Zitat von Caecilia: Ich glaube, dass hat etwas mit der Rechtfertigungs- / schlechtes Gewissen reinwasch- / Schuldumkehr-Strategie der Verlasser zu tun: "Meine Ex ist so ein schrecklicher Mensch und behandelt mich so fürchterlich, dass ich sogar jetzt noch ständig ausrasten muss. Ich Armer, es blieb mir wirklich nichts anderes übrig, als zu gehen."
Eine weit verbreitete Strategie, die davon ablenkt, dass man mit sich selbst alles andere als im Reinen ist. Und dann sind nach einer langjährigen Beziehung naturgemäß Schuldgefühle da, die dann irgendwie klein gehalten und zum Schweigen gebracht werden müssen. Das ist superanstrengend für die Psyche. Und dann kommen solche Verhaltensweise zustande. Er ist schlichtweg überfordert und braucht einen Sündenbock und das ist dann der Ex- oder Nochpartner,
ich sah mal vor einigen Jahren eine Reportage im TV, die genau das zum Thema hatte. Vierköpfige Familie, die Eltern trennten sich vor Jahren. Und beide haben schon lange neue Partner. Also insofern könnte doch jeder glücklich sein und die Vorbeziehung als beendet betrachten.
Da es aufgrund der Kinder doch immer wieder zwangsläufig zu Kontakt kommt, geht es sofort los mit gegenseitigen Schuldzuweiseungen. Warum hast Du mir das nicht gleich gesagt, dass unsere Sandra ....? Warum informierst Du mich erst jetzt? Das ist doch wieder mal ganz typisch für Dich, weil Du immer so vor gehst.
Natürlich hält der Expartner dagegen und ist seinerseits sauer und so kommt es zu gegenseitigen Vorwürfen aufgrund von Kleinigkeiten.
Beide gehen frustriert nach Hause und erfreuen dann den neuen Partner mit den Schilderungen von dem/der bösen Ex.
Das alles hat psychologisch gesehen schon seine Berechtigung. Auf den Expartner werden negative Persönlichkeitsanteile projetziert und es wird immer was gefunden, woran der Expartner nun Schuld hat. Er hat hier und dort falsch gehandelt oder etwas ohne Absprache entschieden. Es wird immer was gefunden worüber man sich aufregen kann.
Heißt, der Mensch lenkt von sich selbst ab und Schuld an der Misere sind Andere , bevorzugt der Expartner, weil der ja eh nicht so ist wie er sein sollte. Der Mensch lenkt damit gekonnt von sich selbst ab, betreibt die altbekannte Schuldumkehr und stärkt damit auch die neue Beziehung. Es war absolut richtig für mich zu gehen, denn das alles war ja schon längst unerträglich.
Er solidarisiert sich mit dem neuen Partner und auch der neue Partner hat was davon. Je mehr Ärger es in der Exbeziehung gibt, desto weniger kritisch wird er betrachtet. Nichts verbindet zwei Menschen mehr als ein gemeinsamer "Feind".
Eigentlich leicht zu durchschauen wenn man es mal erkannt hat. Und dann hilft im Konflitkfall eben nur, die Konfliktsituation zu verlassen und überhaupt den Kontakt möglichst zu beschränken und vor allem auch immer sachlich zu bleiben anstatt auf das Gejaule und Gezetere einzugehen....