Brawler
Mitglied
- Beiträge:
- 69
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 49
- Mitglied seit:
ich bin nun seit 1 Woche von meiner Freundin getrennt. Wir kannten uns schon ca. 8 Jahre bevor wir uns ineinander verliebten.
Das sie mit mal stärker mal schwächeren Depressionen zu kämpfen hatte wusste ich schon länger doch das war für mich kein Hindernis da ich diese Frau schon seit längerem liebte.
Nach einem eher holprigen Beziehungsstart und etwa 2-3 Jahren wurden ihre Depressionen immer schlimmer und schlussendlich wurde eine bipolare Verhaltensstörung bei ihr diagnostiziert.
Doch all das gab mir nur noch mehr das Gefühl das ich es zu meiner Lebensaufgabe machen muss sie glücklich zu machen. Ich habe mein Leben voll und ganz ihr verschrieben und wenn sie mich schlecht behandelt hat immer gedacht sie könne nichts dafür und sie meine das nicht so. Was sie auch selbst in ein paar klaren Momenten immerwieder gesagt hat.
Das Problem is allerdings das sie ihre Krankheit verdrängt und nicht darüber sprechen geschweige denn sich damit beschäftigen möchte. Sie wurde jedes mal aggressiv sobald man das Thema ansprach.
Das Problem war das ich sie nicht damit belasten kann ihr zu sagen wieviel Kraft es kostet mit so einem Menschen zusammen zu sein und tagtäglich Dinge hinunterzuschlucken um Eskalationen zu vermeiden.
Und wenn ich ein wenig Freiraum hatte dann war man trotzdem immer auf Abruf denn es könnte ja etwas passieren bzw. sie könnte ja jederzeit wieder ein heftiges Down haben.
Und so rutschte ich Stück für Stück in eine Beziehung die mich unendlich Unglücklich gemacht hat aus dem einfachen Grund das mein Partner nicht glücklich war. Egal wieviel Zeit, Kraft und Liebe man aufwendet es könnte jederzeit wieder alles zusammenbrechen. Gefolgt von einem "Es tut mir so leid" ein paar Tage später.
Somit saß ich in einer unglaublich beschißenen Zwickmühle und wusste nicht was der richtige Weg war.
Tja und nach öfteren größeren Streiterein und Trennungen im halbjahres Takt bin ich nun endgültig Single.
Paradoxerweise vermisse ich nun einfach alles obwohl ich weiß das es auf lange Sicht keine HappyEnd gegeben hätte. Außer die Hoffnung das sie sich eines Tages behandeln lässt.
Es ist ein endlos tiefer Schmerz das nie zu enden scheint und ich habe Angst selbst in eine Depression zu verfallen.
Wenn man nie in der Lage war kann sich kein Mensch vorstellen was es heißt einen Menschen zu lieben der psychisch krank ist. Es fühlt sich an als wäre man auf ewig verpflichtet sich um diesen Menschen zu kümmern und ich kann nicht verstehen wie sie sich schlussendlich von mir trennen konnte. Das ist eine gewaltige Faust in die Fresse.
Ich hab ihr alles angeboten was irgendwie in meiner Macht stand um sie zu heilen, von Gesprächen mit mir bist zu endlosen Therapien alles hätte ich mit ihr durchgezogen.
Das Schmerz ist einfach umso größer wenn man weiß es hätte funktioniert wäre sie nicht krank.
Noch trauriger macht es mich zu sehn das sie nicht trauert. Ich weiß aus unserem Freundeskreis das sie momentan in einer sehr manischen Phase ist was für sie natürlich auch nicht schön ist.
Ich fühle mich einfach als hätte ich all meine Liebe, Kraft und Mühe in etwas gesteckt und es war alles umsonst.
Vielleicht hat jemand Ähnliche Erfahrungen.
Gruß Brawler