Ich habe gerade eine solche Beziehung 2.0 beendet.
Angeblich geschiedene Mann, der dann immer schön zwischen beiden hin-und hertingelte. Von Familie und Freunden geschützt.
Ich erfuhr erst davon, als ihr Scheidungssntrag in meinen Briefkasten flatterte. (Heute weiß ich trotz Beweise, Scheidungsschreiben etc. ief da noch lange mehr Kontakt. Weil tatsächlich der potentielle Nachfolger ein Problem zu sein scheint.)
Es kamen die gleichen Begründungen, Ausflüchte, Beteuerungen, das Angebot zum Gespräch mit der Ex/NF.
Es folgte die Trennung durch mich.
Monate später das Gespräch mit Beweisen, zerknirschter Demut, er liebt mich so, vermisst mich etc.
Rückblickend mehr Lügen als alles andere (in meinem Fall).
Aber dieses Hintergehen inkl Involvierung der Familie und Freunde macht was mit dir.
Ich wollte glauben, verzeihen, gab Vertrauensvorschuss.
Ja, es gab auch Vertrauensbeweise.
Aber mein Bauchgefühl schlug immer wieder an.
Allein der Umgang mit der Familie war furchtbar. Immer das Gefühl da steht was im Raum. Wer ist Freund und wer Feind.
Mein Körper reagierte, Schlafstörung, Einschlafprobleme,
Schlafmangel, Gliederschmerzen, nächtliche Schweißausbrüche, Verspannungen, Magenprobleme, partieller Tinnitus, taube Finger, Rückenschmerzen das ich meinte das Kreuz bricht durch. Aufstehen
war ein Akt. Gefühlt war ich 100 Jahre alt.
Typische Anzeichen einer PTBS.
Hirn/Geist und Körper kamen nicht überein.
Wer so lange lügt, sogar dreist Freunde und Familie mit einbezieht, der legt das nicht einmal eben ab. Und das spürt man.
Der Stachel sitzt.
Der Wille kann noch so groß sein, zu glauben, zu verzeihen, mehr Verletzung hinzunehmen, aber unterbewusst lauert die Angst, doch wieder eine Lüge zu hören.
Da reicht dann ein kleine, ungeschickte Notlüge, warum er z. B. zu spät kommt, und das Bauchgefühl springt wieder an.
Und der innere Kampf, Zweifel vs. Glauben wollen, Selbstvorwürfe weil Zweifel kommen, und irgendwann setzt das Gedankenkarusell sich langsam, aber stetig in Bewegung.
Das vergiftet einen und die Beziehung ebenfalls.
Das merkt das Gegenüber und die Abwartsspirale beginnt.
Ich glaube nicht daran, dass die Scheidung schon von beiden beschlossen war. Vielleicht innerlich von ihm, aber mehr auch nicht. Dann hätte z. B. der Freund und die Schwester ganz anders reagiert.
Dann würden sie nicht auf Klärung pochen.
Es war auch nicht notwendig am Anfang diese Lüge aufzutischen.
Wie die TE ja schrieb, es begann mit einer eher körperlichen Liaison, aus der mehr wurde.
Also die Begründung aus Verlustangst eine Notlüge zu erzählen oder um den Konflikt zu vermeiden völlig unnötig.
Es hätte gereicht zu sagen, Ehe lief nicht mehr gut, auseinander gelebt, wir leben getrennt und streben die Scheidung an.
Wenn ihm da schon die Haltung der TE bekannt war, dann war es Vorsatz und zeigt seine Grundhaltung.
Durch Lügen gewonnen, durch Lügen verloren. Leider zu oft wahr.
Ich hätte diese Zeit lieber gesund und zufrieden verbracht, als diese ständige Zerreisprobe.
Meine Nächte sind jetzt wieder normal. Alle Symptome wie weggeblasen. Ich laufe nicht mehr
wie ein Zombie durch die Gegend.
Springe wie ein Reh aus dem Bett.
Gefühlt (okay leicht übertrieben) fit wie ne 20 jährige. Aber im Vergleich zu vorher, passt das.
Letztlich war es das leider nicht wert, die unbeschwerte Zeit vom ersten Jahr kam nicht mehr wieder. Seinen Hang Konflikte so zu meiden blieb, leider auch bei Peanuts.
Irgendwann ist die Bereitschaft immer wieder zu verzeihen, oder über das "Warum, jetzt eine Lüge?" nachzudenken erschöpft
Bei langen Partnerschaften, mit langem Invest, Kindern etc, lohnt es sich vielleicht, die Mühe und den Schmerz auf sich zu nehmen.
Aber hier steht nur ein schönes Jahr, was sich als Seifenblase entpuppte.
Die Frage, was war da jetzt echt wird unweigerlich aufflammen und einen Beigeschmack behalten.
Ich habe mir auch viel einleuchtend erklärt, immer wieder positiv entschuldigt, Zu viel.
Jetzt sind 1.0 und 2.0 fragwürdige Gebiilde.
Gut, bei mir endete es jetzt böse, es gab eine neue Flucht aus der selbstgeschaffenen Situation.
Mit vielen Notlüge garniert. Wie weit interessiert mich gar nicht.
Für mich war dass Fass übergelaufen.
Einziger Vorteil der Trennung 2.0, kein Gedankenkarusell mehr, es ist mir egal.
Aber vertane Lebenszeit, die schönen Momente, wiegen die vielen Tiefen einfach nicht auf.
Die glücklichen Erlebnisse stehen in keinem Verhältnis zu den bescheidenen Nächten.
Da könnte der Kopf noch so dran arbeiten, erklärt und entschuldigt werden, der Kopf nur positiv denken, an eine bunt ausgemalt Zukunft, das Unterbewusstsein hat kleinste Unregelmäßigkeiten wahrgenommen und das Bauchgefühl alarmiert.
Wer seine Freunde und Familie so gnadenlos mit in die Lüge zieht, das ist dreist und zeigt mir eine gewisse Gewöhnung im Umgang mit Lügen.
@Gnauri ich wünsche es dir nicht.
Hoffe für dich.
Glaube aber 6 Monate sind eine zu kurz gefasste Zeit, für ein erneutes Gespräch. Da wirkten bei mir noch die schönen Zeiten.
Ich würde ihn bitten, dich bis zum Gespräch in Frieden zu lassen.
Den Fokus auf dich selbst zu richten. Kraft zu tanken.
So, wie es jetzt ist bleibst du weiterhin im Gedankenkarussell.