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Er ist unterschwellig aggressiv, was kann ich tun?

Emma14

Emma14


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1879
Das ist wohl ein neurologisches Problem. Das musst du ansprechen, es ist doch wichtig zu wissen, ob er es überhaupt merkt. Schweigen bringt nichts. Es sollte dann neurologisch untersucht werden.

01.03.2020 22:45 • x 2 #16


Kolibri18

Kolibri18


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Mein Rat wäre auch, ihn schnellstens darauf anzusprechen. Dein Freund ist kein Teenager mehr und das Zwicken/kratzen deutet doch auf ein erlerntes Alternativverhalten hin, oder nicht? Mein Gedanke dazu ist, dass es ihm vielleicht nicht unbekannt ist, evtl. ein wiederauftretedes Verhalten? Wenn du ihm sagst, daß er das tut, hilfst du ihm vielleicht dabei es zu erkennen und dann etwas dagegen zu tun.
Es klingt wirklich beunruhigend, aber es war ja nie zielgerichtet gegen dich, wenn ich das richtig verstanden habe. Also bevor sich das Unbehagen steigert, würde ich in einem ruhigen Moment das Gespräch suchen. Nur Mut, du schaffst das schon. Alles meist nicht so schlimm, wie die eigene Angstvorstellung.

01.03.2020 22:59 • x 1 #17



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Wildchild


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Zitat von Fullspeed:

Das könnte in Richtung eines (vermutlich "nur" dissoziativen) Anfalls gehen. Dieses Symptom hört sich nach "grimassieren" an.


Vielen Dank für diesen Hinweis! Ich vorher nie etwas darüber gelesen, aber ich weiß dass mein Partner als kleines Kind psychische Probleme hatte. Er hatte ständig Schmerzen ohne körperliche Ursachen.
Auch wenn es spekulativ im Zusammenhang mit meinem Partner ist - Dass reinlesen in diese Störung macht mich traurig. Es ist furchtbar was Leid anrichten kann.

01.03.2020 23:16 • #18


Bones


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Zitat von mitsubi:
Stattdessen würde ich einen Moment wählen, indem er entspannt ist und einen offenen Eindruck macht.


Unbedingt!

01.03.2020 23:23 • x 1 #19


Wildchild


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Zitat von mitsubi:
Ich würde eher abraten, ihn ausgerechnet dann anzusprechen, wenn er solch ein Verhalten zeigte. Dieses scheint ja einen hohen kompensatorischen Zweck zu haben,d.h. er steht unter Anspannung und kann sie nicht vernünftig äußern. Ihn nun dann abzusprechen, wenn er unter solcher Anspannung steht oder kürzlich stand, wird ihn sicher nicht offener werden lassen im Gespräch.
Stattdessen würde ich einen Moment wählen, indem er entspannt ist und einen offenen Eindruck macht. Er scheint ein eher verschlossener Typ zu sein, wenn ich es richtig gelesen habe, also wähle eine möglichst angenehme Situation und erwarte dennoch nicht zu viel.
Ich nehme mal an, sein Verhalten hat etwas mit seiner Kindheit und dem Vater zu tun; ggf ist Dein Freund traumatisiert, aber das ist hochspekulativ.
Ansprechen musst Du es, da es Dich ja belastet. Und ggf ist es für ihn eine Möglichkeit, sich zu öffnen, wobei ich da erstmal nicht allzu große Erwartungen hätte.


Ja, er ist dem Umfeld gegenüber sehr verschlossen. Nicht unfreundlich, aber wortkarg. Er braucht viel Vorlaufzeit. Was mir anfangs gar nicht auffiel, weil er (zum Glück) bei & mit mir "quasselte" ohne Ende. Wir verbrachten am Anfang unseres Kennenlernens ganze Tage & Nächte mit reden (reden macht "noch" immer einen Großteil unserer Partnerschaft aus, auch wenn sich der Schlafrhythmus inzwischen eingependelt hat) und er sagte, er hätte noch nie so gut mit einem Menschen sprechen können wie mit mir. Ich glaube ihm das.
Ich habe auch das Gefühl dass er sehr gelitten hat & das wahrscheinlich im Zusammenhang mit seinem Vater steht.
Ich werde ihn ansprechen und akzeptieren, wenn er schweigt. Ich denke es reicht für's erste aus, wenn er weiß dass mir das aufgefallen ist und ich für ihn da bin, wenn er darüber sprechen möchte.

01.03.2020 23:32 • x 1 #20


Fullspeed


Das Prozedere sollte so ausschauen, dass du das Ganze in einem entspannten Moment mit ihm besprichst und ihm klar mitteilst, was du beobachten konntest.

Spekulativ gehe ich hier wie gesagt von psychogenen bzw. dissoziativen Anfällen aus. Wenn das zutrifft, wird er sich nicht erinnern können. Das heißt nicht, dass dann eine erhöhte Gefahr von ihm ausgeht. Es ist kein zielgerichtetes Verhalten.

Du könntest mit ihm besprechen, ob du ihn filmen darfst, wenn er sich erneut in einem so weggetretenen Zustand befinden würde. Um es ihm und gegebenfalls dann einem Arzt zeigen zu können.

01.03.2020 23:35 • x 1 #21


CaveCanem

CaveCanem


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Mich macht eins nervös daran: dass Deine Katze auf ihn reagiert hat. Das klingt irgendwie ungut.

01.03.2020 23:43 • x 2 #22


Wildchild


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Zitat von Kolibri18:
Mein Rat wäre auch, ihn schnellstens darauf anzusprechen. Dein Freund ist kein Teenager mehr und das Zwicken/kratzen deutet doch auf ein erlerntes Alternativverhalten hin, oder nicht? Mein Gedanke dazu ist, dass es ihm vielleicht nicht unbekannt ist, evtl. ein wiederauftretedes Verhalten? Wenn du ihm sagst, daß er das tut, hilfst du ihm vielleicht dabei es zu erkennen und dann etwas dagegen zu tun.
Es klingt wirklich beunruhigend, aber es war ja nie zielgerichtet gegen dich, wenn ich das richtig verstanden habe. Also bevor sich das Unbehagen steigert, würde ich in einem ruhigen Moment das Gespräch suchen. Nur Mut, du schaffst das schon. Alles meist nicht so schlimm, wie die eigene Angstvorstellung.


Ja, es wirkt wie ein unbewusstes Muster. Ich werde ihn kommendes Wochenende darauf ansprechen, denn es geht mir sehr nahe dass er auf diese Art & Weise leidet.
Nein, es war nie gegen mich gerichtet. Er ist allgemein kein aufbrausender Mensch. Er wirkt sehr maskulin & ist bei seinen langjährigen Freunden um keinen lustigen Spruch verlegen - und er ist immer liebevoll, süß und sanft zu mir. Egal wo wir sind.
Nein, ich brauche keine Angst zu haben dass er mir bewusst weh tun könnte.
Ich danke Dir für Deine aufbauenden Worte

01.03.2020 23:43 • #23


Lebensfreude

Lebensfreude


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Zitat von CaveCanem:
Mich macht eins nervös daran: dass Deine Katze auf ihn reagiert hat. Das klingt irgendwie ungut.

Katzen reagieren auf Raschel- und Reibegeräusche. Beim Lesen hatte ich schon Angst, er würde der Katze was antun, weil sie auf sein Gekratze reagiert hat.

01.03.2020 23:45 • x 5 #24


Wildchild


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Zitat von Fullspeed:
Das Prozedere sollte so ausschauen, dass du das Ganze in einem entspannten Moment mit ihm besprichst und ihm klar mitteilst, was du beobachten konntest.

Spekulativ gehe ich hier wie gesagt von psychogenen bzw. dissoziativen Anfällen aus. Wenn das zutrifft, wird er sich nicht erinnern können. Das heißt nicht, dass dann eine erhöhte Gefahr von ihm ausgeht. Es ist kein zielgerichtetes Verhalten.

Du könntest mit ihm besprechen, ob du ihn filmen darfst, wenn er sich erneut in einem so weggetretenen Zustand befinden würde. Um es ihm und gegebenfalls dann einem Arzt zeigen zu können.


Ich werde kommendes Wochenende mit ihm darüber sprechen. Wir haben ein entspanntes Wochenende ohne rumfahren und Besuche geplant. Ich denke das bietet sich an.
Ich hoffe dass unsere Partnerschaft schon gefestigt genug ist um mir auf diese Art zu vertrauen.
Ich danke Dir für Deine Antworten

01.03.2020 23:51 • x 1 #25


Wildchild


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Zitat von CaveCanem:
Mich macht eins nervös daran: dass Deine Katze auf ihn reagiert hat. Das klingt irgendwie ungut.


@Lebensfreude

Tut mir leid, ich hab das unklar formuliert.
Meine Katze reagierte mit Jagd- & Spieltrieb auf ihn. Mein Partner ist ein absoluter Katzenliebhaber (er hat selber zwei) und würde meinem Schmusetiger nie etwas antun.

01.03.2020 23:54 • x 4 #26


Fullspeed


Zitat:
Ich werde kommendes Wochenende mit ihm darüber sprechen. Wir haben ein entspanntes Wochenende ohne rumfahren und Besuche geplant. Ich denke das bietet sich an.
Ich hoffe dass unsere Partnerschaft schon gefestigt genug ist um mir auf diese Art zu vertrauen.
Ich danke Dir für Deine Antworten


Gerne.

Klingt doch gut.

Deinen Beschreibungen nach habt ihr ja eine sehr schöne und innige Partnerschaft mit guter Gesprächsbasis. Da sollte auch so ein Thema nach 7 Monaten drinnen sein.

Natürlich ist es ein heikles Thema. Aber ich denke du kennst ihn mittlerweile gut genug, um das auf passende und behutsame Weise anzusprechen, um ihn nicht zu überfordern.

02.03.2020 00:15 • x 1 #27


Wildchild


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@Fullspeed

Du scheinst Ahnung davon zu haben - wenn er unter dissoziativen Anfällen/Grimassierung leiden sollte, wie darf/muss ich das auf unsere Intimität beziehen?
Dieses Verhalten hat er bisher ausschließlich nach Geschlechtsverkehr gezeigt, wobei mir gerade einfällt, dass er manchmal wie unter Schmerzen sein Gesicht verzieht, wenn ich ihn zB im Gesicht berühre.
Muss ich davon ausgehen dass er etwas wie Retraumatisierung erleidet durch meine Berührung, den Verkehr? Was natürlich im Umkehrschluss bedeuten würde, er fühlt sich unbewusst nicht wohl bei mir als Partnerin & wir würden besser in die Friendzone wechseln.
Das wäre natürlich nicht toll für mich. Aber es wäre ok, weil es ok sein muss. Ich liebe ihn und ich will dass es ihm gut geht.

02.03.2020 00:24 • #28


Lebensfreude

Lebensfreude


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du mußt aber auch dafür sorgen, dass es dir gut geht.
Du bist nicht seine Therapeutin.
Ihr redet viel . Aber er scheint nicht über sich reden zu wollen.
Jemand der so zurückgezogen ist und 30 Minuten schweigt , um dann zu sagen, dass ihn dein Besuch gestreßt hat, hört sich ganz schön kompliziert an.

02.03.2020 00:28 • x 2 #29


Wildchild


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Zitat von Lebensfreude:
du mußt aber auch dafür sorgen, dass es dir gut geht.
Du bist nicht seine Therapeutin.
Ihr redet viel . Aber er scheint nicht über sich reden zu wollen.
Jemand der so zurückgezogen ist und 30 Minuten schweigt , um dann zu sagen, dass ihn dein Besuch gestreßt hat, hört sich ganz schön kompliziert an.


Du hast vollkommen Recht damit! Ich achte momentan verstärkt auf meine Bedürfnisse, weil ich zu viel über ihn/uns nachdenke. Dh ich bringe mich bewusst in die Gegenwart und genieße die Zeit.
Mmh... Ich habe mir im Laufe der Zeit angewöhnt, dass nachfragen ok ist, aber nachbohren nicht. Es gibt bei mir auch manches über dass ich nur mit meiner Therapeutin sprach. Mit sonst niemanden. Es ändert ja nichts, stattdessen läuft man in Gefahr retraumatisiert zu werden.
Mein Partner denkt diesbezüglich ähnlich.
Nein, im Grunde genommen verstehen wir uns auch (mal) schweigend. Dann sind wir uns einfach nur nahe ohne dass was unangenehm wird.
Mein Partner empfinde ich keinesfalls als kompliziert, da wir uns sehr ähnlich sind. Außer gestern. Aber ich wusste ja, das hatte nichts mit mir zu tun, da ich nichts "vermehrtes" machte.

02.03.2020 00:46 • #30



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