
Nunja, im Juni haben wir entschieden, zusammen in den Urlaub zu fahren: 3 Wochen Thailand! Es war so so wunderschön und für mich hat sich das schon alles nach einer Beziehung angefühlt, auch wenn ich die eindeutige Bestätigung nicht hatte und auch selber nicht wusste was ich nun fühle.
Nach dem Urlaub ist er irgendwie auf Distanz gegangen, kaum noch geschrieben, schon gar nichts "liebes" mehr. Und letzten Montag hab ich ihn nach 3 Tagen Funkstille auf den Pott gesetzt. Ich kann nicht mehr alles widergeben was er erzählt hat, aber das Gröbste: Er hat gehofft, dass die Gefühle im Urlaub oder danach mehr werden oder er überhaupt weiß, was er nun für mich fühlt. Es fühlt sich für ihn komisch an, mich als seine Freundin zu bezeichnen. Aber auch: Er fühlt sich mir unglaublich verbunden und es solang das mit uns weitergeht kann er niemanden kennenlernen - weil es sich für ihn wie Betrug anfühlen würde. Ich empfinde all das auch so und frage mich trotzdem: Warum reicht es also nicht, warum probieren wir (bzw er) es nicht einfach? Projeziere ich Hoffnungen auf einen Mann, der es nicht wert ist, ihm hinterherzulaufen? Ich leide seitdem wie ein Hund. Er meinte zu mir "dass er nicht vorhat die Sache zu beenden", aber eigentlich war es doch schon so etwas wie eine Art Trennung. Seitdem schwanke ich hin und her zwischen melden, nicht melden, betteln, hoffen, heulen, das volle Programm. Er war am Samstag noch mit auf dem Geburtstag meiner besten Freundin (Ich war so doof und hab ihn mitgenommen), aber geredet haben wir nicht nochmal. Jetzt ist er seit gestern Morgen weg, seitdem haben wir auch keinen Kontakt mehr.
Es tut mir leid für diesen ewig langen Text, aber ich weiß nicht was ich tun soll. Lese Ratgeber Seiten, heule, versuche mich abzulenken und zusammenzureißen, heule wieder, frage mich ob das wirklich Liebe war/ist was ich für ihn empfinde und warum es so unfassbar weh tut, wieder so in der Schwebe zu sein. Ich habe keine Kraft mehr, vielleicht hat hier jemand einen objektiven Rat für mich. Ich bin das kämpfen und leiden leid und sollte ihn eigentlich abhaken und vergessen - aber ich kann nicht, weil es so weh tut darüber nachzudenken, ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben. Ich bekomme derzeit auch nichts mehr auf die Reihe, weil ich nur an ihn denken kann.