Blacksilver87
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Ich bin sehr angetan von diesem Forum. Möchte jetzt nicht zum Foren-Spam ausarten, aber bin sehr geflasht auf die Anregungen in meinem anderen Thema (hier werde ich noch weiter auf die tollen Antworten eingehen). Es gibt noch ein weiteres Thema, dass mich beschäftigt und irgendwie tut es gut, alles runterzuschreiben und von Menschen, die die Muße haben und sich die Mühe machen zur Antwort, ihre objektiven Sichtweisen zu lesen. Deshalb öffne ich, ich hoffe ihr verzeiht, einen zweiten Strang. Der mit dem anderen Thema aber nichts zu tun hat.
In meinem anderen Thema habe ich kurz das Thema Bindungsangst angerissen, was ich derzeit therapeutisch aufarbeite. Lange Zeit glaube ich, war ich sehr unklar was ich wollte und bestimmte Beziehungstypen ängstigen mich. Ich stelle mir eine Beziehung mit sehr viel emotionaler Verbundenheit vor und Vertrauen, aber auch Autonomie, dass jeder seine Interessen und Freundschaften weiterhin pflegt und man als paar auch gemeinsam aktiv ist und bleibt.
Irgendwie gerate ich, aus welchen Gründen auch immer, häufig an Männer, die gar nicht so bindungsaffin sind. Wie ich das unterbewusst merke, ist mir ein großes Rätsel, das hoffentlich in der Therapie, die ich mache, irgendwann klarer wird. Anfangs ist das Miteinander nämlich sehr nah und intensiv, bis dann der Mann sich so entpuppt, dass er eigentlich von Beziehungen eher wenig hält oder gerade nicht bereit ist. Anfangs ist das für mich (aktuell noch) kaum einsehbar, weil anfangs eben kein Näheproblem besteht, später wird es offensichtlicher. Ich selbst habe diese Problematik aber selbst irgendwo auch. Deshalb frage ich mich, wie ich das so treffsicher wohl bei jemand anderem wahrnehmen kann.
Nun ja. Worum es hier eigentlich geht. Ich hatte über eine App, nicht Tinder, sondern eine, die viele auch zur Partnersuche nutzen, einen Mann kennengelernt. Erster Fehler meinerseits, er gab an, monogame und nicht monogame Kontakte zu suchen. Ich kenne einige Menschen, die so ticken und habe es so interpretiert, dass es eben auf die Ebene mit der Person ankommt, ob man sich exklusiv drauf einlassen möchte oder nicht.
So habe ich mir nichts weiter gedacht und wir schrieben über Wochen, bis wir uns dann trafen. Ich fand ihn sehr hübsch und vor allem sehr klug. Er erschien mir sehr sanft und ruhig und empathisch. Wir konnten uns nicht eher treffen, da wir beide zwischenzeitlich nicht in der Stadt waren. Der Kontakt war sehr rege und verbindlich.
Bei unserem ersten Treffen, das sehr romantisch war, hatten wir eine gute Zeit und sehr schnell (typisch für mich, wenn ich jemanden interessant finde ?!?) Einen engen Draht. Haben uns tiefgehend ausgetauscht, viel gelacht und waren sehr vertraut miteinander. Irgendwann küsste er mich, was sehr schön war. Allerdings fragte er später am Abend auch, ob ich mit zu ihm käme. Wie ich das gefunden habe? Einerseits fand ich es übertrieben. Er ist zwar sehr offen und erschien mir auch eher unkonventionell, deshalb habe ich es nicht direkt Richtung "Aufriss" gewertet. Aber schnell fand ich es allemal. Habe das dann verneint und wir verabredeten uns für einen weiteren Tag. Hier, ich weiß, dass es sehr schnell war, schliefen wir dann auch miteinander. Für mich selbst hat es sich nicht falsch angefühlt, aus irgendeinem Grund hatte ich ein vertrauensvolles Gefühl. Ich denke durch das lange Schreiben und seine Art, die sehr liebevoll und höflich war. Es war ein sehr schöner Abend, mit tollen Gesprächen und er bemühte sich sehr um mich.
Hatte keinerlei negatives Gefühl und hatte auch gemerkt, dass ich mich emotional sehr öffne. Ich weiss gar nicht was das war, ich hatte das Gefühl, dass wir sehr vertrauensvoll miteinander umgingen und voller Respekt. Für mich fühlte es sich wie ein vielleicht etwas zu kopfloses und euphorisches Kennenlernen an. Wir verabredeten uns wieder und er schrieb mir noch nachts, wie schön er unser Zusammensein fand.
Leider konnte ich das nächste Treffen nicht wahrnehmen, weil mir etwas dazwischen kam, ich musste in meine Heimat reisen. Er schrieb mir in der Zeit, aber mit ellenlangen Pausen. Sein Verhalten war anders und ich irritiert. Vom Bauchgefühl hatte ich das nicht erwartet.
Wir sahen uns nochmal, was ebenfalls sehr schön war. Ich öffnete mich sehr und habe mich bei ihm irgendwie komplett fallengelassen. Und dann offenbarte er mir am Telefon ein paar Tage später, ob ich mir denn bewusst sei, dass er nicht monogam sei. Nein, das war mir nie bewusst, durch deine Profilangaben dachte ich, dass er nicht strikt, non monogam sei. Zumal auch andere Angaben in dem Profil darauf schließen ließen, dass er an etwas längerfristigen Interesse habe und auch an die liebe auf den ersten Blick glaubte. Ich war irritiert, weil er mir auch sagte, er halte von Beziehungen nichts und wolle nicht monogam leben. Hier kam ich mir etwas an der Nase herumgeführt vor. Zuvor kam mir alles eher wie aufrichtiges interesse vor. Außer das er sehr begeistert vom Körperlichen war, aber das teilte ich und fand es auch sehr schön. Wir hatten da beidseitig keine Berührungsängste. Er meinte auch, dass er es nicht für nötig gehalten hatte, es mir eher zu sagen, da ja erst jetzt der Punkt sei, wo wir uns mehr kennenlernen würden und er erstmal für sich geschaut hätte, wohin das mit uns läuft. Wenn wir keine Lust gehabt hätten uns weiterzusehen, wäre das Thema ja nicht nötig gewesen. Da wir uns aber mögen würden und weitersehen wollten, müsste er es jetzt sagen.
Ich war sehr irritiert. Erstens durch seine Angaben im Profil, siehe oben. Interesse an monogamen und nicht monogamen Kontakten. Durch seine vielen persönlichen Fragen in unserer Schreibphase, aber auch beim direkten Kennenlernen. Er wollte sich um ein paar Dinge für mich kümmern und war auch vom Verhalten her sehr bemüht. Ich habe damit nicht gerechnet. Dann wurde mir auch klar, wieso seine Antworten so ewig brauchten. Er sagte mir auch, er treffe sich halt mit mehreren Menschen und könnte mir einfach nicht Die Zeit und Aufmerksamkeit geben, die ich wollte. Er fragte auch, ob wir uns weitersehen. Ich sagte ihm dann, dass ich wie in meinem Profil beschrieben, eben monogam sei und es auf kurz oder lang zwischen uns zu Stress führen würde. Weil wir was unterschiedliches wollten.
Er wollte dann nochmal telefonieren und irgendwie gingen unsere Gespräche dazu noch eine Weile hin und her. Ich wollte wissen, wieso er im Profil auch monogam drin stehen hat und es mir nun so anders vermittle. Und dass ich nicht verstehe, warum wir uns so lange so ausführlich schrieben und der Kontakt dann so lauwarm wurde. Dass das ja nicht zwingend was mit Non Monogamie zu tun hätte.
Ehrlich gesagt war ich sehr traurig, weil ich ihn zuvor so toll fand und mir gut hätte vorstellen können, ihn richtig kennenzulernen. Leicht verknallt war ich schon.
Am Ende ist es richtig eskaliert. Er hat mich quasi geghostet, obwohl ich ihn nach wie vor nicht für einen schlechten Menschen halte. Ich glaube ihm wurde es zu anstrengend, weil er eben nicht sonderlich emotional wohl daran gegangen ist, im Gegensatz zu mir.
Ersichtlich war das ganze für mich nicht. Vorwürfe will ich ihm an sich nicht machen, manches halte ich für Ausreden, aber wenn er nicht möchte, dann ist es so. Ich fand diesen sehr negativen Ausgang schade, das passiert mir eigentlich nie und ich hätte mich über ein ruhiges Abschlussgespräch gefreut. Das mag für manche unnötig sein, aber irgendwie hatte ich kleine Gefühle und auch den Eindruck, dass wir nah miteinander umgehen.
Die Wahrheit hinter meiner Wahrnehmung hat mich irgendwie verstört. Habe damit nicht gerechnet und auch wäre ich nie darauf gekommen, dass er mich mal ghosten würde.
Habe ihm heute geschrieben, dass ich es schade finde, dass wir so in Disharmonie auseinander gegangen sind. Einfach weil ich damit nicht so gut klar komme. Weil ich ihn ja schon gerne hatte und die Treffen sehr schön fand. Selbst wenn er was anderes sucht, als ich, finde ich macht das die zuvor sehr schöne Begegnung nun so irgendwie kaputt.
Habe für mich daraus gelernt, dass ich mir Zeit lasse zukünftig mit körperlichem. Nicht aus moralischen Gründen, eher zum Selbstschutz. Und dass ich Menschen mehr danach frage, was ihre Vorstellung ist. Wir hatten mal dazu geredet, ich glaube er hätte mir das mit dem nicht monogamen nicht eher erzählt.
Hatte schon Albträume von der Geschichte. Glaube weil ich mich emotional getäuscht fühlte, was eigentlich auch nicht richtig ist. Hatte einfach schon ein bisschen Emotionen bei der ganzen Geschichte.
Was meint ihr denn dazu?
