Zitat:Malzeit
haha @Sohnemann , keine Sorge, das wird nicht passieren. Die Petition ist eine Kinderpetition. Meine das nicht abwertend.
Wenn ich aus welchen Gründen auch immer, mein Leben in einem obskuren esoterischen Zirkel, einer Sekte oder sonstwas verbringe, ich da nicht ausgeraubt, genötigt oder körperlich angegriffen werde und dann nach 20 Jahren merke, dass ich damit mein Leben ruiniert habe, dann trage ich auch dafür die Verantwortung und kann nicht alle Welt anzeigen.
Ebenso, wenn ich wegen übelster Startbedingungen ins Leben psychisch, sozial, wirtschaftlich nicht klar komme und deswegen folgenschwere Entscheidungen in meinem Leben treffe, ob nun auf der Beziehungsebene, Beruflich. . .
Ich kann ja meinen Nachteil, mein Defizit, meine Hilfsbedürftigkeit erkennen und mir Unterstützung suchen. Immerhin gibt es die in unserem Land. Ob nun Therapie, Opferberatungsstellen etc., aber ich kann nicht all die Menschen verurteilen, die (ob nun bewusst oder unbewusst) Profit aus meinem Defizit schlagen (was ja btw ständig geschieht).
Man kann Ungerechtigkeit nicht generell strafbar machen. Sie gehört zum Leben dazu, egal wie hart das für uns ist.
Schwächen werden ausgenutzt, Leute wegen ihres Geldes an der Nase herum geführt, Leuten wegen Säggs was von Liebe vorgegaukelt, Menschen werden ausgegrenzt uvm. Wir machen uns ständig aneinander schuldig.
Ich kenne eine wohlhabende Erfolgsfamilie mit einem schwarzen Schaf. Ein Kind, das einfach verleugnet wird, als existiere es nicht weil es eben beruflich komplett versagt. Auch sowas kann psychisch grausame Folgen haben. Aber man kann es nicht strafbar machen.
Das gehört zum Menschsein dazu und würde man da zu massiv staatlich eingreifen, lebten wir in einer Diktatur.
Kennt jemand den Film oder das Buch "Wir töten Stella"?
Stella ist ein 19 Jähriges Mädchen, das zuvor im Kloster, Internat (?) lebte und ein von Liebe ausgehungertes trauriges Mädchen ist. Sie wird in einer gutbürgerlichen Familie aufgenommen, die ihre psychische Lage genau erkennt. Der Familienvater nutzt das aus und springt mit ihr ins Bett. Für ihn nichts als Säggs. Seine Frau erkennt genau die Lage, greift nicht ein. Weder wird das Mädchen rechtzeitig fortgeschickt, noch ist irgend jemand in ihrer echt grausamen Einsamkeit für sie da. Schließlich bringt sie sich um.
Das ist tragisch, aber wenn man all sowas strafbar machen würde, würde man unzählige Menschen kriminalisieren. Und man könnte damit mMn auch keineswegs all die menschlichen Schwächen ausrotten, die manchmal fatale Folgen haben.
Menschen handeln auch egoistisch, blind, bedenken Folgen nicht, sind ungerecht. . .Man kann das gut und tugendhaftsein nicht zur gesetzlichen Pflicht machen.
Ich kenne eine Frau, die auf die 60. zugeht und sich in einen 25 jährigen Flüchtling verliebt hat. Wirklich jeder ihrer Freunde sieht die Lage ganz klar und verschont sie auch nicht damit- dass diese Beziehung ein Deal ist- er braucht sie, sie fährt in 1. Linie säggsuell bis zum Wahnsinn auf ihn ab. Aber sie ist stur und will glauben, dass er sie liebt und nun sind sie verheiratet. Es ist vollkommen klar, dass er sich in einigen Jahren abseilen wird und sie dann womöglich zusammen brechen und sich betrogen fühlen wird. Doch es ist ihre Verantwortung. Und in diesem Fall muss man sich auch fragen, wer hier wessen "Opfer" ist. Sie nutzt ja seine Lage ebenso für sich aus, wie umgekehrt.