Wow. Mehrmals wow! Ich schwanke gerade heftig zwischen Mitgefühl und Kopfschütteln. Und einem Gefühl des Gruselns.
Zitat von Isabella_W: Das ist eben auch meine große Hoffnung, dass wenn ich jetzt verschwinde, er mal merkt, wie schön es eben doch ist, dass jemand gekocht hat, wenn man nach Hause kommt oder dass man mal Danke sagen darf, wenn die Wäsche wie durch Zauberhand sich erledigt hat. Und dass ich immer noch die gleiche Frau bin nur sechs Jahre weiter: Er wollte immer eine attraktive Freundin (okay, hat ja immerhin sechs Jahre gepasst), Akademikerin (check), berufliche Ambitionen und Ziele erreicht (erste Führungsposition mit 29, okay, lassen wir mal so durchgehen, Luft nach oben ist immer) und gebildet (hm, er fand es immer faszinierend, dass ich vier Sprachen spreche und so viel lese).
Ist es das, was dich ausmacht, siehst du dich so? Als gebildetes Mädchen für alles. Attraktive junge Frauen gibt es wie Sand am Meer. Eben so wie 4-sprachige Akademikerinnen. Für Kochen und Textilpflege kann er sich auch eine Haushälterin in Teilzeit einstellen. Soll er damit zufrieden sein? Bist du es? Akzeptierst du es, dass "Mann" deshalb bei dir bleibt oder dich vermisst? Lesen ist ja nun auch ein recht einsames aber relativ weit verbreitetes Vergnügen, was hat ihn daran fasziniert? War es deine Anspruchslosigkeit? Er soll nicht dich vermissen, du hoffst, dass er deine Arbeitsleistung vermisst und dich deswegen zurückholt. Ernsthaft?
Zitat von Isabella_W: Und das ist meine einzige Hoffnung, dass wenn ich nicht nur vier Tage nicht da bin oder mal zwei Wochen Funkstille herrscht, sondern komplett raus aus dem Leben, er erkennt, dass wir in vielen Dingen zwar unterschiedlich sind, aber dennoch gleich getickt haben.
In was habt ihr denn um Himmels Willen gleich getickt? Du hast gekocht, er hat es gegessen? Er hat seine Wäsche getragen, du sie gewaschen und gebügelt?
Zitat von Isabella_W: Ich denke, dass ich wirklich gehen muss und den kompletten Hausstand auch, denn 90 % des Wohnungsinventars gehören mir, dass er einfach mal anfängt zu begreifen.
Wahnsinn. Wenigstens wenn die Möbel weg sind, soll er merken, dass auch du nicht mehr da bist. Also Arbeitsleistung und Möbel. Mehr bist du dir selbst nicht wert?
Gab es außerhalb des praktischen Alltags auch irgendwelche Leidenschaft(en), Gemeinsamkeiten zwischen euch oder war alles abgerundet ohne Ecken und Kanten, praktisch, mittelmäßig und gefühlsarm? Kann es sein, dass auch bei dir einiges im Argen liegt. Unausgesprochen. Verdrängt...