Liebe Susanne,
Danke für deine Zeilen.
Da ist viel Schmerz, Trauer, sich den Falschen ausgeguckt zu haben, noch nicht (ganz) wahrhaben wollend, dass es ist wie es ist. Meine Freundin sagt immer, man könne aus einer Kuh kein Rennpferd machen. Wohl wahr.
Zu mir: Eigentlich bin ich ein sehr quirliger Mensch, ein Ausbund an Temperament. Lebensfreude war immer mein zweiter Vorname, positive Einstellung, nie war das Glas halbleer, immer halbvoll. Soviel zu "eigentlich".
Im Moment schafft es ein erfolgloser und alternder Mann mir einzureden, ich sei ja auch nicht mehr die Jüngste, meine Eigenwahrnehmung stimme nicht usw. Und ich beginne, das zu glauben:-(
Und ja, der Blick zum eigenen Ich schmerzt, ich sagte es eingangs, da ist das kleine Mädchen, das den Vater nicht als präsent erlebt hat. Und im Endeffekt durchlebe ich gerade das gleiche: ein nicht erreichbarer Mann! Sein Leben ist Performance, vermutlich kenne ich ihn nicht einmal.
Meine Gefühle: wie gesagt, Schmerz, aber auch etwas Wut gesellt sich hinzu, ob auf ihn oder mich selbst, vermag ich (noch) nicht zu sagen.
Trauer, weil ich Abschied nehmen muss, Abschied von einem schönen Traum, den man hätte leben können, aber eben nur hätte.
Ich werde bald verreisen und hoffe, dass meine Lebensgeister wieder erwachen.
Ach ja, auch wenn ich es schwer zugeben kann: mein Ego ist angekratzt...
Wie kann ein alter Mann eine sooooo tolle Frau wie mich nicht so richtig haben wollen
Aber es geht schon weiter mit mir, irgendwann wird er Geschichte sein ....
Ich schaffe das! Gute Nacht, Susanne, gute Nacht an all die Unterstützer hier.