Wildchild
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Ein bisschen muss ich ausholen - bisher war mein Leben von Narzissmus geprägt. Meine Mutter ist diagnostizierte NPS'lerin, mein Vater hat starke narzisstische Tendenzen & dementsprechend war meine Partnerwahl. Ich erlebte viele emotionale Katastrophen.
Seit einer fast halbjährigen stationären Therapie (vor 5Jahren) geht es mir meistens gut, ich habe viel in den Griff bekommen und bin sehr achtsam geworden.
Seit fast 7 Monaten bin ich in einer eigentlich sehr harmonischen Wochenendbeziehung. Wir telefonieren regelmäßig miteinander und verbringen Urlaube zusammen (2x12Tage am Stück).
Mein Partner (45) ist sehr introvertierter Mann, der seine Probleme/Gedanken in den Schlaf mitnimmt. Er befindet sich in den letzten zwei Monaten seiner Umschulung & schläft sehr wenig. Ich habe sehr viel Verständnis dafür und ermutige ihn sich seinen Hobbys zu widmen (er arbeitet total gerne handwerklich), damit er seinen Kopf frei bekommt.
Vor ein paar Wochen erfuhr ich dass sein Vater Alk. war (er starb vor fast 25 Jahren), aber weiter äußerte sich mein Partner nicht dazu. Desweiteren prägte ihn eine 3jährige Beziehung zu einer diagnostizierten Borderlinerin.
In unserer Partnerschaft ist er sehr liebevoll. Wir kuscheln viel miteinander, wir sind uns sehr nahe und wir finden Ruhe ineinander. Ich hatte natürlich Angst, er könnte auch narzisstisch sein, aber das nehme ich an ihm nicht wahr.
Allerdings gibt es zwei Verhaltensweisen, die mich sehr verunsichern.
Nach unserem ersten Mal lag er tiefenentspannt mit offenem Mund neben mir & war etwa 30 - 60 Sekunden wie weggetreten. Er tat etwas, was ich als ehestes als knurren bezeichnen würde. Ansatzweise war der Reflex zum zubeißen zu erkennen. Tat er aber nicht.
Ich ignorierte dieses Verhalten, googelte aber am nächsten Tag nach, ob es jemals Beißattacken im der Nähe seine Wohnorts gab (gab's nicht).
Zwei weitere Mal hab ich dieses Verhalten an ihm seitdem festgestellt. Jedes Mal nach Geschlechtsverkehr.
Ich habe viel Erfahrung, aber so etwas erlebte ich noch nie.
Gestern bekam ich Besuch, der länger blieb. Sie wurden auch mir die letzte Besuchsstunde zu anstrengend und ich bat die beiden zu gehen. Mein Freund war danach außergewöhnlich still, distanziert und sagte mir nach etwa 30 Minuten Schweigen dass ihn das total gestresst hätte.
Wir sprachen ein bisschen darüber und ich dachte es sei gut. Ich lag neben ihm, spürte wie er seinen Kiefer aufeinander presste und bemerkte, dass er an seiner Hose kratzte. Er kniff & kratzte wie jemand, der sich selbst verletzen möchte. Allerdings an der Kleidung statt am Körper. Er war so vertieft in diesem Verhalten, dass er nicht bemerkte dass meine Katze durch die Geräusche angelockt wurde und ihn ansprang.
Mit der anderen Hand ballte er währenddessen eine Faust, ich spürte seine Anspannung und es dauerte auch wiederum ca 30 Minuten, ehe er sich beruhigte.
Danach war es wieder gut.
Ich konnte kaum schlafen, weil ich sein Verhalten nicht verstehe, nicht weiß wie ich es interpretieren soll, nicht weiß wie und ob ich es ansprechen soll.
Ich liebe ihn und es tut mir weh dass er seine Wut, Verzweiflung gegen sich richtet.
Und ich habe natürlich etwas Angst davor dass er mir gegenüber aggressiv werden könnte, auch wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Hauch davon bemerke.
