Moin,
ich möchte gerne mal was sortieren, denn hier wird offensichtlich einiges durcheinander geworfen. Wenn ich etwas falsch verstanden habe, korrigiere mich bitte.
Wenn Menschen in deinem Alter zusammen kommen, bringt jeder eine reiche Geschichte mit und man akzeptiert diese Geschichte, sonst bräuchte man gar nicht zusammen kommen. Dazu gehören auch Ereignisse, die einem unangenehm oder negativ erscheinen. Deine Partnerin hat diese Geschichte und sie hat dir davon einiges erzählt. Wie viel sie erzählt, ist allein ihre Sache. Alles, was sie für sich behält, gehört ihr, sie hat Gründe dafür.
Die gefundenen Videos waren also allein ihre Sache, denn sie wurden ja, wenn ich das richtig verstehe, vor deiner Zeit aufgenommen. Du hattest nicht das Recht sie anzuschauen und sie musste sich dafür nicht rechtfertigen. In dem Moment, wo sie es auf dein Drängen hin getan hat, nahm eure Beziehung ihren ersten Schaden. Und zwar auf beiden Seiten, denn du fühltest dich belogen und unangenehm berührt, und sie fühlte sich genötigt, etwas preiszugeben, das nur ihr gehörte.
Das hätte offensichtlich noch bewältigt werden können. Was dann aber geschah, als sie unter der Dusche stand, war inakzeptabel und das war auch nicht mehr zu bewältigen. Ich verstehe es so, dass sie noch Kontakt mit ihrem Ex hatte, mit ihm geschrieben und telefoniert hat. Dass sie das vor dir verborgen hat, ist logisch, denn es hätte dich verletzt. Ich sehe nicht, dass sie dich mit ihm betrogen hat, denn das geschieht nach allgemeiner Auffassung dann, wenn man 6 miteinander hat oder andere Zärtlichkeiten austauscht. Wenn du einen schriftlichen oder telefonischen Kontakt als Betrug ansieht, ist das natürlich dein Recht. Dann sollte man das aber auch miteinander besprechen. Und dann war die Trennung ja auch angemessen, weil du das nicht akzeptieren konntest oder wolltest.
Ich sehe also nicht, dass dir etwas angetan wurde und du gegen deinen Willen verlassen wurdest. Sondern ich sehe das so, dass du in ihren Intimbereich eingedrungen bist, weil du dich dazu berechtigt gesehen hast. In diesem Moment hast du entschieden, die Beziehung grundlegend zu verändern und sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch zu beenden.
Zweifellos hat sie die Unwahrheit gesagt, als du sie nach den Kontakten fragtest. Und wenn man das als Trennungsgrund ansehen möchte, ist das völlig OK. Aber man sollte es anschließend nicht beweinen, sondern konsequent dazu stehen. Man kann auch anders damit umgehen, aber dazu ist es nun zu spät. Man kann das, was man an Gewinn, an Glückserfahrung und harmonischem Miteinander erfährt, höher einstufen und es erhalten, auch wenn man Unwahrheiten entdeckt. Denn der andere gehört einem ja nicht. Man muss das aber nicht akzeptieren. Dann ist das ein Trennungsgrund.
Dass letztendlich SIE diese Trennung wollte, war konsequent. Denn sie wollte sich nun nicht deinen Nachforschungen aussetzen. Das Vertrauensverhältnis war gestört. Und sie hat offensichtlich auch eingesehen, dass sie dir mit dem Verbergen zu viel zugemutet hat, denn sie schrieb ja:
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Zitat:>ich hätte einen bessere Frau als Sie verdient und Sie will meinem Glück nicht im Wege stehen.<<
Also wirst du dich jetzt auf die Suche nach einer besseren Frau machen müssen. Vielleicht gibt es die ja.
Zitat:>> Wir haben uns dann nochmal zum persönlichen Gespräch getroffen. die Entscheidung von Ihr hat sich aber nicht geändert.
Hätte ich nicht in Ihr Handy geschaut dann wäre alles gut gewesen, so kann Sie mir nicht mehr vertrauen. Mit ihrem Ex war nicht und wird auch nie wieder was seien. das waren die letzten Worte !
Ich mache mir jetzt selber solche Vorwürfe, das ich mit dieser Aktion die Frau die ich so liebe verloren habe.
Andererseits habe ich Zweifel, das sie mir nicht die Wahrheit was ihren Ex anbetrifft gesagt hat<<
Ja, das sehe ich auch so. Diese Zweifel waren für dich Grund genug, in ihre Privatsphäre einzudringen. Das hast du so entschieden. Und darum seid ihr jetzt getrennt. Das sollte man berücksichtigen, wenn man das tut. Ich halte es auch für sinnvoll, private Handys mit einem Passwort zu schützen. Das ist realistisch. Denn es kann immer Gründe für insistierende Fragen geben. Und wenn das erst einmal anfängt, hört es selten wieder auf. Kontrolle ist halt nicht besser als vertrauen. Das Gegenteil ist der Fall. Und Vertrauen sollte nicht von der Illusion genährt sein, dass man alles sagen muss.
Es klingt vielleicht ziemlich hart, was ich da schreibe. Aber ich schließe mich nun mal ungern der Schuldsuche an, die nach Trennungen immer so gern begonnen wird. Es geht hier nicht um Schuld. Es geht um zwei Menschen, die sich offensichtlich gut getan haben und glücklich miteinander waren. Das hat dann aufgehört, als einer mehr wissen wollte, als es der Beziehung gut getan hat. Und das sollte man wissen, wenn man in einem gesetzten Alter eine Beziehung beginnt. Man bekommt den anderen dann mit allem, was zu ihm gehört. Mit dem Angenehmen und auch mit dem Unangenehmen.
Ich glaube nicht, dass eure Beziehung noch mal begonnen werden könnte. Und darum wäre es gut, wenn du dazu stehst, was da geschehen ist. Und zwar auf deiner Seite und auf ihrer Seite. Man kann über SCHULD reden, aber das hilft dir nicht beim Verarbeiten und beim Abschließen. Was aber helfen könnte, dass du mit weniger Illusionen in die nächste Beziehung gehst. Wenn für dich dazu gehört, in das Handy deiner zukünftigen Partnerin zu schauen, dann sollte sie das wissen. Und dann beruht das auch auf Gegenseitigkeit, denke ich.
Dein Abschließen wird sicher nicht einfach. Du wirst dann akzeptieren müssen, dass die Beziehung in dem Zustand, in dem sie sich nach den oben genannten Aktionen befand, keine Zukunft mehr hatte. Und wenn du mit ihrem Umgang mit der Wahrheit nicht glücklich sein konntest und das nicht akzeptieren konntest, so ist das dein gutes Recht und die Trennung war gut so. Versöhne dich also mit dir und mit ihr.
Ich hoffe, dass dir das gelingen kann.