Zitat von Garibaldi:Nach wie vor erschreckend , wie hier Affairen moralisch gerechtfertigt werden.
Der Unterschied zwischen Erklärungen und Rechtfertigungen ist Dir bekannt?
Zitat von Garibaldi:Nochmal : Wer Fremdgehen will , sollte Rückgrat haben, und die Beziehung vorher sauber beenden.
Wer sagt denn, daß eine Beziehung unbedingt beendet werden muß, nur weil jemand eine Affaire hatte? Ist Dir klar, daß Beziehungen sich auch fortentwickeln können?
Nein, das ist jetzt keine "Rechtfertigung" - aber bei manchen Leuten muß eben erst mal richtig was schieflaufen, sie müssen erst mal gründlich auffliegen, ehe sie innehalten und diese Entwicklung nehmen können. Wäre es nicht schade, wenn Paare diese Chance verpassen, weil einer von ihnen schon lange vorher das Handtuch geworfen hat?
Zitat von Garibaldi:Über Rückgrat könnte man noch einen eigenen Treat eröffnen. Es gibt nicht mehr viele Menschen.
Du tust gerade so, als sei früher kaum jemand fremdgegangen.
Zitat von Garibaldi:Unsere Gesellschaft hat in vielerlei Hinsicht einen gefährlichen Kurs eingenommen.
Das täte sie, wenn sie sich aus dem Privatleben ihrer Bürger nicht gründlich raushielte. Hatten wir alles schon, wollten wir nicht mehr. Wem das nicht gefällt, der kann gern auswandern. Ich für mein Teil will hier weder wieder "Lebensborn"-Projekte sehen, wo Menschen (auch verheiratete) bewußt miteinander verpaart werden (auch außerhalb ihrer Ehen), um des Staates wie auch immer gearteten völkischen Zuchtzielen zu dienen, noch will ich hier Zustände wie in Scharia-Ländern, wo Ehebrecher mit öffentlicher Steinigung rechnen müssen. Und auch die im Vergleich dazu noch milde US-Variante (s. Michigan-Beispiel weiter oben) mit lebenslanger Haftstrafe finde ich einfach nur gruselig.
Soweit ich es blicke, hat sich keiner hier hingestellt und geschrieben, daß Affairen ein Leitbild für unsere Gesellschaft sind oder sein sollten. Wir alle hier haben viel Empathie mit den dabei Betrogenen - einige von uns aber eben auch mit der Affaire selbst, denn sie hat die schwächste Position im Beziehungsdreieck. Und selbst manch Affairenführer entpuppt sich bei näherem Hinsehen mitunter letztlich als arme Socke.
Es gibt Schäden, deren Ursache so vielfältig ist, daß man sie nicht so einfach einzelnen Personen zuordnen kann und deren Beseitigung soviel Arbeit und Mittel verschlingt, daß ein Leben nicht reicht, dafür zu zahlen.
Wie beispielsweise willst Du es mit Deiner Logik bewerten, wenn jemand schon aufgrund eines entsprechenden Elternhauses ein schwaches Selbstbewußtsein mit auf den Weg bekam, das sich nun in Affairen seinen Egopushweg gesucht hat? Willst Du die Eltern auch noch mit zur Verantwortung ziehen dafür?
Und selbst wenn Du soweit gehen wolltest - was ich nicht annehme - hätten die Eltern dann nicht auch wieder eine Geschichte, auf die sie verweisen können? In manchen Familien zieht sowas sich über Generationen - denkst Du ernsthaft, mit einer Schadensklage könne man das stoppen?