Ex-Mitglied
Gast
Es ist warm, lebendig und voller Farben.
Zu Leben gehört Liebe.
Auch Liebe ist bunt - lebendig und warm. Sie beschützt uns. Gibt uns Kraft. Zuversicht. Hoffnung.
Ohne Liebe gibt es kein Leben.
Und auch, wenn es mal düster aussieht - das Leben geht weiter, die Liebe kommt zurück
Das alles waren Worte, woran ich oft dachte, woran ich glaubte. Mal glaubte. Ich habe das gelebt, gespürt, gefühlt.
Jetzt sind das alles unbedeutende Worte, ohne Sinn und Verstand. Ohne Beweis, ohne Hinweis.
Das Leben läuft weiter, ja. Aber das Leben ist nicht bunt, sondern einfarbig. Es ist niemals fair, niemals gerecht. Und ehrlich schon gar nicht.
Die Welt da draußen ist dunkel, kalt, schwarz. Ein schwarzes Loch im Nichts. Voller Mumien, Zombies und Untoten. Menschen ohne Seele, ohne buntes Herz, ohne Empathie.
Es ist eine Zeit des Schmerzes, der Ohnmacht, der Unveränderlichkeit. Altbewährtes wurde für schlecht befunden. Rituale, alte Glaubenssätze, Erfahrung, Stabilität - das ist alles gewichen für Spontanität, stete Unruhe, unbändiger Drang nach mehr und weiter. Ein Geschwür, eine Krankheit. Eine Unwegbarkeit. An der trotz offenkundigen Wahnsinns nicht gerüttelt werden kann. Welche unverwundbar scheint. Und die Menschen in zwei Gruppen teilt: Jene, die nach den neuen Mechanismen leben und jene, die mit ihnen nicht zurechtkommen.
Selten habe ich Menschen so empathielos, so sympathielos erlebt, gesehen. Sie haben keine Gefühle. Dafür ein schwarzes Herz. Ohne Seele, ohne Liebe.
Wo ist die bunte Welt, die schöne warme Welt? In der Menschen auch mal glücklich waren. Wo nur?
Der Mensch funktioniert, aber er lebt nicht. Er ist eine Maschine ohne Gefühle, kein Lebewesen mit Gefühlen. Er strebt nach mehr und schreitet doch immer weiter zurück.
Wo ist das Ende? Wer weiß es? Wie finde ich es? Was kann ich, muss ich tun, um diesen globalen Wahnsinn Einhalt zu gebieten? Wann kapiert die Menschheit, dass es so nicht weitergehen kann? Wir rationalisieren und "egomanen" uns immer weiter, bis eines Tages nur nichts mehr von Menschlichkeit übrig ist.
Ist es das wert?
Die abendlichen Gedanken eines Singlemannes, der mal die Sonne sah und nun im Schatten lebt. Der den Rückzug vorzieht und müde ist von all den Enttäuschungen, Lügen und Verwerflichkeiten.
Na dann - gute Nacht. Mein Kater schläft auf meinen Bauch, schnurrt, schmiegt sich an mich. Einer der ganz wenigen Farbkleckse in meinem Leben - und hat schwarzweißes Fell. Welch Ironie.

