Und noch eine Parallele zu meiner Geschichte:
Auch meine Ex hat unmittelbar nach der Trennung ein Schicksalsschlag ereilt; auch wenn es kein Todesfall war.
Ich kann dir auch nur raten, dich bloß nicht als Stütze anzubiedern. Das schießt genau in die falsche Richtung.
Auch ich hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen und wagte nach ein paar Tagen den vorsichtigen Versuch, sie zu kontaktieren, um ihr zu sagen, dass mir das alles leidtun würde etc.
Am Anfang wurde sich für die lieb gemeinte Nachricht, wenn auch sehr kurz angebunden, herzlich bedankt, aber ab dem Moment, als ich mich unmissverständlich als Unterstützung anbot, wurde ich deutlich und fast schon verärgert abgewiesen.
Du musst dir darüber klar werden, sie sieht dich nur noch als unnötige Belastung, die sie loswerden möchte. Und insbesondere in solchen sensiblen Phasen bist du für sie das Letzte, was sie jetzt gebrauchen kann. Das ist wohl leider so. Sie sucht sich alle möglichen Begründungen, Beweise und Aspekte zusammen, um ihre getroffene Entscheidung zu zementieren. Höchstwarscheinlich schlummern da irgendwo noch ein paar Restgefühle oder leise Zweifel, die aber absolut nicht ausreichend sind. Und mit deinen wohl gemeinten Aufmerksamkeiten bestärkst du ihre negative Einstellung dir gegenüber nur, denn sie will diese Vertrautheit und Nähe zu dir gar nicht (mehr). Es nervt und verärgert sie im schlimmsten Fall nur.
Mit deinen ihr wohlwollenden Floskeln, dass du ihr nur das Beste wünschst, auch mit einem neuen Partner, zeigt, dass du tatsächlich noch ganz am Anfang bist. Du kannst die Situation noch nicht begreifen, glorifizierst sie, lässt sie zu einem emotionalen Überwesen mutieren, dem du dankbar sein musst, dass es sich mit dir abgegeben hat.
Warte ab, es wird bald die Frustphase kommen, wenn du merkst, dass du mit dieser Einstellung nicht weiterkommst, sie aber stattdessen unbekümmert weitergeht, deine Sehnsucht und deinen Schmerz überhaupt nicht teilt, und dann wirst du wütend. Es kommt der Zorn, und dann bist du schon einen wichtigen Schritt weiter
Ich weiß, ich habe gut reden, denn ich selbst kreisel auch nach bald 5 Monaten immer noch um diese Geschichte herum, aber rückblickend kann ich jetzt schon festhalten, dass mich letztendlich nur der kalte Entzug, die komplette Distanz vermutlich vor noch schlimmeren Schmerzen bewahrt hat; und es war eigentlich schon schlimm genug.
Paradebeispiel war, dass immer dann, wenn ich mich am Anfang der Trennungszeit verbal rar gemacht hatte oder eher kurz angebunden war, fing sie an, herum zu texten. Sobald ich darauf intensiver einging und versuchte, sie von einem Neuanfang zu überzeugen, klappte sie zu und knallte mir sofort gleich wieder ihre ganze Ablehnung entgegen, und dass ich mich doch gefälligst mit ihrer Entscheidung abfinden sollte.
Irgendwann bekam sie daher nur noch kurze neutrale Antworten von mir, ich selbst initiierte nichts mehr.
Ab Neujahr herrschte dann von beiden Seiten nur noch absolute Totenstille.
Nachdem einige Wochen verstrichen waren, versuchte ich noch einmal mit einer kurzen Nachricht die Situation zu durchleuchten. Ich hatte mir leider zusammen gesponnen, dass sie vielleicht einfach in ihrem Ego- oder ihrer Angstzustand nur darauf hofft, dass ich diesen miesen Zustand durchbrechen würde. Pustekuchen! Nach Stunden kam eine unverbindliche winzige Rückmeldung, die keinen Zweifel daran ließ, dass ich mir diese Aktion hätte sparen können, danach sofort wieder absolute Vereisung.
Kurz darauf löschte ich ihren Kontakt, um mich nicht weiter verrückt zu machen und falschen Hoffnungen hinzugeben.
Erst als ich ihr ihre Sachen zurückgeben ließ, kam eine freundlich gehaltene Dankesnachricht, auf die ich aber nicht antwortete. Warum auch
Dann kam es zu dem zufälligen Treffen und ein paar Wochen später noch ihr ausführlicher Geburtstagsgruß, den ich ebenso erst in den späten Abendstunden mit einem Danke dir beantwortete.
Wie gesagt, auch mir macht das Ende dieser Beziehung immer noch zu schaffen, obwohl sie eigentlich verhältnismäßig zu allen meinen anderen Beziehungen davor eher kurz war. Aber auch diese hier hat mir so außergewöhnlich viel gegeben, ich habe die Zeit wirklich genossen und war glücklich; vielleicht gerade deswegen, weil sie so kurz war und noch in der Verliebtheitsphase endete.
Genau das könnte auch bei dir der Grund sein, warum es dich so kirre macht