Mein Ex-Freund, der sich von mir vor 10 Wochen getrennt hat, ist auch verheiratet. Als wir uns kennenlernten waren die beiden schon seit 3 Jahren räumlich getrennt. Wir waren jetzt auch fast 3 Jahre zusammen. Das heißt, die beiden sind nun mehr als sechs Jahre getrennt, jedoch nicht geschieden. Sie haben sich aber regelmäßig gesehen und einen guten freundschaftlichen Kontakt miteinander. Ich hatte damit nie wirklich ein Problem, fand mich recht tolerant - und doch - der Grund für unsere Trennung: Er war sich unsicher seiner Gefühle ihr gegenüber
Auch hier war die Rede von tiefer Verbundenheit, Freundschaft, gemeinsamer Vergangenheit, vielleicht doch noch Gefühle? Er hatte ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber, das es ihm gut ging. Sie hat ihm immer sein Mitgefühl entlockt, er fühlte/fühlt sich noch immer für sie verantwortlich, weil sie ihm immer wieder sagt, wie schlecht es ihr geht, beruflich, finanziell - nicht mal der Beziehung wegen.
Mein persönliches Highlight war sein erster Geburtstag als wir zusammen waren. Er wollte uns Etappenweise empfangen, da sie mich nicht kennenlernen wollte. Es gab einen heftigen Streit, weil ich mich damit nicht einverstanden erklärte. Das Ende des Liedes war, das er gar nicht feierte, niemanden an seinem Tag sehen wollte. Im nach hinein hätte ich da schon wach werden müssen, die Alarmglocken schellen hören müssen, aber ich war wohl noch zu verliebt und akzeptierte seine Entscheidung ... hatte irgendwo auch Verständnis für seine Situation

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Mittlerweile, 10 Wochen nach der Trennung, hat er für sich herausgefunden, dass er sich eine gemeinsame Zukunft mit ihr nicht mehr vorstellen kann. Aber die Kraft, sich nun vielleicht doch scheiden zu lassen, findet er immer noch nicht. Er ist allein und er weiß nicht weiter. Redet davon, nie wieder eine Beziehung zu führen, da er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Von mir will er sich nicht helfen lassen - also bin ich raus. Auch wenn er mir wirklich viel bedeutet, immer noch. Er wird nie wirklich frei sein!
Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass ich glaube, dass es grundlegend schwierig ist, eine Beziehung mit einem verheirateten Mann einzugehen, selbst wenn er schon lange getrennt ist. Solange er nicht fähig ist, die Scheidung in Angriff zu nehmen, wird er auch kaum in der Lage sein, sich auf eine neue Beziehung, ohne wenn und aber, einzulassen.
Gegen diese emotionale Ebene, die Vertrautheit und Verbundenheit hat nur die Phase der ersten Verliebtheit eine Chance. Danach wird verglichen, kommt das schlecht Gewissen, haben viele Jahre Ehe emotionalen Vorrang. Eine Erfahrung die auch mich schwer getroffen hat und die ich immer noch verarbeiten muss. Eines habe ich aber daraus gelernt: Keine Beziehung mehr mit einem verheirateten Mann, egal, wie lange er getrennt ist! Und nicht ich bin das Problem! Mittlerweile tut er mir fast leid. Ich werde sicher irgendwann wieder jemanden finden und im besten Falle glücklich werden - bei ihm bin ich mir da nicht sicher - aber es ist nicht mehr meine Baustelle!
@ butz
Kopf hoch ... irgendwann wirst Du erkennen, dass alles andere keinen Sinn gemacht hätte. Auch wenn Weihnachten als Beginn der Erkenntnis ein furchtbares Datum ist. Aber mich hat es selbst nach 10 Wochen an Weihnachten ganz furchtbar angefasst. In einer Woche haben wir 2019 - und dann wird nur noch nach vorne geschaut
