Zitat von Grace_99:Ihr Lieben,
ich war in der Mittagspause draußen um ein bisschen frische Luft um den Kopf zu bekommen.
Als ich wieder kam, hab ich mich hingesetzt und einen 4-Zeiler geschrieben, sinngemäß "Das ich mir viele Gedanken gemacht habe, dass ich meinen Vorschlag nach wie vor gut finde, nur dass es der falsche Zeitpunkt ist. Dass es von mir unfair ist, wenn ich ihn an eine Entscheidung binde, die ich zum jetzigen Zeitpunkt so nicht einhalten kann. Das ich mein Leben sortieren möchte und auf ihn zukommen werde, wenn ich mich um mich gekümmert habe".
Was haltet ihr davon?
Diese Idee des Briefes ist in mir gewachsen als mir bewusst wurde, ja wie abhängig ich von der Wertigkeit bin. Mach ich mich damit "vom Acker" sprich, dass ich dieses Gefühl nicht aushalten kann ("Wertigkeit = Handynummer" - ich nenn es jetzt mal so) oder ist es "gesunder" Selbstschutz und der Weg in die richtige Richtung?
Ich meine, wenn ich eine Entscheidung von ihm gehabt hätte "... treffen uns Januar, schauen wie wir einen Neuanfang hinbekommen....." dann hätte ich vielleicht ganz anders agiert, aber letztendlich habe ich nichts, ich weiß ja nicht einmal wie er sich entscheidet.
Und diese ungewisse Situation mit allem - die macht mich wirklich total fertig.
Ich bin sehr unsicher ob dieser Sache (Brief), weil meine Gedanken/Gefühle noch so hin und herspringen. Wenn ich das absende - und es bereue? Wenn ich es nicht absende, bin ich dann feige, halte ich fest?
Eure Meinungen und vielleicht Rat wäre schön.
Hallo Liebe Grace,
dein Kopf arbeitet genauso auf Hochtouren wie meinen
Es ist gut, dass du dich mit so einen Brief befasst. Ich lese darin deine Bemühungen dich aus der Lähmung heraus zu begeben.
Ich selbst konnte mich nicht auf dem Ablösungsprozess einlassen, solange ich das Gefühl hatte ich könnte noch was bewegen, ich hätte noch was zu sagen….
Es hätte mich wahnsinnig gemacht dies zu denken, aber dies nicht überprüfen zu können. Ich wollte mich weder in einer Warteposition , noch wollte ich in einer ''was wäre wenn'' Gedankenspirale stecken bleiben.
Auch ich überlegte was am Besten zu tun sei.
Ein Beispiel: Ich habe die Ratschläge angenommen und mich nicht zu seinen Geb. gemeldet.
Grace…ich habe es bereut. Denn ICH hätte gern ihm an dem Tag irgendetwas gesagt. Am Ende habe ich mir selbst keinen Gefallen damit getan.
Man kann nur das tun oder unterlassen was einem selbst gut tut.
Ich habe mich ein Tag später gemeldet und habe nachträglich gratuliert. Was natürlich nicht das gleiche war.
Ich wollte solche ''Spielchen'' nicht mehr.
Ich wollte ebenso wenig, dass ein Türchen offen bleibt….Das hätte mein liebendes Herz nicht ausgehalten!
Ich wollte Gewissheit.
Die habe ich mir abgeholt. Treffen. Telefonate.
Und die Gewissheit war ungläubig brutal und unerbittlich
Erst dann konnte ich mein Ablösungsprozess beginnen. Und es dauert an.
Das brutalste was ich je erlebt habe ist aus
mein liebendes Herz ein
nicht-mehr-liebendes Herz zu machen….
ENTLIEBEN. Für mich das
Unwort des Jahres 2014
Das bedeutet auch Schmerzen, Angst, evtl. auch Existenzangst und das meine ich vielmehr auf eine emotionalen Perspektive heraus, alte Gefühle, evtl. Traumatas…..und lauter solche Gefühle und Zustände, die jetzt durch den Verlust getriggert sind, zu konfrontieren. Und dann ist da noch der Liebeskummer
Am Ende Grace…sind wir durch diese Fremdbestimmung der ''gehende Männer'', gezwungen irgendwann selbst eine Entscheidung zu treffen. Und diese ist leider auch schon vor-fremdbestimmt.
Wir können nur noch in einer bewussten Entscheidung treffen selbst gehen zu wollen
Und auch das ist bitter.
Ich wollte nicht gehen. Ich wollte keine Trennung. Ich wollte diese verdammten Schmerzen und Ängste nicht haben….Ich wollte nicht keine Musik hören können oder nicht tanzen können oder die Weihnachtszeit und meinen Urlaub nicht fröhlich entgegensehen
Aber seine Entscheidung für sich selbst und gegen mich, lässt mir keine Wahl.
Wenn du etwas noch tun möchtest oder es lassen möchtest…tue es in erster Linie für dich.
Drücke dich
Carmensita