@udi74 das sehe ich, wie Du weißt, anders
Eine Frau, die jagt, verhält sich unweiblich. Die ist nicht in ihrer weiblichen Energie, sondern in ihrer männlichen. Natürlich "bekommt" man so einen Mann. Aber halt nur einen, der in seiner weiblichen Energie ist und nicht in seiner männlichen
Davon gibt es allerdings in der Tat sehr sehr viele heutzutage, genauso wie es sehr viele Frauen gibt, die keinen Kontakt mehr haben zu ihrer Weiblichkeit. Klar finden sich so auch Paare, keine Frage. Das sind dann eben die, die nach x Jahren Beziehung wieder auseinandergehen, weil Frau auf einen Mann trifft, der sich benimmt wie ein Mann und bei dem sie sich "endlich mal wieder wie eine Frau fühlt". Oder weil Mann auf eine Frau trifft, die sich benimmt wie eine Frau und bei der er sich "endlich mal wieder wie ein Mann fühlt". Klar kann man jetzt natürlich hingehen und sagen: die Welt hat sich geändert, es gibt keine Polaritäten mehr zwischen den Geschlechtern, also muss man das jetzt anders machen. Anziehung entsteht aber so keine.
Du kannst mir glauben, dass es sich für einen Mann, der in seiner männlichen Mitte ist, komisch und falsch anfühlt, wenn die Frau ihn jagt. Ein unsicherer Mann, einer, der nicht im Reinen ist mit seiner Männlichkeit, wird sich geschmeichelt fühlen und auch erleichtert sein, dass er sich nicht im Zweifel zum Horst machen muss. Wozu das aber führt - na ja, siehe oben. Deshalb halte ich es für wichtig, dass man gerade in der Kennenlernphase (Werbungsphase, und es ist halt der Mann, der wirbt, und die Frau, die darauf nur reagiert und nicht umgekehrt) darauf achtet, was man braucht und was man will und sich entsprechend benimmt.
Und wenn Du mal an eine Frau gerätst, die Deinen Jagdtrieb wachkitzelt, wirst Du spüren, was ich meine

Es gibt nämlich auch für Männer kein schöneres Gefühl, als diesem Jagdinstinkt zu erliegen und sich so richtig männlich zu fühlen. Das ist ein Gefühl, das Männer echt beflügelt und über sich hinaus wachsen lässt. Es wäre wirklich traurig, wenn man sich die Chance darauf nehmen würde (und ich finde es auch wichtig, dass man als Frau auch in einer bestehenden Beziehung diesen Jagdinstinkt beim Mann immer mal wieder ankitzelt. Das kommt beiden zugute, denn es gibt beiden ein sehr lebendiges Gefühl).
Ich fühle mich schlecht, wenn ich das Gefühl habe, ich müsste einen Mann von mir überzeugen oder hinter ihm herlaufen. Ich fühle mich aber großartig, wenn ein Mann mir deutlich zeigt, dass er mich will, indem er mich jagt. Damit ist nicht hinterherlaufen gemeint, sondern ganz normales Werben. Wenn er sich beim Date z.B. bemüht, lustig zu sein, mich mit Geschichten über sich und sein Leben zu unterhalten, interessante Fragen zu stellen ... Und wie er dann aufblüht, wenn ich über seine Witze lache, mit den Augen flirte, mich ihm zugewandt zeige und ihm deutlich mache, dass ich ihn toll finde - das ist doch mit Geld nicht zu bezahlen, das Gefühl
Wenn es umgekehrt ist und der Mann nur dasitzt und nix macht, während die Frau sich selbst ins beste Licht zu rücken versucht und Eigenwerbung betreibt, sich ihm sozusagen als bereits totes Reh auf dem Silbertablett präsentiert - oh weia. Für beide nicht schön.
Die Lösung kann aber doch bitte nicht sein, dass die Frauen allesamt frustriert sind, weil sich die Männer nicht mehr wie Männer verhalten (siehe auch Lunar hier, die ja genau das beklagt), dass sich jetzt die Frauen wie Männer verhalten

wozu soll das denn führen? Zu einer anziehungslosen s.losen Wohngemeinschaft?
Denn weibliche Anziehung braucht diese Polarität, deshalb fehlt ja in so vielen Beziehungen heutzutage irgendwann der S., weil die Frau keinen Bock mehr hat auf diesen unmännlichen Mann an ihrer Seite. Und männliches Verhalten beinhaltet eben erobern, jagen, ein Ziel verfolgen, konsequent und zuverlässig durchzusetzen, während das weibliche Verhalten eher passiv und abwartend ist. Du kannst das nicht einfach so "umdrehen", nur wegen ein paar Jahren Emanzipation.
Es sind gerade deshalb heutzutage so viele Menschen lange Single, weil sie eben nicht mehr in ihrer männlichen oder weiblichen Identität sind. Und dann entsteht beim Dating oder bei der Beziehungsanbahnung halt keine Anziehung, sondern maximal Verwirrung. Oder Frust, weil die Frauen Erwartungen haben, die von den Männern nicht mehr erfüllt werden.
Ich höre die selben Klagen über Männer, die auch Lunar hier angebracht hat, seit Jahren von sehr sehr vielen Frauen. Immer dasselbe. Und ich habe es auch oft so erlebt, gerade beim Onlinedating, dass mir da vom Mann einfach die Energie fehlte. Ich kann aber so einen Mann nicht gebrauchen, deshalb ist der für mich gleich raus (Beispiel: ein Typ, der vor dem Date fragt: was wollen wir denn machen? Hast du eine Idee, wo wir hingehen können? - uninteressant. Ein Typ, der sagt: lass uns Freitag um 7 im xy treffen, hab gelesen, dass die tolle blabla-Cocktails machen - interessant).