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Emotionaler Missbrauch / psychische Gewalt als Straftat

Liesel


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Leute, ist das euer Ernst, wenn ihr schreibt, dass ein Täter weniger für seine Taten verantwortlich ist, wenn es vorher schon weitere Täter gab? Dass, weil es ja mittlerweile in der Gesellschaft normal ist, andere zu benutzen, man es halt hinnehmen kann, solange nicht zu stark benutzt wird? What?
Es steht doch unmissverständlich in der Petition, was ins Gesetz soll:
Einschüchterung durch Aggression
Mobbing
Entzug von Aufmerksamkeit und/oder Liebe zwecks psychischer Manipulation
Verhöre mit Androhung von empfindlichen Konsequenzen (ansonsten verlasse ich Dich)
Benutzung des anderen als Ablassventil
Strafandrohungen
bewußtes Belügen
Verweigerung der Kommunikation aus Manipulationsgründen
emotionale Erpressung
Haltlose Kritik, Abwertungen, Schuldumkehr, verbale Angriffe, vor allem bei Partnern mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.
Alles Dinge, die man schon beweisen kann heutzutage (SMS, Mails, Whatsapp) und für die es never ever eine Rechtfertigung gibt. Völlig wurst, ob der Täter provoziert wurde bzw das Opfer nicht gegangen ist. Es hätte für ihn jederzeit andere Möglichkeiten gegeben, zu reagieren (gewaltlos, selber aus der Situation gehen), ohne zum Täterdasein herabzusinken. Das ist doch keine Entschuldigung für nichts.

11.03.2020 21:57 • x 1 #286


Sohnemann

Sohnemann


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Cool, Da wäre meine Ex in allen Anklagepunkten schuldig und würde fünf Jahre im Bau hocken.
Oh, nochmal drei für körperliche Angriffe.
Ich würde einen Haufen Unterhalt sparen.

Äh, Warum steht denn in dieser Auflistung von Tatbeständen nicht vorenthalten der eigenen Kinder?
Und *beep* mit dem Nachbarn?

11.03.2020 22:07 • x 1 #287



Hallo Zweizelgänger,

Emotionaler Missbrauch / psychische Gewalt als Straftat

x 3#3


Fullspeed


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Zitat von Liesel:
Es hätte für ihn jederzeit andere Möglichkeiten gegeben, zu reagieren (gewaltlos, selber aus der Situation gehen), ohne zum Täterdasein herabzusinken.


Zitat von Liesel:
Entzug von Aufmerksamkeit und/oder Liebe zwecks psychischer Manipulation


Wenn er z.B. im Streit aus der Situation geht, ist es klar auch ein Entzug von Aufmerksamkeit. Es kann sein, dass er gerade an seine Grenze gekommen ist und kein Täter werden will - darum lieber geht. Es kann sein, dass er manipulativ ist und weiß, dass sie einlenkt, wenn er durch die Türe geht. Die selbe Handlung wäre einmal vernünftig und einmal strafbar?

11.03.2020 22:22 • x 1 #288


Frank-und-frei


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Zitat von Liesel:
Leute, ist das euer Ernst, wenn ihr schreibt, dass ein Täter weniger für seine Taten verantwortlich ist, wenn es vorher schon weitere Täter gab? Dass, weil es ja mittlerweile in der Gesellschaft normal ist, andere zu benutzen, man es halt hinnehmen kann, solange nicht zu stark benutzt wird? What?

Je weiter eine Handlung verbreitet ist, und je schwieriger es ist, akzeptable von inakzeptablen Handlungsvarianten abzugrenzen, umso gründlicher sollte man nachdenken, bevor man die Handlung unter Strafe stellt. Ja, das ist mein voller Ernst, denn ich halte Massenkriminalisierung nicht für erstrebenswert.

Zitat von Liesel:
Alles Dinge, die man schon beweisen kann heutzutage (SMS, Mails, Whatsapp) und für die es never ever eine Rechtfertigung gibt.

Aus meiner Sicht können diverse Handlungen aus der Liste durchaus gerechtfertigt sein. Ich stimme Dir nicht zu, dass alle diese Handlungen unter keinen Umständen gerechtfertigt sind.

Zitat von Fullspeed:
Die selbe Handlung wäre einmal vernünftig und einmal strafbar?

Das nennt sich Gesinnungsstrafrecht.

11.03.2020 22:55 • x 2 #289


YsaTyto

YsaTyto


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@Liesel

ich habe gerade nicht die Zeit vertiefend drauf einzugehen, aber das hier unter Strafe zu stellen ist absurd! So ein Gesetz wird niemals durchgesetzt werden. Völlig realitätsfern.

Zitat:
Entzug von Aufmerksamkeit und/oder Liebe zwecks psychischer Manipulation
Verhöre mit Androhung von empfindlichen Konsequenzen (ansonsten verlasse ich Dich)
Benutzung des anderen als Ablassventil
Strafandrohungen
bewußtes Belügen
Verweigerung der Kommunikation aus Manipulationsgründen
emotionale Erpressung
Haltlose Kritik, Abwertungen, Schuldumkehr, verbale Angriffe, vor allem bei Partnern mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.


in etwas milderer oder subtilerer Form findet all das in fast jeder Beziehung mal statt. Ob nun bewusst oder nicht. Und klar- je gestörter die Beziehung, desto massiver.

Wie wäre es damit noch massiven Selbstbetrug mitaufzunehmen?

Zudem gehört es zur Freiheit des Menschen zu lügen, sich ungerecht zu verhalten, die Kommunikation zu verweigern, in einem bestimmten Rahmen aggressiv zu sein, zu kritisieren, zu schweigen usw.
All diese negativen Verhaltensweisen gehören zum Menschsein dazu und wir würden fast jeden kriminalisieren, stellten wir obiges unter Strafe.

Hier wurde ja auch im Kontext mit schlimmsten toxischen Beziehungen die Abhängigkeit des Opfers vom Täter als Begründung für die völlige Befreiung von jeder Verantwortung an diesem Spiel auf Opferseite,- und auf der anderen Seite, die Schuld dafür auf Täterseite genannt.
Und natürlich auch eine Abhängigkeit des Opfers, die durch den Täter verursacht wurde unterstellt.
Genau so könnte man aber unterstellen, dass sich ein Mensch von einem anderen abhängig macht und Schuldumkehr betreibt, indem er dem Partner die Verantwortung dafür zuschiebt.

Wenn ein Mensch abhängig von irgend etwas ist- hier von einem anderen Menschen, dann trägt er dafür die Verantwortung.

12.03.2020 00:01 • x 4 #290


Sohnemann

Sohnemann


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Das letzte Mal als ein Land einen schwammigen Straftatbestand eingeführt hat (so etwa Volksfeind) sind innerhalb von 30 Jahren 10 Millionen *Volksfeinde* in Lager gesteckt worden.
Die dürften dann hunderte von Kilometer Schiffskanäle in den PermafrostBoden hacken.
Und übrigens: ALLE im zweiten Weltkrieg in deutsche Gefangenschaft geratene Soldaten der roten Armee waren Volksfeinde und kam auch in diese Lager.

Natürlich ist so eine Petition von den Umsetzungschancen her eher Mau.

Aber die Idee kommt aus Frankreich!

12.03.2020 07:05 • #291


Sohnemann

Sohnemann


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Ach ja, durchgehend privilegierte und mit Entscheidungsgewalt ausgestattete Häftlinge in diesen Lagern Waren noch in der Zarenzeit verurteilte Mörder und Schwerverbrecher.
Denen wurde per se attestiert, dass sie ihre Taten während der Sowjetzeit ja nicht begangen hätten.

Malzeit

12.03.2020 07:26 • #292


YsaTyto

YsaTyto


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Zitat:
Malzeit


haha @Sohnemann , keine Sorge, das wird nicht passieren. Die Petition ist eine Kinderpetition. Meine das nicht abwertend.

Wenn ich aus welchen Gründen auch immer, mein Leben in einem obskuren esoterischen Zirkel, einer Sekte oder sonstwas verbringe, ich da nicht ausgeraubt, genötigt oder körperlich angegriffen werde und dann nach 20 Jahren merke, dass ich damit mein Leben ruiniert habe, dann trage ich auch dafür die Verantwortung und kann nicht alle Welt anzeigen.

Ebenso, wenn ich wegen übelster Startbedingungen ins Leben psychisch, sozial, wirtschaftlich nicht klar komme und deswegen folgenschwere Entscheidungen in meinem Leben treffe, ob nun auf der Beziehungsebene, Beruflich. . .
Ich kann ja meinen Nachteil, mein Defizit, meine Hilfsbedürftigkeit erkennen und mir Unterstützung suchen. Immerhin gibt es die in unserem Land. Ob nun Therapie, Opferberatungsstellen etc., aber ich kann nicht all die Menschen verurteilen, die (ob nun bewusst oder unbewusst) Profit aus meinem Defizit schlagen (was ja btw ständig geschieht).

Man kann Ungerechtigkeit nicht generell strafbar machen. Sie gehört zum Leben dazu, egal wie hart das für uns ist.
Schwächen werden ausgenutzt, Leute wegen ihres Geldes an der Nase herum geführt, Leuten wegen Säggs was von Liebe vorgegaukelt, Menschen werden ausgegrenzt uvm. Wir machen uns ständig aneinander schuldig.
Ich kenne eine wohlhabende Erfolgsfamilie mit einem schwarzen Schaf. Ein Kind, das einfach verleugnet wird, als existiere es nicht weil es eben beruflich komplett versagt. Auch sowas kann psychisch grausame Folgen haben. Aber man kann es nicht strafbar machen.
Das gehört zum Menschsein dazu und würde man da zu massiv staatlich eingreifen, lebten wir in einer Diktatur.

Kennt jemand den Film oder das Buch "Wir töten Stella"?

Stella ist ein 19 Jähriges Mädchen, das zuvor im Kloster, Internat (?) lebte und ein von Liebe ausgehungertes trauriges Mädchen ist. Sie wird in einer gutbürgerlichen Familie aufgenommen, die ihre psychische Lage genau erkennt. Der Familienvater nutzt das aus und springt mit ihr ins Bett. Für ihn nichts als Säggs. Seine Frau erkennt genau die Lage, greift nicht ein. Weder wird das Mädchen rechtzeitig fortgeschickt, noch ist irgend jemand in ihrer echt grausamen Einsamkeit für sie da. Schließlich bringt sie sich um.

Das ist tragisch, aber wenn man all sowas strafbar machen würde, würde man unzählige Menschen kriminalisieren. Und man könnte damit mMn auch keineswegs all die menschlichen Schwächen ausrotten, die manchmal fatale Folgen haben.
Menschen handeln auch egoistisch, blind, bedenken Folgen nicht, sind ungerecht. . .Man kann das gut und tugendhaftsein nicht zur gesetzlichen Pflicht machen.

Ich kenne eine Frau, die auf die 60. zugeht und sich in einen 25 jährigen Flüchtling verliebt hat. Wirklich jeder ihrer Freunde sieht die Lage ganz klar und verschont sie auch nicht damit- dass diese Beziehung ein Deal ist- er braucht sie, sie fährt in 1. Linie säggsuell bis zum Wahnsinn auf ihn ab. Aber sie ist stur und will glauben, dass er sie liebt und nun sind sie verheiratet. Es ist vollkommen klar, dass er sich in einigen Jahren abseilen wird und sie dann womöglich zusammen brechen und sich betrogen fühlen wird. Doch es ist ihre Verantwortung. Und in diesem Fall muss man sich auch fragen, wer hier wessen "Opfer" ist. Sie nutzt ja seine Lage ebenso für sich aus, wie umgekehrt.

12.03.2020 11:49 • x 1 #293


YsaTyto

YsaTyto


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Zitat:
Haltlose Kritik, Abwertungen, Schuldumkehr, verbale Angriffe, vor allem bei Partnern mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.


allein dieser Punkt der Petition ist himmelschreiend unprofessionell.

wieso nicht auch gleich die paranoide PS mitaufnehmen? Ich hab dem Paranoiden geglaubt, dass die Welt von Aliens unterwandert ist und mein ganzes Leben danach gerichtet.

Und wenn man diesen Punkt schon mit aufnehmen will, dann aber doch bitte auch folgenden:

jede Person, die sich wissend auf eine Beziehung mit einem NPS ler einlässt, oder eine Beziehung fortführt, obwohl der Narz sich schon zu Beginn zu erkennen gegeben hat (was gar nicht so selten ist. Aber dann wird damit argumentiert, dass er ja sagte, dass er einen liebt. Ja klaaar! Ich mache andere dafür verantwortlich, dass ich ihnen jeden Quatsch, den sie erzähen, glaube? Denkt man das mal weiter, landet man im Irrsinn), indem er bsw sagte, er besitze keine Empathie, von anderen gewarnt werde (denen ich aber nicht glaube!) einen beleidigte oder brutal allein ließ, der wird auch bestraft

Ich kann doch nicht andere dafür bestrafen, dass ich ihnen jeden Schund glaube!

12.03.2020 12:12 • #294


Sohnemann

Sohnemann


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Ehrlich gesagt mache ich mir kaum Sorgen

Selbst Erdoan ist noch nicht auf so eine Freibrief Idee gekommen.
Und das soll was heißen.

Ich finde es aber schon der Knaller, dass der Wert und die gleichzeitige Fragilität des RechtsStaat so unterschätzt wird.

12.03.2020 12:34 • #295


Fullspeed


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Zitat von YsaTyto:
jede Person, die sich wissend auf eine Beziehung mit einem NPS ler einlässt, oder eine Beziehung fortführt


Im aktuellen Recht gibt es hier soweit ich weiß oftmals den Zusatz, dass das geschädigte Lebenswesen auch motiviert sein muss, die Behandlung zu vermeiden. Volenti non fit iniuria - Dem Einwilligenden geschieht kein Unrecht. Als Beispiel, dass ein Boxer seinen Kontrahenten - mit dem er freiwillig in den Ring stieg - diesen dann auch nicht wegen seiner gebrochenen Nase verklagen kann.

Ich bin kein Rechtsexperte, aber wer zur Dom..na geht und diese dann wegen Beleidigung anzeigt, weil sie ihn "du wertloser Bauer" nannte, wird vermutlich auch vor Gericht eher belächelt werden.

Das Ganze könnte eventuell etwas mehr Hand und Fuß bekommen, wenn der Kläger beweisen muss, was er genau für Maßnahmen einleitete, um sich gegen den Täter zu schützen. Den in erster Linie ist dafür aus meiner Sicht einfach nicht Papa Staat zuständig. Hat der Kläger zum Beispiel den Täter auf allen Kanälen blockiert und dieser nimmt mit Fakeaccounts weiterhin Kontakt auf, hat das eine ganz andere Grundlage als: "Er beleidigt mich, belügt mich, aber ich KANN nicht Schluss machen, weil ich so emotional abhängig bin."

12.03.2020 13:19 • #296


Liesel


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Unfassbar, wirklich. Man sollte alle diese Ungerechtigkeiten strafbar machen, dringend. Zu sagen, sie gehören zum Menschsein dazu ist hämisch. Nein, es ist ja wohl nicht klar und ok, einen von mir abhängigen Menschen auszunutzen und zu quälen. Ich glaub es hackt! Hoffe, keiner von euch wird mal alt und wehrlos, denn das muss euch ja dann Todesangst machen, oder?

12.03.2020 16:40 • #297


Liesel


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Zitat von Fullspeed:



Wenn er z.B. im Streit aus der Situation geht, ist es klar auch ein Entzug von Aufmerksamkeit. Es kann sein, dass er gerade an seine Grenze gekommen ist und kein Täter werden will - darum lieber geht. Es kann sein, dass er manipulativ ist und weiß, dass sie einlenkt, wenn er durch die Türe geht. Die selbe Handlung wäre einmal vernünftig und einmal strafbar?

Warum weiss er denn, dass sie dann einlenkt? Weil er ihr vorher gedroht hat, sie erpresst? Wenn dem keinerlei Repressalien vorangegangen sind, gibt es für sie auch keinen Grund, aus Angst einzulenken. Ich denke, ein Klima der Angst und Unterdrückung kann man von einem offenen, respektvollen Umgang mit gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten durchaus klar unterscheiden. Ganz klar.

12.03.2020 16:51 • #298


Sohnemann

Sohnemann


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Die Menschen mit Angst vor Strafe zu guten Menschen machen.
Eine revolutionäre Idee.

12.03.2020 17:32 • #299


LaLeLu35

LaLeLu35


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@Liesel ich sehe es vom Grundtenor her ähnlich...

also in meinen bisher geführten, gesunden und auch sehr langjährigen beziehungen kamen solche sachen nicht vor, weder am anfang, dazwischen und auch nicht am ende und ich distanzier mich ausdrücklich davon, dass das ja immer mal vorkommt.

ebenso finde ich, dass es quasi zu können es nicht rechtfertigt, es auch zu tun (abhängigkeit ausnutzen) etc. aber das ist meine eigene wertevorstellung, nach der ich handle und lebe, das ist keine gesetzesvorlage

und sohnemanns abtruse assoziationen sind mir tatsächlich zu absurd.

daher bleibt mir hier nix mehr groß zu sagen, denn tatsächlich drehen wir uns da im kreis. danke für eure meinungen und ansichtne : )

12.03.2020 17:37 • #300




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