Zitat von LonelyXmas:
Fremdgeh-Salamitaktik-Einmaleins. Kenne ich.
Bei mir war es so:
Wir reden nur manchmal beim Kaffee holen.
Wir verbringen manchmal die Mittagspause.
Wir schreiben mehrmals täglich über einen anderen Messenger.
Da war doch mehr.
Ist doch egal ob wir miteinander geschlafen haben.
Ja wir haben ein paar mal miteinander geschlafen.
Warum ich es Dir nicht gesagt habe, als wir es nochmals miteinander versucht haben? Weil Du mich sonst nicht zurück genommen hättest.
Genau so habe ich es auch erlebt - was natürlich nicht heißt, dass es immer so läuft, aber einkalkulieren sollte man einen solchen Verlauf IMMER.
Die Steigerung und die Dynamik des Betrügenden ist für mich schier unerträglich gewesen. Viel schlimmer, als einmal Klartext zu hören und gut ist. Den Schaden durch generellen, allumfassenden Vertrauensverlust, Selbstwert-Demontage und das Misstrauen in die eigene Intuition stehen in keinem Verhältnis zu der Feigheit oder der Berechnung, die eine solche Salamitaktik auslösen. Und das nachhaltig. Dahinter stecken purer Egoismus und null Wertschätzung gegenüber dem Betrogenen.
Bei mir lief es vergleichbar ab.
- das ist eine Kollegin, mit der ich schon mal zu Tisch gehe
- ich glaube, ich habe mich irgendwie was verknallt, weiß auch nicht, was dahintersteckt
- sie weiß nichts über meine Gefühle, sie ist die Ahnungsloseste von allen
- es läuft etwa ein gutes Jahr
- ich begehre sie
- ich liebe sie
- ja, wir waren zusammen auf Sylt, in Wien, in Düsseldorf (alles offizielle Dienstreisen)
- ja, das läuft schon länger
- es läuft über zwei Jahre
- wir haben uns Weihnachten verlobt
- ich habe es nicht übers Herz gebracht, Dir zu sagen, dass wir unsere Hochzeit planen
Und zwischen diesen einzelnen Punkten liegen noch zig weitere, kleinere Geständnisse . fast täglich ging eine neue Bombe hoch. 8 Jahre Zusammenleben in einer bis zum letzten Tag superschönen, guten Beziehung haben ihn nicht davon abgehalten, so eine schäbige, hilflose Nummer abzuziehen.
Heute, gut 1,5 Jahre später, geht es mir wieder gut, fast möchte ich sagen, besser als vorher, so paradox es sich anhört, es ist so. Aber an dem Flurschaden, den er durch sein Handeln und Nicht-Handeln angerichtet hat, habe ich noch heute zu arbeiten. Vertrauen und Instinkt kehren nur seeeehr langsam in mein Leben zurück, so, wie es einmal war, wird es nie wieder werden. Vielleicht ist das auch gut so, das kann ich noch nicht beurteilen.