Zitat von darkenrahl: Aber bei einer Affäre haben doch die Betrogenen keine Anteile, sie wissen in der Regel nichts davon, also können sie auch keinen Anteil daran haben, wie auch... ?
Aber daran, das sie entstehen können. Oder nicht?
Wenn man erfährt, das man Hörner auf hat, dann sind die eigenen Anteile doch zunächst schegal.
Die Person, die jubelnd unterm Weihnachtsbaum, sich über Gefühle und Empfindungen freut, die seit Jahren, Jahrzehnten nicht mehr ausgelöst wurden - das jene, das Fremdgehen ermöglichte, - nutze, - benutze, steht doch außer Frage. Da wird Ehe, Beziehung, Partnerschaft einseitig geöffnet und das, einst geliebte, schlicht belogen - und betrogen.
Selbst, wenn das vorbei ist, wird weiter gelogen und betrogen.
Man zwar mutig genug war, fremd zu gehen, aber nicht genug Popo in der Hose hat, es zu beichten, dem, der an deiner Seite, Kinder groß zog, Haus baute, Existenzen schuf.
Teils schon armselig. Wie man versucht die eigene Haut zu retten - und seinem Partner die Möglichkeit nimmt, für sich zu entscheiden, ob man dieses noch fortführen möchte.
Ja - es gibt notorische Fremdgeher, denen ist das alles schlicht wurst. Die schnaxseln halt wie Jeck. Und es gibt die Gelegenheitjunkies, die für den Kurzzeitkick alles was einst wichtig war, über den Haufen werfen und das Gefühl haben, endlich wieder zu leben. Geliebt zu werden, sich wahrgenommen, ernstgenommen, was auch immer dazu führte, das man Rock fallen lies oder Hosentürl öffnete.
Da wird dann oft gefaselt, man konnte nicht anders - Pustekuchen. Es ist eine bewusste Entscheidung, die man trifft.
Und es ist auch eine bewusste Entscheidung, dem Betrogenen, die Wahrheit zu verweigern. Das man untreu wahr oder ist. Das man mit einem weiteren am Kronleuchter schaukelte.
Ich kann es ja verstehen, warum man es nicht beichten will, man will weiterhin das große Stück vom Kuchen, nicht nur Krümel.
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Wer nicht beichtet, lebt eine Lüge. Und das solange, bis man es entweder erzählt oder es anderweitig beendet. Welcher Hammer den zukünftigen EX auch immer dann trifft, ein "Ich liebe dich nicht mehr" oder ein "ich bin fremdgegangen" ist doch schnurzegal, man führt dann dem Partner einen Schmerz zu, den man nie bereit war, selbst zu tragen.
Beziehungen können enden, Liebe kann enden. Aber Lügen - bleiben. Man wird sie nicht mehr los. Als Betrogener ist man danach nie mehr frei.
Und diesen Schmerz, den der Fremdgeher aktiv verursachte, den er selbst nicht bereit wahr zu tragen, viel schneller wieder im Sattel hockt und fröhlich weiter alle, die es betrifft, zu Komparsen degradiert, denen kein Wort, kein Text zugestanden wird, denen ist das Lügen dann was?
Ins Blut übergegangen? Oder wird bei nächsten Anwärter auf "Treue" verschwiegen?
Weiß ja keiner. Lügen ist sch..., aber es lügen jeden Tag, auf dem Planeten x Millionen Leute und kaum einer übernimmt hierfür Verantwortung, geschweige denn, wird angezeigt und bestraft, geteert oder gefedert, oder öffentlich mit einen "L" gebrandmarkt.
Kann also fröhlich weiter lügen, während der Belogene in die Röhre...
Es gibt Ursachen - und Wirkungen. Und die Wirkung, die alles von links auf rechts dreht, dauerhaft, ist wenn Lügen aufgedeckt werden, von wem auch immer. Großartige Ursachenforschung kommt dann nimmer vor, außer man wird entsorgt. Dann beginnt bei wenigen der Prozess der Verarbeitung.
Und es kann die Hölle sein, für den, der voll Fragen zurückbleibt.
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Nein, ich kann es nicht verstehen, warum man, nicht schon im Vorfeld alles mögliche versuchte, diesen Schmerz dem anderen nicht zu zufügen. Wieso es so leicht fällt, zu betrügen und so schwer dafür Verantwortung zu tragen.