Zitat von whynot60: aber ich meine, dass nur jene Dinge geschehen können, die auch geschehen sollen.
Hm auf eine gewisse Art und Weise stimme ich zu. Ich sage immer: Alles hat seinen Grund.
Zitat von whynot60: irgend jemandem oder etwas zuzuweisen, um selber eine unglaublich reine Weste zu behalten
Da gebe ich dir recht. Darum ging es mir persönlich hier aber auch nie.
Zitat von whynot60:sondern vielmehr sollte man sich ernsthaft fragen, was diese Dinge, vor allem die unglückseligen, einem eigentlich sagen, was sie zu offenbaren haben.
Na klar. Das sollte man sich fragen. Das habe ich auch schon getan.
Wenn sich jetzt zb ein Muster zeigt als Beispiel: Man sucht sich immer wieder Männer aus die Narzissten sind sollte man das allgemein hinterfragen. Also die Männerwahl.
Bei einzelnen Ereignissen sollte man dieses einzelne Ereignis beleuchten. Da gebe ich recht. Nicht nur die positiven.
Zitat von whynot60: Wenn man meint, seines eigenes Glückes Schmied zu sein, dann wird man auch akzeptieren müssen, ebenso seines eigenen Unglückes Schmied zu sein.
Würde ich unterschreiben wenn man zb immer wieder den selben Fehler macht.
Zitat von whynot60: Wenn es um Beziehungen geht, dann stellt sich eben die Frage, weshalb habe ich mich z. B. von so einem ausgepufften Ar...loch angezogen gefühlt und bin sogar eine Beziehung mit ihm eingegangen. Reiner Zufall, einfach Pech wird es ja nicht sein.
Ich finde aber den Zufall sollte man durchaus in Betracht ziehen.
Ich würde es aktuell so sehen: Es gibt sicher seine Gründe warum er mich angezogen hat. Viele seiner Charaktereigenschaften sind genau das was ich bei einem Mann gut finde. Gäbe es diese nicht hätte ich mich nicht verliebt und wäre eine Beziehung eingegangen.
Auch nahm ich an dass eine dieser Eigenschaften "Ehrlichkeit" ist. So. Nun habe ich festgestellt dem ist nicht so. Trotzdem bleiben ja noch andere Eigenschaften bestehen die mich auch angezogen hatten.
Es könnte also auch ganz einfach so sein, dass die Anziehung in ihnen begründet lag oder /und in der Falschannahme eines Wertes.
Ich verstehe aber auch die Tiefe deines Gedankens deswegen: Man kann aber nun jetzt nicht ausblenden dass er gelogen hat. Also muss ich mich Fragen was will mir das sagen?
Ich würde in meinem Speziellen Fall sagen: Pech Zufall.
Trotzdem frage ich mich weiter denn ich glaube ja alles hat einen Grund. Warum hast du jetzt wohl mit dem Pech gehabt? Was soll dir das sagen?
Gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Du bist zu vertrauensseelig (glaube ich nicht, schließe ich für mich aus aber mag bei manchen Personen so sein)
Vertraue immer auf dein Bauchgefühl (könnte sein)
Übe dich in echter Verzeihung
usw...
Zitat von whynot60: Könnte es sein (niemand will das hören, ich weiß), dass man selbst womöglich als Opfer triumphieren will? (Um nur eine Möglichkeit zu nennen.)
Theoretisch möglich ja. Kann ich für mich ausschließen. Aber gibt es sicherlich Menschen
Zitat von whynot60: Oder es gibt auch Fälle, wo Menschen eine Beziehung gerade deshalb eingehen, um sich trennen zu können und darin ihr Lüstchen zu finden
Für mich auch ausgeschlossen aber gibt es bestimmt.
Zitat von whynot60: Die Gründe sind zahllos, und jeder sollte diese für sich selber einmal ernsthaft bedenken und ohne diese sinnlosen Außenfechtereien, die vom Wesentlichen ja nur ablenken.
Wenn ich diese so durchdenke komme ich wie gesagt zur Annahme von oben.
Zitat von whynot60: Gerade wenn man hier liest, gewinnt man in manchen Strängen den Eindruck, auf eine Heiligenschar gestoßen zu sein, die sich gehörig über ihr Unglück austobt, mehr oder weniger nur auf Unheilige gestoßen zu sein, von diesen sozusagen fortlaufend heimgesucht zu werden.
Und das kommt mir doch ziemlich billig und selbstgefällig vor. Und nicht zuletzt auch recht unheilig.
Ich verstehe schon was du meinst.
Aber genau darum geht es zumindest mir persönlich nicht. Deswegen wehre ich mich hier auch ihn pauschal als komplett schlecht hinzustellen oder sonst was. Es geht mir um ne neutrale Betrachtung. Ich selbst bin ja auch nicht fehlerfrei. Das ist kein Mensch.
Jeder hat gute und schlechte Seiten.
Zitat von whynot60: Wenn es um dieses Lügen und Betrügen geht, so frage zumindest ich mich, wie ein solcher Betrug (wie er hier verstanden wird), überhaupt möglich ist. Der setzt ja eine sexuelle Treue (im Sinne des exklusiven Verkehrs) notwendig voraus und zudem die Hochbewertung dieser speziellen (und letztlich wertlosen) Treue. Also weshalb hat diese im Grunde bedeutungslose Nischenart der Treue einen so hohen Stellenwert?
Jetzt stellst du ja was generelles in Frage. Nämlich sexuelle Treue. Darüber könnten wir eine gute Unterhaltung führen (warum das zb so ist und ein Wert in der Gesellschaft ist). Ich finde du hast unglaublich spannende Gedanken und Fragestellungen die du hier in den Raum wirfst. zum Teil auch etwas philosophische. Finde ich echt nice.
Ich bin der Meinung jeder Mensch darf ja für sich selbst bewerten wie wichtig ihm gewisse Themen oder "Werte" sind. Was für den einen wichtig ist muss es für den anderen nicht sein. Ich akzeptiere da sehr sehr gerne verschiedene Standpunkte. Wenn du zb jemand bist dem sexuelle Treue nicht wichtig ist ist das fein für mich. Ich akzeptiere das gerne so. Der andere in dem Fall du sollte dann auch akzeptieren dass es für mich, Gnauri, ein wichtiger Wert ist. Ich höre mir auch super gerne an was dich zu deiner MEinung bewegt. Finde ich spannend. Aber ein Paar würde aus uns nicht werden, da ich jemand bin der bei seinem Partner gewisse gleiche Werte als wichtig erachtet. zB. Treue.
Aus uns könnten dann zB Freunde werden die sich über ihre Standpunkte austauschen und gegenseitig bereichern. Wir könnten uns auch super darüber unterhalten warum die Gesellschaft gewisse Werte wie beurteilt oder voraussetzt.
Zitat von whynot60: Lügen in diesem Zusammenhang hat seinen Grund schlicht in der Vernunft. Wenn man eben weiß, dass ansonsten alles einzustürzen droht oder man womöglich keine ruhige Minute mehr hat in seinem Leben. Die lebensbedrohliche Macht der Konsequenzen zwingt geradezu zur Lüge. Nicht jeder und auch nicht jede hat den Drang zum Harakiri.
Verstehe diesen Gedanken sehr gut.
Der Mensch hat dann schlicht "Angst" vor der Konsequenz.
Kleiner anderer Gedanke dazu:
Das einzige das da Helfen würde wäre Vertrauen.
Zitat von whynot60: Und was nun Wahrheit und Lüge an sich betrifft: Vielleicht kennst Du es: In "Jenseits von Gut und Böse" stellt Nietzsche ziemlich am Anfang die Frage, weshalb eigentlich die Wahrheit (etwas ausgesprochen Schwammiges und Flüssiges, nebenbei gesagt, ja fast etwas Beliebiges, das sich jeder so nach eigenem Geschmack und Gebrauch zusammenflunkern kann) ein Wert an sich ist.
Gut. Das ist eine generelle Frage über die wir zwei uns bestimmt super unterhalten könnten.
Und ja, ich kenne es.
Klar kann man den Wert der Wahrheit hinterfragen. Und gerne kritisch von allen seiten diskutieren.
Für mich ist es aber ein Wert. Also Ehrlichkeit.
Zitat von whynot60: Und nicht etwa die Lüge (man könnte auch sagen: die Phantasie), etwa die schöne, erhebende, beseligende, besänftigende Lüge. Könnte es sein, dass etwa die Religionen seit jeher von den schönen (und auch unschönen) Lügen leben? Dass womöglich diese ganze zivilisatorische Kultur nichts anderes als ein einziges Lügenparadies ist, in dem kurioserweise gerade das Wahre, Gute und Schöne nicht nur hochgehalten, sondern nahezu gleichgesetzt wird? (Im Sinne: Nur das Wahre ist das Gute.)
Und welche Wahrheit sprichst z. B. Du selber aus, wenn Du jemandem sagst, dass Du ihn liebst? Was heißt das, was bedeutet es, um welche Wahrheit handelt es sich da - um eine verlässliche?
Eieiei ich mag deine hinterfragenden Gedankengänge im Generellen wirklich sehr. Sehr philosophisch. Alleine Religion wäre ne Diskussion wert.
Zitat von whynot60: Wie ich sehe, bin ich nun aber doch wieder weit abgeschweift Tut mir leid. Aber ich kann solche Fragen nicht einfach abhandeln wie bei einer gerichtlichen Wahrheitsfindung mit anschließender Urteilsverkündung. Das kann der Komplexität des Menschen und seiner Ereignisse nicht einmal mikroskopisch gerecht werden.
Alles gut. Und bei der Komplexität des Menschen stimme ich überein. Hbe ich selbst ab und an schon erwähnt hier.
Zitat von whynot60: Man kann sich aus dem Spiel nehmen (bzw. wird früher oder später ja ohnehin aus dem Spiel genommen), und kein Steinchen wird deshalb auch nur geringfügig wackeln, kein Sternschnuppchen nimmt deshalb eine andere Bahn. Man darf sich nicht täuschen lassen von der Lust am eigenen Ich. Das verblendet maßlos für die Wirklichkeit, die man in diesem Fall besonders klar und scharf von der Wahrheit unterscheiden muss.
Ich verstehe was du damit sagen willst.
Und diese These ist ja auch nicht komplett falsch. Meiner Meinung nach gibt es da allerdings mehr zu bedenken.