Ich hab jetzt echt überlegt, was man dir raten kann und weiß es nicht so recht. Ich finde die ganze Situation sehr schwierig und komplex.
Ihr mögt euch, du sagst, er liebt dich, ihr tut euch irgendwie gut, andererseits dann aber auch wieder nicht, er ist noch mit seiner Frau zusammen, scheint in einigen Bereichen sehr unselbständig zu sein, du willst nicht die Last der Verantwortung für ihn tragen, ihr habt völlig verschiedene Ansichten von Kindererziehung (da verstehe ich dich übrigens sehr gut) und so weiter.
Hinzu kommt die schwere Erkrankung seiner Frau und nun auch von ihm selbst. Und das Kind, das ebenfalls eine schwere Last zu tragen hat.
Eins vielleicht (egal, wie du dich nun entscheidest):
Ich lese heraus, dass du ziemliche Probleme hast, dich selbst abzugrenzen. Du willst einerseits nicht die Last der Verantwortung für ihn tragen (was ich verstehe), suchst aber andererseits zum Beispiel Wohnungsangebote, wenn er nicht in die Pötte kommt.
Oder dies hier:
Zitat von Wasabix: Es ist ja auch so,dass ich vor Wochen bereits ankündigte, dass ich wieder das Bedürfnis habe nach etwas mehr Raum für mich.
Wir haben uns im Sommer sehr oft gesehen, was ja auch schön war.
Inzwischen verliere ich aber bereits Kontakte zu Freundinnen, weil eben absorbiert durch die Beziehung.
Du brauchst etwas mehr Raum für dich, schaffst es aber nicht so richtig, den auch einzufordern und verlierst dadurch Kontakte zu Freundinnen.
Oder dies:
Zitat von Wasabix: Der Junge ist 500 km entfernt bei den Großeltern.
Ich ahne nun,dass er mich fragen wird, ob ich mit ihm zusammen das Kind hole.
Mir graut grade bei dem Gedanken, weil ich selbst total erschöpft bin.
Zitat von Wasabix: Du meinst also, ich darf durchaus nein sagen, wenn es um diese Fahrt zu den Großeltern geht?
Ich hab jetzt schon ein mulmiges Gefühl und schlechtes Gewissen
Dein Freund hat Krebs und das ist eine schwere Krankheit. Du selbst hast aber auch eine schwere Krankheit. Denn MS würde ich durchaus als solche bezeichnen.
Sieh zu, dass das bei allem Mitgefühl für ihn nicht untergeht.
Gesteh dir das selbst zu!
Es scheint überwiegend dein schlechtes Gewissen zu sein, das dich daran hindert, dir deine eigenen Bedürfnisse, die durchaus genauso ihre Berechtigung haben wie seine, zuzugestehen.
Vielleicht kommst du mit der ganzen Sache besser zurecht, wenn du lernst, deine Grenzen effektiver und deutlicher zu setzen und wenn du lernst, deine eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen - und zwar ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Das hat nichts mit mangelnder Empathie zu tun, sondern mit Selbstachtung und Selbstfürsorge.
Und dann kannst du vielleicht mit der ganzen verzwickten Situation besser umgehen.