Die Osterfeiertage stehen vor der Tür - gut, dass ich arbeiten muss. Ostern heißt ja Farbe, Freude, Schokolade (das Beste an Ostern

). Osterfeuer - besucht von Paaren - pfui Teufel. Osterfeiern zu zweit - pfui Teufel.
Ich sitze daheim mit Kateropa, meinem "Kumpel", und genieße heute die Ruhe und Stille. Keine Hektik, kein Stress. Er ist das beste Relikt, was aus der ehemaligen Ehe übrig blieb. Unglaublich, ich denke immer noch an meine Sch..ß Ex. Die sitzt mit ihren Lovern draußen und feiert und lässt sich Beep und ihr geht´s gut.
Es ist paradox, tief in mir fühle ich eine Kreatur, irgendetwas, das schlummert und abwartet und dann irgendwann explodiert. Ablenkungen, Ruhe etc. - es ist nicht zu killen. Es wartet und lauert - worauf? Wäre unser Rechtssystem anders - die Bestie wäre erwacht und würde loslegen. Eine Zertrümmerungsmaschine par excellence. Die plattmachen, die es verdient haben, weil sie andere verletzt oder getötet haben. So fühle ich mich - ein Untoter unter lebenden Zombies. Nicht lebendig, nicht tot. Nicht glücklich, aber funktional und am Leben. Mehr klinisch als seelisch. Mehr Maschine als Lebewesen.
Wer würde nicht gerne mal auf die Pauke hauen und abrechnen? Da es nicht geht, bleibt nur der Rückzug - Isolation, Abkehr von sozialen Netzwerken, ich widme mich meinem Kater, meinem aquaristischen Hobby. Kein Sport mehr, kein Feier, kein Treffen mit Menschen. In meinem Beruf habe ich mit Menschen zu tun - viele teilen ein ähnliches Schicksal wie das meine. Ich habe Menschen für mich abgelehnt - weitestgehend - viele meiner Kollegen gehen deutlich weiter. Sind innerlich kaputt, zerbrochen, zerfetzt. Bin ich im Grunde auch. Aber während diese zumeist Alk. konsumieren und sich gehen lassen, versuche ich mir noch ein ganz wenig Lebensqualität zu bewahren. Aber es ist schwer.
In meinen Augen "schuldet" mir die Welt etwas, das Schicksal, wie immer man es nennt. Sie sind es, die eine Bringschuld haben. Nicht ich. Ich habe in den letzten 30 Jahren viel gegeben - zuviel. Genommen wurde es gerne, ohne Reue, ohne Gegenleistung. Wie kann es sein, dass ein Mensch, der mal glücklich unter Menschen war, diese nur noch ablehnt? Können eine Exfrau und viele weitere Frauen danach, die ich nur kennenlernte und dabei schon kot..en musste, aber nie als Beziehungspartnerinnen hatte, einem das Leben so kaputtmachen? Anscheinend ja.
Ich sitze hier in meiner Wohnung und fühle mich wohl und sicher. Müsste ich nicht arbeiten gehen und gewisse Besorgungen außerhalb der Wohnung tätigen, ich würde niemals mehr rausgehen. Die Dunkelheit ist mein Zuhause geworden, meine Bastion, mein Refugium. Wenn ich schlafe, geht es mir gut. Wenn ich wach bin, erledige ich die Pflichten des Alltags, um dann schnellstmöglichst den Rückzug anzutreten. Zurück zu Schutz, zu Dunkelheit und Co. Ich verstehe nachtaktive Fische wie auch Menschen jetzt sehr viel besser - was man am Tag sieht und erlebt, ist Horror, Lug und Betrug. Freude und Aktivität wird suggeriert, Ausbeutung und Vernichtung sind die Realität. Funktionierst Du als Mensch im Alltag, bist Du angeblich wer. Ja - eine Nummer unter vielen Nummern, eine unbedeutende Lebensform. Wichtig für das System, unwichtig für ich selbst. Das Ungleichgewicht herrscht.
Meine Welt, wie ich sie mir optimal und schön vorstelle, die gibt es auf diesem Planeten nicht. Sie ist maximal ein Traum, eine Illusion. Aber niemals Realität. Nach all den Jahren des Kämpfens und Gegensteuern bin ich müde geworden. Alt, auch schwächer. Das "normale" Leben ist eine Krankheit, ein Parasit. Es belastet. Es erinnert immer wieder an den Schmerz der Vergangenheit, die Enttäuschung und vor allem die Wut. Wut auf den Verrat, den Betrug. Diese Wut möchte sich irgendwann ausleben -und sie wird es auch irgendwann. Dann trifft es auch die richtigen Lümmels.
Bis dato bin ich bei meinem Kateropa und genieße die Stille.
Allen schöne Osterfeiertage, die es genießen können. Jenen, denen es nicht gut geht, wünsche ich wie mir Ruhe und Stille.
